Défi AzimutAuftakt zur 48-Stunden-Jagd

Janek Struchholz

 · 17.09.2026

"MACSF" beschleunigt auf den Foils und jagt über die Regattabahn.
Foto: Yannis Guerrand/Défi Azimut
Am Donnerstag, 17. September 2026, beginnt in Lorient das Hauptrennen des Défi Azimut. Um 15:30 Uhr starten die 14 IMOCA-Skipper zur rund 48 Stunden langen Soloregatta durch den Golf von Biskaya. Das Rennen ist der wichtigste direkte Vergleich der Klasse vor der Route du Rhum im November.

Themen in diesem Artikel

​14 IMOCA, 500 Seemeilen und eine Wetterlage zwischen Starkwind und Flaute. Die Défi Azimut vor Lorient wird zum großen Formcheck vor der Route du Rhum. Während etablierte Favoriten wie Sam Goodchild und Jérémie Beyou auf Sieg setzen, steht für mehrere Skipper das erste Solorennen in der Königsklasse des Offshore-Segelns an. Wer findet im Golf von Biskaya die richtige Route – und welches der neuen Boote kann sein volles Potential ausschöpfen?

Verfolgen Sie das Rennen im Live-Tracker

Start heute in Lorient

Die IMOCA-Yachten legen um 13:30 Uhr in Lorient La Base ab. Ab 15:00 Uhr läuft die Liveübertragung, um 15:30 Uhr fällt der Startschuss. Die Soloskipper erwartet ein zügiger Auftakt bei Nordwestwind und vergleichsweise ruhiger See, die sich aber über die 48 Stunden immer weiter aufbauen soll. Damit dürften die Foiler schon kurz nach dem Start Fahrt aufnehmen, bevor auf dem Atlantik wechselhaftere Bedingungen und anspruchsvolle taktische Entscheidungen warten.

Drei Solo-Debüts in der IMOCA-Klasse

Pierre-Louis Attwell, Davy Beaudart und Masa Suzuki bestreiten in Lorient ihr erstes IMOCA-Solorennen. Für Davy Beaudart ist der Start zugleich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Route du Rhum.

Besondere Aufmerksamkeit gilt außerdem Sébastien Simon. Er tritt erstmals mit der neuen “Groupe Dubreuil-Air Caraïbes” an. Das von Guillaume Verdier gezeichnete Boot ist ein Schwesterboot der “DMG MORI Global One”. Simon bestreitet zudem sein erstes Rennen seit seinem dritten Platz bei der Vendée Globe 2024/25.

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Auch Jérémie Beyou kehrt mit seiner “Charal” in den Wettbewerb zurück. Das Boot wurde am Rumpf und insbesondere im Bugbereich umfangreich verändert. Das Rennen wird zeigen, wie sich die Umbauten unter Rennbedingungen schlagen.

Geschwindigkeitsrekord bei den Speed-Runs

Die Speed-Runs am Mittwoch, 16. September, waren ein Vorgeschmack auf das High-Speed-Rennen. Bei 14-18 Knoten Wind gewann Sam Goodchild den Sprint auf der “MACIF Santé Prévoyance” in 1:52 Minuten und stellte damit einen Geschwindigkeitsrekord bei den Speed-Runs auf. Auf der eine Seemeile langen Strecke erreichte Goodchild eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,1 Knoten.

Jérémie Beyou wurde mit 1:55 Minuten Zweiter, Corentin Horeau folgte mit 2:01 Minuten. Sébastien Simon und Ambrogio Beccaria benötigten jeweils 2:02 Minuten. Spannung für das Hauptrennen ist somit vorprogrammiert.

Die Speed-Runs wurden nicht als gemeinsamer Start gefahren. Die Boote absolvierten mehrere einzelne Versuche gegen die Uhr, wobei nur die jeweils schnellste Zeit gewertet wurde. Insgesamt kamen die 17 an den Runs beteiligten IMOCA auf 80 Durchgänge.

Die Favoriten

Sam Goodchild geht nach seinem Sieg bei den Speed-Runs und als Gewinner des Défi Azimut 2025 mit viel Aufmerksamkeit und dem Ziel der Titelverteidigung in das Rennen. Seine “MACIF Santé Prévoyance” hat bereits beim Saisonauftakt, dem 1000 Race, ihre Leistungsfähigkeit gezeigt.

