GFK-Decks mit eingeformter Antirutschstruktur sind langlebig, leicht und robust. Wenn sie in die Jahre kommen, lassen sie sich aber schwer sauber halten. Wie auf glatten Flächen verwittert das Gelcoat auch hier und Verschmutzungen setzen sich in den Vertiefungen fest. Besonders auffällig wird der Kontrast, wenn Rumpf und Aufbau frisch poliert glänzen, während das Deck stumpf und schmutzig bleibt.
Mit normalen Bürsten und Decksreinigern kommt man nicht weit – der Schmutz in den Tälern bleibt zurück. Auch klassisches Polieren funktioniert nicht: Schwamm oder Lammfell erreichen nur die Gipfel der Struktur; in den Tälern bleibt der Schmutz. Bei groben Strukturen, wie sie etwa ältere X-Yachts haben, werden die Poliermaterialien regelrecht zerrieben. Der Verschleiß ist enorm, der Effekt der Reinigung gleich null.
Nach diversen Experimenten mit verschiedenen Materialien brachte ein Tipp vom Poliermittelhersteller den Durchbruch: Poliermittel und eine harte Bürste – allerdings nicht per Hand, sondern mit einem Bürstenaufsatz am Akkuschrauber verarbeitet. Mit der rotierenden Bürste schleift die Politur auch in Vertiefungen und löst so hartnäckigen Schmutz.
Das Ergebnis ist kein Hochglanz, was bei einem Antirutschdeck auch nicht erwünscht wäre, aber eine deutlich sauberere, glattere Oberfläche. Allerdings sollte man den Arbeitsaufwand nicht unterschätzen. Je nach Strukturtiefe und Verschmutzungsgrad schafft man mit einer Akkuladung gerade einmal 1,5 bis 2 Quadratmeter. Die Maschine zieht kräftig, und es geht ordentlich in die Arme. Zudem sollten Holzteile abgeklebt werden, denn die Bürste verteilt Politur und gelösten Schmutz großzügig in der Umgebung.
Entscheidend ist die Wahl des Poliermittels. Es sollte wasserbasiert und ohne Wachse sein, damit es sich besser reinigen lässt. Produkte wie Mirka Polarshine 45, Sealine S1 oder Menzerna Green Line sind geeignet. Diese sogenannten One-Step-Polituren sind grob genug, um Verschmutzungen abzuschleifen, auf glattem GFK würden sie von matt bis Hochglanz polieren. Auf Strukturdecks erreicht man zwar keinen Glanz, dafür aber genau den gewünschten Reinigungseffekt.
Die Arbeitsweise ist simpel: Kleine Flächen vornehmen, Politur satt auftragen und zunächst mit niedriger, dann mit etwas höherer Drehzahl bearbeiten. Ein wichtiger Trick: Von Zeit zu Zeit die Drehrichtung des Akkuschraubers wechseln. So erwischt man alle Flanken der Vertiefungen und die Bürste bleibt aggressiv.
Nach dem Polieren muss die Fläche gründlich mit einem Mikrofasertuch und Wasser gereinigt werden. Erst beim Abwischen merkt man, wie viel Material tatsächlich im Spiel war. Nach dem Trocknen nachwischen, um Staubreste zu entfernen. Dann kommt die Polymer-Versiegelung: Sie verhindert, dass sich schnell wieder neuer Schmutz festsetzt. Wer ein Deck mit wenig Struktur bearbeitet, sollte vorsichtig sein: Hier kann die Versiegelung die Oberfläche sehr rutschig machen.
Verfärbungen lassen sich mit einem Gelcoatreiniger gut entfernen. Den tief liegenden Schmutz erreicht man mit dieser Reinigung nicht.
Holzteile abkleben, dann wird die Schleifpolitur satt aufgetragen. Eine mittlere Körnung wählen.
Die Politur mit langsamer Drehzahl verteilen und mit höherer Drehzahl einarbeiten. Dabei die Drehrichtung …
… wechseln, damit alle Flanken geschliffen werden. Wasser-Sprühnebel hält den Arbeitsbereich feucht.
Die Politurreste gründlich entfernen und mit Wasser nachwischen, anschließend wird die Fläche versiegelt.
Im direkten Vergleich wird deutlich, wie effektiv die Reinigung der Antirutschstruktur ist.

Redakteur Test & Technik