Hauke Schmidt
· 19.02.2026
Mit dem veLink adressiert Digital Yacht ein häufiges Integrationsproblem auf Segelyachten: Batteriemonitore, Solarregler, Ladegeräte und Wechselrichter von Victron sind enorm beliebt, nutzen aber herstellereigene Kommunikationsprotokolle wie VE.Direct und VE.Bus. Für die Integration ins maritime NMEA 2000-Netzwerk war bisher entweder aufwendige Verkabelung oder das teure Cerbo GX-Energiemanagementsystem nötig. Das neue Gateway bietet nun eine einfachere und günstigere Lösung für kleinere Installationen, bei denen lediglich die elektrischen Daten auf dem Plotter angezeigt werden sollen – ohne zusätzliche App und ohne Verkabelung auf der Victron-Seite.
Das veLink NMEA 2000 Gateway nutzt Bluetooth zur drahtlosen Verbindung mit Victron-Geräten. Die Installation beschränkt sich darauf, das Interface an einem freien Port in den NMEA 2000-Backbone einzustecken, die Stromversorgung erfolgt direkt über das Datennetzwerk. Über die Web-Oberfläche des veLink können kompatible Victron-Geräte mit dem Verbindungsschlüssel aus der Victron Connect App gekoppelt werden. Laut Hersteller dauert die komplette Einrichtung nur wenige Minuten.
Das System unterstützt Victron SmartShunts, BMV-712 Batteriemonitore, MPPT-Solarladeregler, Blue Smart Ladegeräte und Orion DC/DC-Wandler – solange diese über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügen. Bis zu acht Victron-Geräte lassen sich gleichzeitig verbinden, womit das Gateway die überwiegende Mehrheit der Installationen abdeckt. Jedes Gerät kann mit individuellen Instanzen und benutzerdefinierten Namen konfiguriert werden, sodass auf dem Multifunktionsdisplay beispielsweise "Hauptakku", "Motorbatterie" und "Solar Panel Backbord" separat erscheinen.
Der veLink überträgt alle relevanten elektrischen Daten der Victron-Geräte ins NMEA 2000-Netzwerk: Batteriespannung und -strom, Ladezustand (SOC), verbleibende Laufzeit, Solarertrag und Leistungsdaten von DC-Wandlern. SmartShunt oder BMV-712 Batteriemonitore liefern präzise Amperestundenzählungen, während MPPT-Solarregler Echtzeitdaten über Panelspannung, Stromeingang und täglichen Ertrag bereitstellen. Bei Installationen mit Orion DC/DC-Wandlern zeigt das Victron-Gateway die tatsächlich von der Lichtmaschine an die Servicebatterie gelieferte Leistung an. Der Nutzer kann über die Web-Oberfläche auswählen, welche NMEA 2000-Daten übertragen werden, etwa Batteriestatus, detaillierter Gleichstromstatus oder Ladegerätstatus.
Besonders praktisch: Alarme, die in der Victron Connect App konfiguriert wurden, werden über den veLink an das NMEA 2000-Netzwerk weitergeleitet und erscheinen als Pop-up-Warnmeldungen auf kompatiblen Plottern von Garmin, Raymarine oder B&G. Zusätzlich löst das Gateway einen eigenen Alarm aus, falls ein Gerät länger als 30 Sekunden die Verbindung verliert. Ladegeräte, die oft in schwer zugänglichen Bereichen installiert sind, lassen sich so bequem vom Steuerstand aus überwachen – ohne separate App auf dem Smartphone öffnen zu müssen.
Der veLink ist NMEA 2000-zertifiziert und funktioniert mit allen kompatiblen Multifunktionsdisplays – darunter Raymarine, Garmin, B&G, Furuno und weitere Navico-Marken. Auch mit Raymarines SeaTalkNG-Standard ist das Interface über einen Adapter kompatibel. Die Bluetooth-Reichweite liegt bei zehn bis 15 Metern, wobei Stahl- oder Carbonrümpfe das Signal deutlich dämpfen können und eine sorgfältigere Platzierung erfordern.
Die Konfiguration erfolgt vollständig über die Web-Oberfläche des veLink, per Smartphone, Tablet oder Laptop. Das macht die Installation unabhängig von Betriebssystemen oder herstellerspezifischen Apps. Im Gegensatz zu Victrons eigenem veKonvert-Interface, das nur VE.Direct-Geräte unterstützt und eine Kabelverbindung erfordert, deckt das neue Victron NMEA 2000 Gateway alle Bluetooth-fähigen Victron-Produkte ab und spart die Verkabelung auf der Victron-Seite komplett ein. Der Preis liegt bei rund 270 Euro.

Redakteur Test & Technik