Hauke Schmidt
· 31.05.2026
Veleria San Giorgio arbeitet seit über einem Jahrhundert im Bereich der maritimen Sicherheitsausrüstung und der Rettungssysteme. Kanguro ist die weltweit erste Rettungsweste, die speziell für Eltern entwickelt wurde, die Babys oder sehr kleine Kinder tragen. Bei Rettungsaktionen im Mittelmeer sind die Retter regelmäßig mit Situationen konfrontiert, in denen herkömmliche Schwimmhilfen für Säuglinge oder Neugeborene nicht geeignet sind.
Jährlich werden weltweit mehr als 50 Millionen Rettungswesten produziert – für Erwachsene und für ältere Kinder, aber nicht für Eltern, die ein neugeborenes Baby halten. Kanguro ist die erste Kleinkind-Rettungsweste der Welt, die Elternteil und Kind zusammenhalten kann. Das Projekt bringt Universitäten, Designer und Studierende zusammen, um ein Thema anzugehen, das in der Bootsbranche selten behandelt wird: das Überleben sehr kleiner Kinder auf See in Begleitung ihrer Eltern.
Das Gerät soll die beiden Personen in einer stabilen Position halten, wenn sie sich im Wasser befinden, und das Risiko einer Trennung in rauer See verringern – ein häufiges Phänomen bei improvisierten Evakuierungen oder beim Kentern überfüllter Boote. Bei der Umsetzung des Konzepts in eine einsatzfähige Vorrichtung stützte sich das Projektteam auf die Erfahrungen von Veleria San Giorgio. Der Hersteller war an der Prototypenentwicklung und den Funktionstests für die Rettungsweste beteiligt. Dabei ging es vor allem um Auftrieb, Stabilität und das Verhalten des Geräts unter rauen Seebedingungen.
Das Projekt wurde in Mailand im Rahmen der XXIX. Ausgabe des Compasso d'Oro vorgestellt. Kanguro ist derzeit im ADI Design Museum Mailand im Rahmen der Ausstellung zum Compasso d'Oro ADI zu sehen. Das System geht nun von der Erprobungsphase in die Produktion und soll nächstes Jahr auf den Markt kommen. Damit könnte es auch für Segler mit Babys an Bord als Sicherheitslösung relevant sein.

Redakteur Test & Technik