Yacht-Test
Viko S 35 Black Edition

Viko Yachts bringt mit der Black Edition eine Variante der S 35 mit mehr Komfort und vor allem gesteigerter Performance. Der Testbericht

  • Michael Rinck
 • Publiziert am 01.11.2021
Schnell selbst bei sehr leichter Brise. Beim zweiten Testschlag überzeugte das große Rigg vollends Schnell selbst bei sehr leichter Brise. Beim zweiten Testschlag überzeugte das große Rigg vollends Schnell selbst bei sehr leichter Brise. Beim zweiten Testschlag überzeugte das große Rigg vollends

YACHT/B. Scheurer Schnell selbst bei sehr leichter Brise. Beim zweiten Testschlag überzeugte das große Rigg vollends

Eins direkt vorweg: Die Viko S 35 ist nicht neu, sie wurde bereits in der YACHT 13/2020 ausführlich getestet. Die neue Version Black Edition bringt jedoch so viele relevante Veränderungen mit, dass ein erneuter Test gerechtfertigt ist.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Viko S 35 war der sehr niedrige Grundpreis von 72.900 Euro, der mittlerweile allerdings bei 90.600 Euro liegt. Das ist nicht nur wachsenden Rohstoff- und Transportkosten geschuldet oder der Tatsache, dass dieser Betrag erzielbar ist. Vieles, was früher als Extra separat zu bezahlen war, ist nun bereits im Preis enthalten.

Zu beachten ist auch: Mit 10,88 Meter Rumpflänge fällt die Viko S 35 sehr groß aus; für Vergleiche bieten sich eher 37 bis 38 Fuß große Boote wie die Hanse 388 oder Bavaria 37 an. Viel Boot fürs Geld also. Zudem ist das von Sergio Lupoli stammende Design sehr gelungen: Die Konstrution wirkt zeitgemäß und ansprechend, mit einer eigenständigen Formensprache.

Besonders auffällig ist die sehr hohe umlaufende Fußreling, die von außen eine Erhöhung der Bordwand ist und schon den Namen Schanzkleid verdient. Neben dem optischen Aspekt vermittelt sie speziell auf dem Vorschiff sehr viel Sicherheit und bietet bei Lage guten seitlichen Halt für die Füße. Als Manko erwies sich im ersten Test die recht geringe Segelfläche, die im Verhältnis zur Verdrängung eine Segeltragezahl von lediglich 3,9 ergab – eher wenig, selbst für ein Fahrtenboot. Die Folge war ein eingeschränktes Geschwindigkeitspotenzial insbesondere auf der Kreuz. Bei 10 bis 15 Knoten Wind waren maximal 5,5 Knoten möglich. Ließ der Wind etwas nach, sackte die Geschwindigkeit unter 5 Knoten. Die niedrigen Werte standen im Missverhältnis zu den performant wirkenden Linien.

Genau an diesem Punkt setzt die Black Edition an. Statt 13,50 Meter Mastlänge sind es bei dieser Ausführung 15,00 Meter. Das Plus von 1,50 Meter in der Höhe bringt 12,35 Quadratmeter mehr Segelfläche am Wind. Zudem ist mit Lite Skin ein Laminat statt weißer Dacrontücher angeschlagen. Dazu kommt reckarmes Tauwerk für Fallen, größere 40er-Winschen von Harken, ein gut nutzbarer Traveller über die gesamte Cockpitbreite und eine Großschot mit einer Übersetzung von 1 zu 8. Bedingt durch das höhere Rigg, wird nur der tiefe Kiel mit 1,95 Metern angeboten.

YACHT/B. Scheurer Die optionale Kuchenbude bringt 8,5 Quadratmeter mehr überdachte Wohnfläche und kann sogar beheizt werden

Weitere Neuheiten bringen eine frische Optik und höherer Wohnkomfort mit sich: So sind die Laufdecks, das Cockpit sowie die Badeplattform mit Flexiteek in dunkler Staboptik mit hellen Kontrastfugen belegt. Dazu passend sind Lazy-Bag und Sprayhood ebenfalls schwarz, sie sollen farblich mit den höherwertigen Segeln harmonieren. Das Cockpit kann durch eine Verbindung von Sprayhood und Bimini sowie mit passenden Seitenwänden bis hinter die Räder von einer Kuchenbude umschlossen werden. So addiert sich eine überdachte Fläche von 8,5 Quadratmetern zum Wohnraum. Durch einen zusätzlichen Ausströmer der Warmluft-Dieselheizung neben dem Steuerstand kann die Kuchenbude sogar beheizt werden.

Wie sich die Black Edition im Test geschlagen hat, lesen Sie in der neuen YACHT 23/2021.


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