ScanstrutRundumlicht für kleine Boote

Michael Rinck

 · 17.10.2026

Das Wireless Powered Navlight von Scanstrut ist ein weißes Rundumlicht für kleine Boote.
Scanstrut stellt mit dem Navlight ein abnehmbares weißes Rundumlicht für kleine Boote vor. Der Mast erhält Strom kontaktlos aus einer fest montierten Basis. Das soll korrodierende Steckkontakte vermeiden.

Das Scanstrut Navlight richtet sich vor allem an Segler, die ihr Beiboot oder eine kleine Jolle bei Dunkelheit nutzen. Ein weißes Rundumlicht ist schnell eingesetzt und lässt sich nach der Fahrt wieder abnehmen. Der Vorteil der neuen Konstruktion liegt in der Verbindung zur Halterung: Statt offener Metallkontakte wird der Strom zwischen Basis und Mast kontaktlos übertragen.

Abnehmbarer Mast, feste Stromversorgung

„Wireless“ bezeichnet hier nur die Übertragung zwischen Halterung und Licht. Die Basis braucht weiterhin einen Anschluss an das 12-Volt-Bordnetz. Das Navlight ist damit weder ein Batterielicht noch eine frei platzierbare Leuchte für Boote ohne passende Stromversorgung. Für den Einbau nennt Scanstrut eine Bohrung von 48 Millimetern.

Das weiße LED-Licht stammt laut Scanstruts Produktbeschreibung von Perko und soll zwei Seemeilen weit sichtbar sein. Scanstrut nennt Masten mit 600 und 1.200 Millimetern Länge. Eine Abdeckung schützt die Aufnahme bei entferntem Mast, eine Verriegelung sichert ihn im Betrieb. Scanstrut nennt IPX6 für die Konstruktion und IPX4 für den Deckel. Ob die kontaktlose Verbindung unter Bordbedingungen langfristig zuverlässiger ist als eine gepflegte Steckverbindung, lässt sich ohne Praxistest nicht beurteilen.

Wann genügt ein weißes Rundumlicht?

Nach Regel 23 der Kollisionsverhütungsregeln darf ein Maschinenfahrzeug unter sieben Metern mit höchstens sieben Knoten Höchstgeschwindigkeit ein weißes Rundumlicht führen. Seitenlichter müssen hinzukommen, wenn ihre Anbringung möglich ist. Bei schnelleren oder größeren Motorbooten reicht dieses einzelne Licht als Fahrbeleuchtung nicht aus. Für ein Beiboot wäre diese Art der Beleuchtung aber ausreichend.

Für kleine Boote unter Segel gelten andere Bestimmungen. Auf deutschen Seeschifffahrtsstraßen schreibt Paragraf 10 der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung für Segelfahrzeuge unter zwölf Metern, die die üblichen Lichter nicht führen können, mindestens ein weißes Rundumlicht vor. Ob das Navlight für das eigene Boot passt, hängt also von Antrieb, Fahrtgebiet und der möglichen Anbringung weiterer Lichter ab. Wer eine Nachtfahrt vorbereitet, sollte die Lichterführung und übrige Beleuchtung vor dem Ablegen prüfen, nicht erst in der Dämmerung. Hinweise zur korrekten Lichterführung finden sich auch in unseren Premium Guides.

Scanstrut nennt für das Produkt mehrere Normen, darunter ABYC C-5 und die KVR. Daraus allein lässt sich keine pauschale Eignung für jedes Fahrtgebiet ableiten. Ein Preis für Deutschland und ein belastbarer Termin für die hiesige Verfügbarkeit stehen auf der Produktseite nicht. Die kontaktlose Aufnahme ist ein nachvollziehbarer Vorteil für regelmäßig abgenommene Beibootlichter.

Buchtipp

Yacht-Bordbuch von Hans Donat behandelt die Lichterführung auf See sowie Schallsignale und Schifffahrtszeichen. Damit ergänzt es die Frage, welches Licht ein Beiboot unter Segel oder Motor führen muss, um die Verkehrsregeln im jeweiligen Fall. Das kompakte Handbuch fürs Cockpit enthält außerdem Navigationsgrundlagen und Hinweise zu Funk und Bordelektrik. Die Registermarken helfen dabei, ein Thema unterwegs wiederzufinden.

Würden Sie für ein abnehmbares Beibootlicht eine kontaktlose Stromverbindung wählen? Schreiben Sie Ihre Erfahrungen in die Kommentare.

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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