Man muss erst einmal leisten, was die Franzosen am zweiten der drei Renntage bei der zweiten Vorregatta zum 38. Louis Vuitton America’s Cup hingelegt haben. Nach einem Rennausfall am Vortag waren für die neun Crews von sechs Teams am Samstag vier Rennen angesetzt. Das La Roche-Posay Racing Team eröffnete den Tag nach zwischenzeitlicher Top-Zwei-Platzierung mit einem sechsten Rang. Dann folgte die wohl krasseste Achterbahnfahrt.
Quentin Delapierre, Diego Botin, Jason Saunders und Flo Trittel gewannen das zweite Rennen des Tages. In folgenden Rennen lagen sie wieder dominant in Führung, als sie auf dem letzten Kursabschnitt bei einer Halse an der Kursbegrenzung kenterten. Dieses Mal etwas langsamer als noch beim brutalen Nosedive am Vortag.
Wie stark und schnell die Franzosen an diesem Tag insgesamt agierten, demonstrierten sie gleich nach ihrer zweiten Kenterung binnen 24 Stunden. Ihre vielleicht größte Leistung bestand am Samstag darin, zum nächsten Rennen wieder anzutreten und sogar einen zweiten Tagessieg zu holen. Auch für die Durabilität der AC40-Foiler sprach, dass Bleu-Blanc-Rouge so zügig und so erfolgreich wieder einsatzbereit war.
Was für eine Achterbahnfahrt heute!” La Roche-Posay Racing Team
Das am Vortag mit den Rängen 2 und 1 erfolgreichste Team konnte auch am Samstag insgesamt gut punkten, agierte aber nicht mehr ganz so zwingend: Das Hauptteam von Luna Rossa mit den Steuermännern Peter Burling und Marco Gradoni ersegelte in den vier Samstag-Rennen die Ränge 1, 6, 2 und 3. Zur Verteidigung der souveränen Führung vor dem Sonntagsfinale reichte das deutlich.
Luna Rossas A-Team führt das Klassement vor den letzten beiden Fleetraces und dem Matchrace-Duell der beiden Top-Teams am Sonntag mit 51 Punkten vor den Cup-Verteidigern vom Emirates Team New Zealand (43 Punkte) an. Mit den Rängen 2, 3, 5 und 7 gelang auch dem Tudor Team Alinghi am Samstag ein starker durchschnittlicher vierter Platz, obwohl die Mannschaft nach Hydraulik-Problemen und einer ums Foil gewickelten Kette mit Verspätung auf dem Rennkurs erschienen war. Vor dem Endspurt am Sonntag lagen die Schweizer mit 38 Punkten noch in guter Schlagdistanz zu den Top-Zwei.
Den einzigen Tagessieg für eines der drei Frauen- und Jugendteams holten am Samstag die Kiwis. Dass die Franzosen mit 31 Zählern nach sechs Rennen nur auf Platz sieben liegen, ist den beiden Kenterungen und den damit verbundenen Rennaufgaben geschuldet. Es bleibt spannend, was die SailGP-Fahrer Quentin Delapierre und Diego Botin mit ihren Trimmern am Sonntag womöglich noch daraus machen können.
Frustrierend fällt die bisherige Bilanz der Briten aus, die 2024 in Barcelona noch mit dem Emirates Team New Zealand um den America’s Cup rangen. Ihr Frauen- und Jugendteam Cobham-Ultra GB2 mit Skipperin Hannah Mills lag am Samstagabend mit 29 Zählern auf Platz acht. Dylan Fletcher und das Senioren-Team hatten mit 28 Punkten sogar die rote Laterne des Schlusslichts in ihrem Heck hängen. Zu den Ergebnissen der einzelnen Rennen und dem Zwischenklassement geht es hier (etwas runterscrollen!).
Hier geht es zur Live-Übertragung der letzten beiden Fleetraces am Sonntag und dem Matchrace-Duell der beiden besten Teams nach acht Rennen. Die Sendung beginnt um 14 Uhr.
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Freie Reporterin Sport
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