MeinungFangt endlich an, früher zu melden!

YACHT

 · 27.04.2024

Meinung: Fangt endlich an, früher zu melden!
YACHT-Woche – Der Rückblick
Nils Leiterholt

Liebe Leserinnen und Leser,

Am kommenden Dienstag endet die „Early Entry Fee“ für die Kieler Woche und die Young Europeans Sailing. Ab dann steigt das Meldegeld für alle Klassen erheblich. Warum ist es überhaupt nötig, dass selbst die Veranstalter eines der größten Segelsportereignisse der Welt die Segler mit günstigeren Meldegeldern locken?

Die Antwort ist einfach: Auch Profis brauchen Planungssicherheiten. Wenn die „Early Entry Fee“ ihren Zweck erfüllt, wissen die Veranstalter, mit wie vielen Startern sie zu rechnen haben. Natürlich ist ihnen aus langer Erfahrung bewusst, dass aufgrund von Krankheit oder weil das Boot nicht einsatzbereit ist, sich trotzdem noch Teilnehmer abmelden und dafür ein paar Kurzentschlossene dazukommen werden. Dennoch empfinde ich es als Unart, erst am Donnerstag festzulegen, ob das Kind auf eine Optimisten-Regatta nach Kiel oder an den Starnberger See fährt. Leider spiegelt dieses Verhalten ein großes Problem unserer Gesellschaft wider: das schwindende Gefühl für Verbindlichkeit.

Eigentlich ist unser Segelsport hier eine Ausnahme: Sobald wir mit mehreren Leuten an Bord sind, hat jeder seine Aufgaben und Pflichten. Werden die nicht ordnungsgemäß erfüllt, führt das immer dazu, dass etwas nicht nach Plan läuft. Das gilt für den Fahrten- wie auch den Regattabereich: Zieht ein Crewmitglied nicht rechtzeitig zur Wache auf, so verliert derjenige Zeit, der auf ihn wartet und später zu seiner eigenen Wache wieder pünktlich ist. Wenn sich ein Teammitglied auf der Regattabahn nicht an die einstudierten Abläufe hält, kann ein ganzes Manöver scheitern, die Crew nasse Füße bekommen oder gar ein Materialschaden entstehen.

Eingespielte Crews haben auf der Regattabahn ein ausgeklügeltes „Playbook“, wer von ihnen an Bord zu welchem Zeitpunkt was macht. Warum also nicht auch zu Saisonbeginn eine genaue Planung aufstellen, zu welchem Zeitpunkt welche Rennen gefahren werden.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Die, die am meisten unter dieser kurzfristigen Kultur leiden, sind in erster Linie die vielen ehrenamtlichen Ausrichter verschiedener „Feld, Wald und Wiesen“-Regatten. Den Ehrenamtlern vergeht mit Sicherheit der Spaß, wenn wegen der Windvorhersage keiner kommt. Vor allem in den zahlreichen kleiner strukturierten Vereinen ist die Ausrichtung der Regatta eines der Highlights des Jahres. Wenn dann keine Meldungen, oder in letzter Minute viele Absagen kommen, weil die Segler (oder noch schlimmer, deren Eltern) sich nicht zutrauen, bei dem angekündigten Wind aufs Wasser zu gehen, ist die Enttäuschung groß.

Dabei ist selbst bei widrigen Bedingungen zu beobachten, dass dennoch die Besten ganz vorn sind. Die Segler sollten also so viel sportlichen Ehrgeiz besitzen, trotzdem zu den zugesagten Terminen an der Startlinie zu erscheinen.

Es ist meiner Meinung nach Teil unserer Disziplin, aus den Bedingungen, wie sie gegeben sind, das Beste zu machen. Das ist nicht nur auf die feldtaktische Position an der Startlinie, sondern auch auf den Umgang mit der Windvorhersage zu beziehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns alle an die eigene Nase fassen, für jedes Wochenende auch nur zu einer Veranstaltung melden und nicht am letzten Tag, bevor bezahlt werden muss, die anderen absagen. Frühzeitige, verbindliche Meldungen geben dem Veranstalter Planungssicherheit. Bleiben Sie aus, hat er noch rechtzeitig die Möglichkeit, auf einen anderen Termin zu wechseln.

Dann steht vielen schönen Regatta-Wochenenden nichts mehr im Wege, ich wünsche Ihnen viel Freude unabhängig, ob Sie als Segler, Wettfahrtleitung, Schiedsrichter, Jury oder ehrenamtliche Helfer aktiv werden!

