Porträt Kurt Reinke
Selbstbau für Langfahrt: die Geschichte der Reinke-Yachten

Sie sind markant, aus Metall und in aller Welt zu Hause: Die Schiffe von Konstrukteur Kurt Reinke polarisieren. Über ihren Erfinder und sein Lebenswerk

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 16.12.2019
Kurt Reinke selbst besaß drei von ihm konstruierte Schiffe – zuletzt eine Reinke 11MS Kurt Reinke selbst besaß drei von ihm konstruierte Schiffe – zuletzt eine Reinke 11MS Kurt Reinke selbst besaß drei von ihm konstruierte Schiffe – zuletzt eine Reinke 11MS

Peter Reinke Kurt Reinke selbst besaß drei von ihm konstruierte Schiffe – zuletzt eine Reinke 11MS

Kurt Reinke hat ein Stück deutscher Yachtbau-Geschichte geschrieben. Der Konstrukteur aus Bremen zeichnete im Laufe seines Lebens gut zwei Dutzend Entwürfe für Boote und Segelyachten, sogar für einige Motorboote. Das Besondere: Jedermann sollte sich mithilfe seiner Bauzeichnungen, Bücher, Unterlagen und persönlichen Beratung eine Langzeit-Yacht, wie Reinke sie nannte, bauen können.

H.-G. Kiesel Kurt Reinke

"Nur Mut!", ermuntert er in passionierter Manier den Leser seiner Informations-Broschüre, die interessierte Selbstbauer für 10 D-Mark bei ihm kaufen konnten. Reinke kann als Vater der deutschen Selbstbau-Szene bezeichnet werden. Hunderte Yachten von sieben bis 17 Meter Länge, überwiegend aus Stahl oder Aluminium, haben Segler, Träumer, Handwerker, aber auch Werften in den vergangenen fünf Jahrzehnten nach seinen Plänen gebaut.

Heute, zwei Jahrzehnte nach dem Tod des Konstrukteurs, sind seine kantigen Metallschiffe vor allem bei Blauwasserseglern beliebt. Nicht wenige Crews, die mit kleinem Budget auf Langfahrt gehen wollten, haben eines der abgebrochenen Selbstbau-Projekte für wenig Geld erstanden und den robusten Rumpf für ihren eigenen Traumtörn vollendet. Bekannte Reinke-Pioniere unter den deutschen Langfahrtseglern sind zudem Heide und Erich Wilts mit ihren drei Yachten namens "Freydis" – allesamt Reinkes.

YACHT/S. Reineke Seine Pläne zeichnete der Konstrukteur stets von Hand

Entsprechend nachgefragt auf dem Gebrauchtmarkt sind heute fertige Boote, vor allem Werftbauten mit Aluminiumrumpf. Neue Kaskos indes werden nur noch vereinzelt in Auftrag gegeben. Nahezu alle Rumpfhersteller des einstigen Selbstbau-Systems haben den Betrieb eingestellt oder sich von Reinke-Yachten abgewandt. Die Zahl der Kunden, die heute eine Baulizenz kaufen, sei pro Jahr einstellig, sagt Peter Reinke. Der Sohn von Kurt Reinke verkauft noch immer die Selbstbau-Pläne, die sein Vater entwickelt hat.

Das Porträt über Kurt Reinke und seine Konstruktionen erscheint in der neuen YACHT 1/2020, die ab heute im Handel und online im Webshop erhältlich ist sowie hier als Digital-Download.


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