Jérémie Beyou gehört mit vier Erfolgen zu den Rekord Siegern des Défi Azimut. Nach dem Umbau seiner “Charal” muss sich jedoch erst zeigen, ob das Boot die Erwartungen erfüllen kann.

Ambrogio Beccaria gewann im Juni die Vendée Arctique-Les Sables d’Olonne. Corentin Horeau und Élodie Bonafous zählen ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis. Als Geheimfavourit könnte Sébastien Simon das Feld überraschen. Sein neuer IMOCA verfügt über großes Potenzial, hat aber noch kaum Rennkilometer gesammelt.

​Am Speedrun nahmen 17 Skipper mit Ihren Schiffen teil. Für die 48 Stunden Azimut sind 14 IMOCA gemeldet. Nicht am Solorennen teilnehmen werden Fabrice Amedeo, Kojiro Shiraishi und Paul Meilhat.

Die Skipper im Überblick:

SkipperBoot
Pierre-Louis AttwellResilient
Corentin HoreauMACSF
Masa SuzukiMilai-Furuno
Armel TriponLes P’tits Doudous
Sam GoodchildMACIF Santé Prévoyance
Sébastien SimonGroupe Dubreuil-Air Caraïbes
Violette DorangeInitiatives-Cœur
Manuel CousinCoup de Pouce
Sébastien MarssetFoussier
Jérémie BeyouCharal
Nicolas d’EstaisCafé Joyeux
Davy BeaudartBureau Vallée
Élodie BonafousAssociation Petits Princes-Quéguiner
Ambrogio BeccariaAllagrande MAPEI

​Kurs durch den Golf von Biskaya

Die Défi Azimut führt von Lorient aus in den Atlantik und durch den Golf von Biskaya zurück zum Ausgangshafen. Die Strecke umfasst mehr als 500 Seemeilen. Mehrere virtuelle Wegmarken werden von der Rennleitung abhängig von Wetter und Windbedingungen festgelegt.

Gesegelt wird einhand. Zusätzlich befindet sich ein Onboard Reporter auf den IMOCAS. Er dokumentiert das Rennen mit Bildern und Videos, gehört aber nicht zur segelnden Besatzung. Er darf somit nicht ins Rennen eingreifen.

Verfolgen Sie das Rennen

Die Startübertragung beginnt am Donnerstag um 15:00 Uhr auf YouTube. Sie wird außerdem über France TV Sport verbreitet. Geplant sind Expertenkommentare, Interviews und Schalten zu den IMOCA-Yachten.

Nach dem Start bietet die offizielle Website des Défi Azimut eine interaktive Karte mit Positionen und Ranglisten. Die Beiträge der Onboard Reporter werden in die digitale Rennverfolgung eingebunden.

Voraussichtliche Ankunft

Über die gesamte Regatta wird ein Schnitt von rund 12 bis 13 Knoten erwartet, in schnellen Passagen erreichen die Foiler aber mehr als das Doppelte. Am Samstag, 19. September, werden die Boote in Lorient zurückerwartet. Abends folgen Siegerehrung und Feierlichkeiten.

Am Sonntag, 20. September, steht mit dem Tour de Groix der dritte Teil des Défi Azimut auf dem Programm. Der Start ist für 12:30 Uhr vorgesehen. Dabei treten die IMOCA-Yachten mit voller Crew an. Der Rekord liegt seit 2015 bei 1 Stunde, 8 Minuten und 10 Sekunden. Er wurde von Vincent Riou mit der “PRB” aufgestellt.


Welcher der 14 Starter hat für Sie die besten Chancen auf den Sieg der 48H Azimut?

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Janek Struchholz kommt aus dem Bergischen Land, fühlt sich aber vor allem auf dem Wasser zu Hause. Seine Segellaufbahn begann im Optimisten und führte ihn bis in den internationalen Regattasport der 420er-Klasse. Nach der Schule studierte er Medienkultur in Weimar. Heute verbindet er als Volontär seine beiden Welten: Medien und Wassersport. Privat ist er regelmäßig auf dem IJsselmeer unterwegs und steht gelegentlich noch immer an der Regattastartlinie.

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