PflegeSprayhood reinigen – So entfernen Sie Stockflecken und Algen

Hauke Schmidt

 · 09.04.2026

Pflege: Sprayhood reinigen – So entfernen Sie Stockflecken und AlgenFoto: YACHT/A. Lindlahr
Sichtkontrolle. Stockflecken entstehen meist auf der Innenseite der Sprayhood
Nach wenigen Jahren zeigen sich an der Sprayhood hässliche Gebrauchsspuren: Grüne Nähte und Flecken außen, schwarze Stockflecken (Spak) innen. Die Baumpersenning wird durchlässig, trocknet langsam und bietet Algen und Schimmel ideale Bedingungen. Wir zeigen, wie Sie Sprayhood und Persenning reinigen – selbst oder beim Profi – und das Tuch wieder wasserdicht machen.

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Grüne Seife und Schrubben helfen beim Sprayhood-Reinigen leider nicht weiter. Auch die Baumpersenning leidet: Das Tuch weicht bei Regen durch, trocknet langsam ab und schützt das darunterliegende Segel nicht mehr richtig. Das fördert weiteren Befall durch Schimmel und Algen. Eine gründliche Reinigung und neue Imprägnierung sind nötig – entweder in Eigenregie oder beim Fachmann.

Profi-Reinigung: Teuer, aber gründlich

Eine Möglichkeit ist die professionelle Sprayhood-Reinigung beim Segel- oder Persenningmacher. In der Regel gibt dieser das Verdeck an eine darauf spezialisierte Großreinigung wie Zonklaar weiter. Die Preise richten sich nach dem Gewicht der Plane.

Kosten-Beispiel:

  • Sprayhood für eine Zehn-Meter-Yacht (ca. 3,5 Kilogramm): ca. 270 Euro
  • Baumpersenning: weitere 210 Euro
  • Gesamt: ca. 480 Euro
  • Dauer: Bis zu vier Wochen (inkl. Hin- und Rücktransport)

Wer schneller Erfolg möchte und Kosten sparen will, greift zur Eigeninitiative.

​Sprayhood und Persenning selber reinigen

Die Reinigung erfolgt in drei Arbeitsschritten: Vorreinigung, Stockfleckenentfernung und Imprägnierung. Allein durch die Trockenzeiten zwischen den Arbeitsschritten ist man gut zwei Tage beschäftigt.

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Der Griffbereich an der Hinterkante der Sprayhood ist stark verschmutzt
Foto: YACHT/H. Schmidt
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Stockflecken bekämpfen

Unerschrockene rücken Algen und Spak mit verdünntem Hygienereiniger zu Leibe. Das darin enthaltene Natriumhypochlorit macht mit organischen Verschmutzungen kurzen Prozess. Bei Kunstfasertüchern eigentlich kein Problem, doch die Wirkung lässt sich schlecht steuern, und für die Nähte kommen oft mit Baumwolle umsponnene Fäden zum Einsatz. Die Naturfaser quillt bei Nässe auf und sorgt so für regendichte Nähte. Die aggressive Chlor-Verbindung setzt der Baumwolle aber zu und verkürzt ihre Lebensdauer deutlich. Daher sollten besser spezielle Persenningreiniger zum Einsatz kommen, wie sie beispielsweise beim MTS-Schimmelservice oder Ultramar aus Holland zu haben sind. Bei korrekter Anwendung ist das Risiko von übermäßigem Nahtverschleiß deutlich geringer. Beide Anbieter sind seit Jahrzehnten am Markt und die Produkte tausendfach erprobt.

Der Power Cleaner enthält Chlor und sollte gleichmäßig aufs trockene Tuch aufgesprüht werden
Foto: YACHT/H. Schmidt
Nach der Vorreinigung geht es Spak und Algen an den Kragen. Der Power Cleaner muss eventuell mehrfach angewendet werden, entfernt aber auch tief im Gewebe sitzende Verschmutzungen

Persenningstoffe sind in der Regel UV-beständig eingefärbt, vor Ausbleichen muss man sich daher keine großen Sorgen machen. Lediglich bei hellbeigen Baumwollmischgeweben ist Vorsicht geboten.

Laut Gerhard Macht vom Schimmelschutzservice können im Produktionsprozess eisenhaltige Ablagerungen im Stoff entstehen. Daher neigen sie beim Einsatz des Stockfleckenentferners Tentoclean zu Verfärbungen. Er empfiehlt daher die Vorbehandlung mit seinem Faserschutzmittel. Andere Farbtöne oder reine Kunstfasertücher sind nach seinen Angaben unkritisch.

Macht nennt auch Gründe für die zunehmende Algen- und Stockfleckenproblematik: „Die verschärften Biozidrichtlinien verhindern die wirksame Ausrüstung der Stoffe.“ Bei nicht idealer Lagerung setzt das Material daher schon beim Persenningbauer Spak an. Ab 60 Prozent Feuchte fühlen sich die Schimmelpilze wohl – ein Wert, der bei Persenningen und Sprayhood im Frühjahr und Spätsommer schnell erreicht ist. Die starken Temperaturschwankungen sorgen dann für viel Kondenswasser.

Imprägnierung ist wichtig

Dass die Persenning durch eine gute Imprägnierung wasserdicht wird, ist fast ein Nebeneffekt. Mindestens genauso wichtig ist es, das Durchfeuchten des Stoffs zu verhindern, damit er schnell abtrocknen kann. Zudem wirkt der Wasserschutz auch fettabweisend. Damit lässt sich das Tuch leichter reinigen, und Algen und Schimmel finden weniger Nährstoffe.

Die Imprägnierung kann auf­gesprüht, gepinselt oder gerollt werden. Am besten auf der Innenseite beginnen
Foto: YACHT/H. Schmidt
Die Imprägnierung macht das Tuch wieder wasserdicht. Außerdem trocknet es schneller, das schützt vor frühzeitigem Neubefall durch Algen und Spak

Hochwertige Imprägnierungen überstehen auch Waschgänge ohne Probleme. Durch die mechanische Belastung beim Falten des Tuchs, Hagel und Starkregen nutzen sie sich aber ab, daher muss der Schutz alle zwei bis drei Jahre erneuert werden. Dabei sollte die Persenning flach liegen und immer beidseitig bearbeitet werden. Entscheidend für den Erfolg ist zudem, dass keine Putzmittelreste im Tuch stecken und die angegebenen Trockenzeiten beachtet werden.

Auch die Scheiben pflegen

Sprayhoodscheiben sind empfindlich. Wasserflecken und Schmutz lassen sich mit <a href="http://www.vuplex.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Vuplex</a> schonend ent­fernen. Einsprühen und mit einem sauberen Mikrofasertuch polieren, so verschwinden sogar leichte Kratzer | YACHT/H.  SchmidtSprayhoodscheiben sind empfindlich. Wasserflecken und Schmutz lassen sich mit Vuplex schonend ent­fernen. Einsprühen und mit einem sauberen Mikrofasertuch polieren, so verschwinden sogar leichte Kratzer | YACHT/H. Schmidt

Zeitaufwand beachten

Das Ganze dauert zwar keine vier Wochen, der Zeitaufwand sollte aber nicht unterschätzt werden. Allein durch die nötigen Trockenzeiten zwischen Vorreinigung und Algenbekämpfung und vor der Imprägnierung ist man gut zwei Tage beschäftigt. Die nötigen Putzmittel für Sprayhood und Persenning kosten etwa 100 Euro.


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Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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