Hauke Schmidt
· 30.03.2026
Das innovative Kartenplotter-System unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Kartenplottern. Statt eines All-in-One-Geräts wird die komplette Elektronik in einer separaten Q Core Unit (Blackbox) untergebracht, die unabhängig vom Display montiert werden kann. Das Display selbst ist extrem flach und wird über ein einziges Q CoreLink-Kabel mit der Blackbox verbunden – dieses Kabel überträgt sowohl Strom als auch Daten.
Diese Trennung von Display und Elektronik ist in erster Linie für Motorboote gedacht, eröffnet aber auch auf Segelyachten Montageoptionen, die mit klassischen Kartenplottern nur schwer möglich sind. Beispielsweise kann das flache Display direkt über oder neben dem Schiebeluk montiert werden – gut sichtbar vom Cockpit aus. Die Q Core Unit mit allen Anschlüssen sitzt tiefer im Boot, wo Platz ist und wo die Kabelwege zu AIS, Radar und anderen Systemen kürzer sind. Bei herkömmlichen Kartenplottern gibt es oft Probleme mit der Einbautiefe und der Verkabelung. An jede Q Core Unit lassen sich bis zu zwei Displays gleichzeitig anschließen. Das ermöglicht zum Beispiel ein Display in der Naviecke und ein zweites in der Plicht – beide zeigen dieselben Kartendaten, können aber unterschiedliche Größen haben.
Das Display wird mit einem kleinen Sockel auf einer flachen Fläche von 180 × 70 Millimetern verschraubt – etwa so groß wie ein Smartphone. Für das Q CoreLink-Kabel ist nur ein kleines rundes Loch erforderlich. Zum Vergleich: Ein Raymarine Axiom 12 Kartenplotter benötigt einen Ausschnitt von etwa 300 × 200 Millimetern, ein Garmin GPSMAP 8612 Kartenplotter sogar 329 × 211 Millimeter. Das Q Display Float ist in drei Varianten verfügbar: zehn Zoll im Standard-Format sowie zwölf und 15 Zoll als Widescreen-Versionen. Alle drei Modelle nutzen dieselbe Installationshalterung und denselben Montage-Fuß.
Ein wichtiger Unterschied zu den bisherigen Q-Display-Modellen ist die mattierte Displayoberfläche. YACHT hatte das Q2-Display von Q Experience bereits 2024 im Vergleichstest mit B&G Zeus S und Raymarine Axiom 2 Pro Kartenplottern getestet. Dabei zeigte sich, dass das Q2-Display gut auf Eingaben reagiert und eine leicht verständliche Benutzeroberfläche bietet – allerdings hatten frühere Generationen bei direkter Sonneneinstrahlung mit Reflexionen zu kämpfen.
Das Q Display Float setzt nun auf eine entspiegelte, mattierte Oberfläche, die laut Hersteller auch bei starkem Licht eine deutlich bessere Ablesbarkeit bieten soll. Die Bedienung des Kartenplotters erfolgt per Touchscreen. Für die Grundfunktionen gibt es zusätzlich eine abgesetzte Funkfernbedienung – praktisch bei Regen oder nassen Händen, wenn die Touch-Bedienung an ihre Grenzen stößt.
Wie seine Vorgänger, die vom Hersteller nun Classic-Displays genannt werden, kommt das Float-Display mit integriertem Internetzugang und SIM-Karte. Damit ist der Kartenplotter immer online und kann „over the air“ aktualisiert werden oder Wetterinformationen abrufen. Zudem kann der Plotter über die Q-Guard-App zur Fernüberwachung des Bootes eingesetzt werden. Inwieweit das Float-Display Segelfunktionen unterstützt und ob es eventuell auch als NKE-Variante auf den Markt kommen wird, ist derzeit nicht bekannt.
Nextfour hat bisher nur für die 10-Zoll-Version einen Preis veröffentlicht. Inklusive 25 Prozent finnischer Mehrwertsteuer soll das Float-Display 2.689 Euro kosten. Zum Vergleich: Das Q2 Display kostete 2024 etwa 2.600 Euro für die 12-Zoll-Variante und lag damit preislich zwischen dem B&G Zeus S Kartenplotter (rund 1.700 Euro) und dem Raymarine Axiom 2 Pro Kartenplotter (rund 2.960 Euro). Weitere Informationen: www.nextfour.com
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Redakteur Test & Technik