Liebe Leserinnen und Leser,
die Formel 1 des Segelsports war zum ersten Mal in Deutschland und ich finde es mega! Die SailGP gastierte bisher in den Metropolen und feierte ihr Deutschland-Debüt in Sassnitz auf Rügen. Ausgetragen werden die Wettfahrten auf den F50-Katamaranen mit Foils. Die extrem hohen Geschwindigkeiten der Boote in Verbindung mit kurzen Regattabahnen direkt vor Zuschautribünen bieten die Grundzutaten für ein extremes Spektakel und den Erfolg des Formats. Habe ich bisher nur Highlights und spektakulären Bruch des Segel Grand Prix gesehen, so habe ich mir diesmal die Rennen in voller Länge angesehen. Da am Strelasund aufgewachsen, also ganz grob in der Nähe des Austragungsortes, auch etwas getrieben von Lokalpatriotismus.
Mit Segeln, wie Fahrtensegler es kennen, hat die SailGP aber tatsächlich nichts zu tun. Hier wird etwa nach jedem Rennen die Dauer der Flugphase in Prozent berechnet. Richtig gehört: Flugphase. Sobald die 50 Fuß messenden Katamarane von ihren Foils fallen und die Rümpfe die Wasseroberfläche berühren, werden sie im besten Fall nur langsam und im schlimmsten (wenn ein Rumpf zu abrupt ins Wasser einsetzt) Fall kommt es zu zerstörerischen Kenterungen. Denn die Geschwindigkeiten sind, mit teils über 100 Kilometern pro Stunde, absurd hoch. Ja, hier wird in Kilometern gemessen. Was eigentlich nur logisch ist, denn der Vergleich mit der Formel 1 passt einfach.
Vor Sassnitz passte dann auch alles: Der Wind wehte kräftig ablandig, also wenig Welle und viel Speed direkt vor den Zuschauerrängen auf der Mole. Die Fernsehbilder werden (ähnlich wie beim America’s Cup) mit virtuellen Laylines und allerlei Renndaten für jedes der zwölf Teams aufbereitet, sodass auch Regattaunkundige und sogar Nichtsegler auf ihre Kosten kommen.
Und dann gewann in der ersten Wettfahrt sogar das deutsch Team, das noch relativ frisch dabei ist und nicht gerade als Favorit gehandelt wurde. Die Zuschauerränge waren mit 13.000 Schaulustigen besetzt. Wow!
Um die Geschwindigkeit in Fahrtenseglerkategorien zu übersetzen: Mit einem F50-Katamaran wäre man von Sassnitz in einer Stunde drüben in Rønne auf Bornholm. Selbst für regattaerprobte Segler sind diese Dimensionen gewaltig. Aber man schaut ja auch nicht Formel 1, um danach mit 300 Sachen zum Supermarkt zu rasen. Es geht um die unglaubliche Leistung der Teams, den Sportsgeist und auch um die Tragik, wenn Mensch oder Material versagen und es zum Crash kommt. Und all das in Vorpommern, in einem Hafen von dem der Rest der Welt noch nie gehört hat. Ich finde das schön! Und noch besser: Der Segel Grand Prix wird auch kommendes Jahr wieder vor Rügen ausgetragen und das Heulen der Foils wird wieder der neue Sassnitz-Sound (hier super beschrieben von der Kollegin Tatjana Pokorny: SailGP: Wenn die Foiler über die Ostsee brausen – neuer Sassnitz-Sound | YACHT). Und Sassnitz wird auf der Seite des Veranstalters oder beim Scrollen durch den Feed auch in Zukunft in einem Zug mit den ganz großen Metropolen dieser Welt genannt.
Michael Rinck
YACHT-Redakteur
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