ElektronikGarmin GMI 40 – neues Touch-Instrument

Hauke Schmidt

 · 07.09.2026

Das Garmin GMI 40 besitzt keine Tasten und wird ausschließlich über das Touchdisplay bedient.
Foto: Garmin
Garmin bringt mit dem GMI 40 ein neues Multifunktionsinstrument. Das 4,3 Zoll große Touchdisplay kann Wind, Tiefe, Fahrt, Kurs und weitere Daten aus dem Bordnetz übersichtlich darstellen.

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Garmin erweitert sein Instrumentenprogramm um das GMI 40. Das neue Farbdisplay soll wichtige Borddaten an einem festen Platz im Cockpit bündeln, während der Kartenplotter für Seekarte, AIS, Radar oder Echolotbild frei bleibt. Wer beim Steuern Windwinkel, Fahrt durchs Wasser, Tiefe und Kurs gleichzeitig im Blick behalten möchte, muss nicht zwischen verschiedenen Plotterseiten wechseln. Das Garmin GMI 40 besitzt ein 4,3 Zoll großes Farb-Touchdisplay mit 800 mal 480 Pixeln. Die Anzeige lässt sich mit unterschiedlichen Datenfeldern und Instrumentenseiten konfigurieren.

Winddaten dort, wo sie gebraucht werden

Für Segler liegt der Schwerpunkt weniger auf Motor- und Tankwerten als auf den klassischen Instrumentendaten. Das GMI 40 kann unter anderem scheinbaren und wahren Wind, Windwinkel, Bootsgeschwindigkeit, Tiefe, Wassertemperatur, Kurs und GPS-Fahrt anzeigen.

Ob das neue Display an Bord wirklich einen Nutzen bringt, entscheidet aber die Qualität des Gesamtsystems. Wahren Wind kann ein Instrument nur anzeigen, wenn Windgeber, Logge und Kursquelle passende und möglichst sauber kalibrierte Daten liefern. Bei älteren Anlagen sollten Eigner deshalb vor der Nachrüstung zunächst prüfen, welche Geber, Bussysteme und Konverter bereits vorhanden sind. Unsere Übersicht zeigt, wann sich betagte Instrumentensysteme erweitern lassen und wann ein Austausch sinnvoller ist.

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Touchscreen statt Tasten

Im Vergleich zum weiterhin verfügbaren Garmin GMI 20 setzt das GMI 40 auf eine Touch-Bedienung und ein etwas größeres Display. Das GMI 20 arbeitet mit Tasten und einem vier Zoll großen Farbdisplay. Garmin bietet für den Umstieg vom GMI 20 eine Adapterplatte an. Sie soll den Einbau in einen vorhandenen Ausschnitt erleichtern.

NMEA 2000 als Voraussetzung

Das GMI 40 wird über NMEA 2000 und Garmins BlueNet-Netzwerk eingebunden. NMEA 2000 ist dabei der entscheidende Standard für die Nachrüstung: Geber und Anzeigen werden an eine gemeinsame Backbone-Leitung angeschlossen und können ihre Daten im Netz bereitstellen. Auf modernen Yachten ist das meist unkompliziert. Bei Mischsystemen aus NMEA 0183, SeaTalk, SimNet oder älteren proprietären Instrumenten muss dagegen vorab geklärt werden, ob ein Konverter nötig ist.

Ein Beispiel für eine solche Brückenlösung ist der Pitufino V1.2, der unterschiedliche Datenprotokolle zusammenführen kann. Für das GMI 40 selbst gilt: Es ersetzt keine fehlenden Sensoren und löst Kompatibilitätsprobleme alter Netzwerke nicht automatisch. Es stellt in erster Linie die Daten dar, die das Bordnetz zuverlässig liefert.

Drahtlos kann das Instrument laut Garmin mit gWind-Wireless-Gebern, Marine-Fernbedienungen und quatix-Marine-Smartwatches kommunizieren. Software-Updates sollen über die ActiveCaptain-App eingespielt werden können. Die Einbindung einer Uhr kann praktisch sein, wenn Wind-, Tiefen- oder Kursdaten auch beim Vorschiffmanöver oder unter Deck verfügbar sein sollen. Garmin hatte diese Rolle der Quatix schon früh als mobile Tochteranzeige fürs NMEA-2000-System angelegt.

Bundles für die Windanlage

Neben dem Einzelgerät bietet Garmin mehrere Pakete an. Je nach Variante gehören ein kabelgebundener oder drahtloser gWind-Geber sowie Tiefen-, Geschwindigkeits- und Temperaturgeber dazu. Die Wireless-Sail-Bundles sollen besonders den Aufwand am Mast reduzieren: Bei Masten bis 15 Meter Länge entfällt die Kabelverlegung zum Windgeber.

Der DST820-Smart-Geber erfasst laut Garmin Tiefe, Fahrt und Wassertemperatur. Zusätzlich liefert er Lagewerte für Krängung, sowie Stampf- und Rollbewegungen. Die GDT-43- und GST-43-Geber richten sich dagegen an Eigner, die vorhandene 43-Millimeter-Rumpfdurchbrüche weiter nutzen möchten.

Das GMI 40 soll als Einzelgerät rund 700 Euro kosten, die Sets mit Geber kosten je nach Umfang 1.200 bis 2.100 Euro.

Technische Daten

MerkmalGarmin GMI 40
Display4,3 Zoll Farb-Touchdisplay, 800 x 480 Pixel
Abmessungen115 x 91 x 30 Millimeter
Gewicht250 Gramm
VernetzungNMEA 2000, Garmin BlueNet, ANT+, WLAN
SchutzartIPX7
Darstellbare DatenWind, Geschwindigkeit, Tiefe, Kurs, Motor, Kraftstoff
UVP699,99 Euro

Buchtipps

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Wäre ein separates Multifunktionsinstrument an Ihrem Steuerstand sinnvoll, oder reichen Ihnen Wind-, Tiefen- und Fahrtdaten auf dem Kartenplotter? Schreiben Sie uns, welche Werte Sie beim Segeln dauerhaft im Blick behalten möchten.

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Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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