SeawingRobuster Schleppgenerator aus Frankreich

Hauke Schmidt

 · 30.11.2025

Die Konstruktion des Seawing ist simpel und robust, Auftriebskörper und Flosse sorgen für ein stabiles Schleppverhalten.
Foto: YACHT / Michael Rinck
Der Seawing-Hydrogenerator aus Frankreich wirkt etwas grobschlächtig, setzt dafür aber auf simple und robuste Technik. Der Schleppgenerator soll ab drei Knoten Fahrt elektrische Energie erzeugen und ist auf eine maximale Leistung von 600 Watt begrenzt. Die Steuerung und Überwachung übernimmt eine Smartphone-App.

Der Seawing ist ein geschleppter Hydrogenerator mit zwei gegenläufigen Propellern. Das System wird über eine Leine mit dem Boot verbunden. Das für die Stromübertragung nötige Kabel ist im Inneren des Tauwerks untergebracht und soll so vor mechanischen Beschädigungen geschützt sein. Der Auftriebskörper in Kombination mit der massiven Edelstahlflosse soll für stabiles Nachschleppen unter der Oberfläche sorgen.

Robuste Konstruktion

Der Seawing besteht aus einem Rahmen aus seewasserbeständigem Aluminium, an dem zwei gegenläufige Propeller, ein Schwimmkörper und eine Edelstahlflosse befestigt sind. Um Korrosionsprobleme zu vermeiden, sind Opferanoden an den Propellern und an der Flosse angebracht. Das Gesamtgewicht des Schleppgenerators beträgt etwa sechs Kilogramm, und die Propeller haben einen Durchmesser von 240 mm. Diese Propellergröße eignet sich für langsame Boote mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen fünf und sechs Knoten. Für schnellere Yachten empfiehlt der Hersteller die Verwendung der 210-mm-Hochgeschwindigkeitspropeller.

Die Leistung des Seawing ist softwareseitig auf eine maximale Leistung von 600 Watt begrenzt. Wenn dieses Maximum erreicht wird, reduziert der Schleppgenerator seine Leistung automatisch. Die Motoren sind vollständig mit Polyurethanharz und Silikon vergossen (Wicklung und Magnete). Ein zusätzliches Keramiklager an der Rückseite des Motors wirkt dem Zug der Propeller entgegen.

Einfache Installation

Die Leine des Schleppgenerators wird mit einem Edelstahlkarabiner am Boot befestigt. Damit der Generator die optimale Arbeitstiefe erreicht, sollte der Anschlagspunkt maximal einen Meter über der Wasserlinie liegen. Die Steuereinheit des Seawing besteht aus zwei unabhängigen Motorsteuerungen. Der Hersteller verspricht einen elektrischen Wirkungsgrad von über 95 Prozent, was für geringe Abwärme sorgen sollte. Die Software erkennt automatisch, ob ein 12- oder 24-Volt-Bordnetz vorhanden ist, und passt ihre Einstellungen entsprechend an. Der Ruhestrom der Elektronikbox im ausgeschalteten Zustand beträgt etwa 600 Mikroampere, was sicherstellt, dass die Batterie auch nach monatelanger Nichtbenutzung geladen bleibt. Der Schleppgenerator wird mit einer Smartphone-App überwacht und auf die an Bord vorhandene Batteriechemie eingestellt. Zur Auswahl stehen Blei-Säure-, Li-Ion- und LiFePO4-Akkus. Zudem kann die Kabellänge zwischen Elektronikbox und Batterien konfiguriert werden, um den unumgänglichen Spannungsabfall auszugleichen und die korrekte Ladeschlussspannung zu erreichen. Das System kann direkt beim Hersteller bezogen werden und kostet rund 2000 Euro.

Technische Daten:

  • Gewicht: ca. 6 kg
  • Propellerdurchmesser: 240 mm (Standard), 210 mm (Hochgeschwindigkeit)
  • Rahmen: Aluminium
  • Korrosionsschutz: Opferanoden an Propellern und Flosse
  • Startgeschwindigkeit: 3 Knoten
  • Maximale Leistung: 600 Watt (softwarebegrenzt)
  • Elektrischer Umwandlungswirkungsgrad: über 95%
  • Automatische Spannungserkennung: 12V oder 24V
  • Batteriechemie-Einstellungen: Blei-Säure, Li-Ion, LiFePO4

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