SicherheitFiremill als CO₂-Schnelllöscher für die Pantry

Michael Rinck

 · 01.09.2026

Sicherheit: Firemill als CO₂-Schnelllöscher für die PantryFoto: Firemill Sweden AB
Der Feuerlöscher von Firemill ist 40 Zentimeter lang und mit einer herkömmlichen Patrone für Wassersprudler ausgestattet.
Firemill ist ein kompakter CO₂-Schnelllöscher für kleine Entstehungsbrände. In der Pantry kann das Konzept sinnvoll sein, weil das Löschmittel keine Pulverrückstände hinterlässt. Als alleinige Sicherheitsausrüstung an Bord taugt das Gerät jedoch nicht: Hersteller und Testunterlagen beschreiben es ausdrücklich als Ergänzung zu einem regulären Feuerlöscher.

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CO₂-Patrone statt Löschpulver

Der schwedische Hersteller Firemill kombiniert das Gehäuse eines kompakten Löschgeräts mit einer handelsüblichen CO₂-Patrone für Wassersprudler. Durch Drehen des Griffs am Geräteboden wird der Löscher aktiviert. Das Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff an der Flamme und löscht damit rückstandsfrei. Gerade in der Pantry, in der Nähe von Elektrik oder an einem Grill kann das ein Vorteil sein: Nach einem kleinen Entstehungsbrand verteilt sich kein Löschpulver in Schapps, Polstern und Elektronik.

Firemill nennt für das Modell Original eine Höhe von 40 Zentimetern, einen Durchmesser von 7,5 Zentimetern und ein Gewicht von knapp zwei Kilogramm mit 425-Gramm-Patrone. Das Gerät soll sichtbar und griffbereit montiert werden können. Für eine Yacht wäre ein Platz nahe der Pantry naheliegend, nicht aber im Motorraum.

Kleine Flamme, kurzer Einsatz

Entscheidend ist die geringe Löschmittelmenge. Laut dem von Firemill veröffentlichten Prüfbericht lag die Entleerungszeit einer Patrone bei rund neun Sekunden, die wirksame Reichweite wurde mit 1,5 Metern angegeben. Bei einem Entstehungsbrand kann diese kurze Einsatzzeit genügen. Wenn die Flammen bereits größer sind oder sich der Brand ausbreitet, ist der Vorrat jedoch schnell verbraucht.

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Die Kapazitätsversuche wurden nach Herstellerangaben mit DNV-Begleitung geplant und überwacht. Sie orientierten sich an den Brandklassen A, B und F der europäischen Norm EN 3, verwendeten aber kleinere Prüfszenarien als die normierten Mindestprüfbrände. Firemill selbst weist deshalb darauf hin, dass das Gerät die Kriterien eines herkömmlichen Feuerlöschers nicht erfüllt. Die Versuche sind eine Einordnung der möglichen Frühintervention, kein Ersatz für eine EN-3-Löschleistungsangabe.

Praktisch für die Pantry, nicht für den Maschinenraum

Für Segler liegt die Stärke des Konzepts in der schnellen Verfügbarkeit. Ein kleiner Fettbrand in der Pfanne, ein brennendes Tuch oder ein begrenzter Brand an einer elektrischen Komponente lassen sich möglicherweise bekämpfen, bevor ein großer Löscher aus dem Niedergang geholt ist. Firemill beschreibt das Gerät außerdem als wiederbefüllbar. Nach Einsatz oder Übung wird die CO₂-Patrone ersetzt.

Die Grenzen sind an Bord mindestens ebenso wichtig. Für einen Motorbrand, einen Kabelbrand hinter Verkleidungen oder ein Feuer, das bereits auf Möbel, Isolierung oder Treibstoff übergegriffen hat, braucht es einen geeigneten regulären Löscher und ein klares Vorgehen. Welche Ausrüstung zur seemännischen Sorgfaltspflicht gehört, hängt zwar von Boot und Fahrtgebiet ab. Trotzdem sollte ein zusätzlicher Schnelllöscher nicht dazu verleiten, bei der Grundausstattung zu sparen.

Bei CO₂ ist außerdem der Einsatzort zu beachten. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung weist darauf hin, dass bei CO₂-Löschern in kleinen, engen Räumen Erstickungsgefahr entstehen kann. Das betrifft besonders geschlossene Bereiche unter Deck. Bei Rauchentwicklung, einem größeren Brand oder unklarer Lage hat Eigenschutz Vorrang: Alarmieren, Menschen aus dem Gefahrenbereich bringen und Hilfe anfordern.

Kein Ersatz, aber mögliche Ergänzung

Firemill ist kein klassischer Bordfeuerlöscher im Kleinformat. Das Produkt ist als schnell erreichbare Ergänzung für sehr kleine Brände konzipiert. Sein Vorteil liegt im sauberen Löschmittel und in der unkomplizierten Handhabung. Sein Nachteil ist die begrenzte Löschdauer.

Wer einen Firemill an Bord einsetzen möchte, sollte ihn deshalb als Pantry-Löscher verstehen: griffbereit, mit voller Patrone und ergänzt durch die für Boot, Motoranlage und Fahrtgebiet passende Sicherheitsausrüstung. Wie bei jedem Löschgerät gilt: Die Bedienung muss vor dem Ernstfall bekannt sein. Hinweise für das richtige Verhalten bei einem Brand liefert auch der YACHT-Ratgeber „Feuer auf See: Das ist bei einem Brand zu tun“. Für die allgemeine Sicherheitsausrüstung an Bord lohnt zudem der Blick auf die Ausrüstungspflicht und sinnvolle Bordausrüstung. Einen Überblick zu unterschiedlichen Löschertypen gibt der YACHT-Vergleich von Feuerlöschern.

Die technischen Angaben zu Firemill stammen aus der Produktbeschreibung des Herstellers und dessen Kapazitätsversuchen.

Wäre ein rückstandsfreier Schnelllöscher in Ihrer Pantry eine sinnvolle Ergänzung, oder setzen Sie an Bord ausschließlich auf klassische Feuerlöscher?

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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