Nils Leiterholt,

YACHT-Volontär

Newsletter: YACHT-Woche

Der Yacht Newsletter fasst die wichtigsten Themen der Woche zusammen, alle Top-Themen kompakt und direkt in deiner Mail-Box. Einfach anmelden:


Draufklicken zum Durchblicken:

Die Woche in Bildern

Zurück auf Kurs: Die Imocas rund um "Malizia - Seaexplorer" sind zurück
Foto: Dani Devine/Team Malizia

Lese-Empfehlungen der Redaktion

yacht/Myproject-122_588dd1e2bf08c53ce7f0b81757956597

Mojito 32 im Test

Das Mini-Konzept wird zur ausgewachsenen Yacht

yacht/100191011_80db34fcfe7bcf6f2844d3200e61b0f6

IDB Marine überträgt das Scow-Konzept aus ihren Mini-Modellen auf eine Größe, die sich ideal für Fahrt- und Familiensegeln eignet. Die Mojito 32 im Test.


The Ocean Race Atlantic

Die Malizia-Crew – Herrmann mal gegen Harris

yacht/4-1_80f828515840c1d6bffdc33c51fe4931

Boris Herrmann und Team Malizia stellen ihre Crew für The Ocean Race Atlantic vor. Nicht dabei ist Will Harris, der fürs Transat das Team wechselt.


DGzRS

Seenotretter beauftragen Prototyp für neue Kreuzer-Klasse

yacht/2026-04-14-prototyp-eines-neuen-seenotrettungskreuzers-fur-die-dgzrs_11e6569699ca95cacdfb2381fcf7aea5

Die DGzRS startet den Bau eines neuen 26,1‑Meter-Seenotrettungskreuzers: mehr Arbeitsfläche, eigener Behandlungsraum, Rundum-Sicht auf der Brücke – plus jetgetriebenes Tochterboot. Prototyp ab 2028 im Dienst.


SW108

“Kalantis”-Premiere in Palma

yacht/drone-sail-sws10803-35_2ead10daf479137ea368b179de2b86a0

Die 35,31 Meter lange “Kalantis” wurde an ihre Eigner übergeben und befindet sich aktuell auf ihrem Überführungstörn nach Mallorca, wo sie im Rahmen der Palma International Boat Show ihre Weltpremiere feiert. Die dritte Einheit des SW108-Modells der südafrikanischen Werft Southern Wind orderte ein erfahrener Segler, der sowohl Weltumsegelungen als auch Regattaeinsätze plant.


Globe40

Erst das Finale, dann Hamburger Hafenfest für Burke und Fink

yacht/668770273-1365179185645885-5497285829931945867-n_a4b67f10a3bbf83137f7bd718c11e789

Im Globe40 läuft die Schlussphase. Die Top-Teams nähern sich Lorient. In Hamburg wird die Willkommensfeier für Lennart Burke und Melwin Fink vorbereitet.


Porträt

Der letzte Schiffsausrüster am Hamburger Rödingsmarkt

yacht/100199898_185074af20db3e4f911f0d4278a76f2f

Früher glich der Hamburger Rödingsmarkt einem maritimen Einkaufsparadies. Heute hält auf Deutschlands berühmter Segelmeile ein Yachtshop die Stellung.


SailGP

“Die Startstrategie etwas aus den Fugen gebracht”

yacht/url-image_7aa1c9382d302a587b2cc79f4f565e01

Die SailGP-Premiere in Rio servierte mehr als eine Überraschung: Die Australier tanzten im Leichtwind, die Briten patzten, Team Germany kann Endspurt.


Lebenstraum

Zu zweit über den Atlantik - die letzte Etappe der Reise

yacht/screenshot-2026-04-02-163302_9507625e634521a4842b7ab6faf68beb

Auf dem letzten Abschnitt ihrer Nordatlantik-Überquerung geht es nach dem Abschied von den Azoren über die Bretagne und den Ärmelkanal in die Nordsee. Fast in einem Rutsch.


Nachruf

Abschied von einem großen Berliner – Farewell, Hermann Noack!

yacht/whatsapp-image-2026-04-12-at-145306_360900d4f352468e7cefa28dd13004d3

Der große Berliner Bildgießer und Segler Hermann Noack ist gestorben. Im Nachruf verneigt sich Tim Kröger vor seinem frühen Mentor und väterlichen Freund.


Sonderklasseyacht „Tilly”

Rendezvous mit einem Klassiker

yacht/4891216-bebo-tilly-xv-segeln-starnberger-see-2022-nkr-0622-022_a3b02d65416278cfacdcb23999565e1b

Einst ersegelte Prinz Heinrich mit der Sonderklasseyacht „Tilly XV“ den Samoa-Pokal auf der Kieler Woche. Zum Rendezvous der Klassiker kehrte sie in diesem Jahr erneut zurück. Das Porträt



Newsletter: YACHT-Woche

Der Yacht Newsletter fasst die wichtigsten Themen der Woche zusammen, alle Top-Themen kompakt und direkt in deiner Mail-Box. Einfach anmelden:

Meistgelesen in der Rubrik Allgemeiner Service