Kieler WocheMit Wing und Foil auf Olympia-Kurs

Andreas Kling

 · 19.06.2024

Wingfoiler
Foto: JON CARTER/X15 WINGFOIL
Trendsport Wingfoilen: Die übers Wasser fliegenden Athleten kämpfen dieses Jahr auch im Rahmen der Kieler Woche um Regatta-Erfolge
Bei der 130. Kieler Woche starten erstmals Wingfoiler vor Schilksee. Das internationale Interesse ist groß und der Blick geht in Richtung Olympia

Als Jim Drake 1967 das Windsurfen erfand, war von Funsport noch gar nicht die Rede. Den späteren Boom hatte ähnlich wie beim SUP um die Jahrtausendwende kaum jemand für möglich gehalten. Inzwischen ist Wingfoilen der Trend auf dem Wasser schlechthin; eine Art Mischung aus Kiten und Windsurffoilen. Der Sport boomt, weil das Handling deutlich einfacher als beim ebenfalls olympischen Kitefoilen erscheint.

Auf der Kieler Woche will die X-15-Klasse ihren Sport dem U19-Nachwuchs bei einem Demo- und Coachingevent im zweiten Teil (27. bis 30. Juni) schmackhaft machen.

Bis zu 30 Youngster können von der Topathletin und Klassenmanagerin Fiona Wylde lernen, wie das sechs Quadratmeter große Wing-Segel ihnen über Brett und Foil im wahrsten Sinne des Wortes Flügel verleiht. Die US-Amerikanerin gilt als Multitalent und hat vor dem Wingfoilen auch beim Windsurfen und Standup-Paddeln bis zu Weltmeisterschaften Titel abgeräumt. „Die Kieler Woche bietet uns am Nordstrand von Schilksee ein ideales Revier, um die Aktiven mit dem Material und der Segeltechnik vertraut zu machen“, schwärmt Wylde.

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Showsegeln für die Zuschauer

Zum Abschluss am Sonntag wird es Kurzrennen up and down und Slaloms geben, die das Publikum in der Strander Bucht verfolgen kann. Das Interesse am Wingfoilen in Kiel ist ausgesprochen international. „Die ersten 15 Meldungen kommen aus Norwegen, Tschechien, Schweden, der Türkei sowie Großbritannien und Deutschland“, berichtet Lena Erdil nicht ohne Stolz. Die ehemalige iQFoil-Surferin und Kieler-Woche-Siegerin arbeitet jetzt bei der Event- und Vermarktungsagentur des Kieler Yacht-Clubs, Point of Sailing, und hatte die Klasse auf der Messe boot in Düsseldorf akquiriert. „Uns als Regattaveranstalter sind solche zukunftsträchtigen Auftritte wichtig, zeigen sie doch der Szene und nach außen dem fachkundigen Wassersportpublikum, dass die Kieler Woche stets mit der Zeit geht“, begrüßt Organisationsleiter Dirk Ramhorst die neue Entwicklung.

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Alle Interessierten bringen praktische Erfahrungen im Wingfoilen mit nach Kiel. Sie kontrollieren die Flughöhe jederzeit sicher und bewältigen bereits Amwind-Kurse. Nun sollen sie auf Wettkämpfe vorbereitet werden. Zu dem Trainingsprogramm gehören auch Ernährungs- und Fitnesstipps sowie regattataktische Elemente. Fiona Wylde: „Wir haben das Equipment nochmals verbessert und wollen die Familie der Aktiven weltweit vergrößern sowie mit ihnen die X-15-Klasse etablieren.“

Der Olympiastatus ist avisiert

Mittelfristig schielen die internationalen Wingfoil-Fans insgesamt auf einen Olympia-Status. Im Wettbewerb verschiedener Anbieter pusht die Firma Starboard ihre X-15-Boards und erwartet dieses Jahr die Anerkennung als internationale Klasse vom Weltverband World Sailing. Dieser begrüßt die Ausschreibung der „Wingfoil Racing Exhibition“ auf der Kieler Woche ausdrücklich, muss er seine besonders telegenen, aktuell zehn Disziplinen doch alle vier Jahre wieder beim IOC präsentieren und gegebenenfalls modernisieren, um den Gesamt-Olympia-Status des Segelsports zu erhalten. Bis zu den Spielen in Atlanta 2028 ist es noch ein weiter Weg, und es bleibt abzuwarten, welchen Sportarten das IOC eine Chance gibt.


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