Susann Beucke: Ich bin gebürtige Kielerin und freue mich natürlich, in der Heimat zu sein. Auf der anderen Seite möchte ich, dass meine Kampagne, die meistens in Frankreich stattfindet, auch in Deutschland präsent ist und man mich und mein Boot sehen kann. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, das Boot hierher zu überführen und einen Stand auf der Kieler Woche zu haben.
Das Boot liegt an der Blücherbrücke direkt vor dem Landtag in Kiel, wo auch mein Stand ist. Dort kann man das Team kennenlernen, Kleidung unserer Kampagne “This Race is Female” kaufen und auch etwas gewinnen, wir haben wirklich viel für die Besucher vorbereitet!
Ungefähr 2006 müsste die erste gewesen sein, einige Male war ich nicht da – ich werde also ungefähr zwölf Ausgaben mitgesegelt sein. Viel besonderer ist aber, dass in Kiel immer alle wichtigen Sachen passiert sind. Hier bin ich unter anderem Europameisterin geworden, und hier haben wir auch das Olympia-Ticket gelöst. Alles Wichtige passiert immer in Kiel, deshalb bin ich noch mal glücklicher, dass ich diesen Sommer hier sein darf.
Die Boote haben sich unheimlich weiterentwickelt, optisch hat der 49er FX mit den schwarzen Segeln nicht mehr viel mit dem alten zu tun. Aber natürlich kenne ich alle hier und war eigentlich immer nur am Rausschauen, wenn sie trainiert haben. Da merkt man schon, dass das olympische Herz auf jeden Fall noch sehr, sehr hoch pocht.
Ich werde bei der Solitaire du Figaro an den Start gehen. Außerdem werde ich den kompletten Rennzirkus der Figaros in Frankreich mitmachen, wo die Kampagne ja stattfindet, weil dort die Elite des Hochseesegelns ansässig ist. Ich bin seit ungefähr einem Jahr in der Figaro und werde bestimmt ein paar mehr Boote hinter mir lassen als vergangenes Jahr, aber Ergebnisse wie im 49er FX wird es auf jeden Fall noch nicht geben. Das wäre auch schlimm, wenn es so wäre, dann wäre das Level nicht hoch genug.
Ja, ich will an der Vendée Globe 2028 teilnehmen. Das ist noch ein langer Weg mit vielen kleinen Teilschritten. Diese Kieler Woche und der Schritt, in der Figaro zu sein, sind wichtige Meilensteine auf dem Weg dahin.

Chefredakteur Digital