Auch wenn das Wasser sauber in den Tank eingefüllt wurde, bringt das alles nichts, wenn die eigentliche Kontamination im Wassertank selbst stattfindet. Ohne kontinuierliche Schutzmaßnahmen können schon wenige Tage ausreichen, bis sich ein Biofilm an den Tankinnenwänden bildet. Einmal etabliert, lässt sich ein Biofilm nur schwer loswerden. Er fungiert dauerhaft als Quelle für unterschiedlichste Erreger. Auch wenn das in den meisten Fällen nicht zu einer Gefahr wird, bleibt das Gefühl der Unsicherheit, dass im Tank doch etwas entstehen könnte. Neben der klassischen, doch auch gleichermaßen nervigen Reinigung mit Bürste und Lappen gibt es chemische Behandlungen, um den Biofilm zu bekämpfen.
Zwei grundlegende Strategien stehen zur Verfügung: Systeme, die dauerhaft im Wassertank verbleiben und kontinuierlich wirken, sowie chemische Präparate, die dem Wasser bei der Befüllung beigegeben werden.
Bei den Systemen zur Trinkwasserreinigung im Tank ist die Ionenfreisetzung durch Silber das am weitesten verbreitete Prinzip. Die Produkte werden entweder als Netz oder als kompakte Kugel in den Tank eingebracht. Beim Einsatz steigt die Ionenkonzentration im Wasser so lange an, bis die chemische Sättigungsgrenze erreicht ist. An diesem Punkt wird nichts mehr freigegeben, eine Überdosierung ist also ausgeschlossen.
| Wm-Aquatec | Dr. Keddo | Neuthox | Yachticon | Katadyn | |
| Preis | 79,90 Euro/320 Liter | 69,99 Euro/300 Liter | 62,75 Euro/500 Liter | 12,95 Euro/1.000 Liter | 109,95 Euro/50.000 Lite |
| Händler | www.wm-aquatec.de | www.fritz-berger.de | www.neuthox.dk | www.svb.de | www.svb.de |
| Wirkprinzip | Silbernetz | Silberkugeln | Zweifach-Wirkung | Zweifach-Wirkung | Zweifach-Wirkung |
| Bemerkung | Das Silbernetz konserviert Wasser je nach Tankgröße. Dieser Preis gilt für 320 Liter und 6 Monate | Silberkugeln konservieren Wasser selbstregulierend je nach Tankgröße bis zu 2,5 Jahre (80–300 Liter). | Das Mittel reinigt einen Tank bis 500 l in 30 Minuten und konserviert 100 Liter je 100 ml Zugabe. | Das Silber-Chlor-Mittel entkeimt Wasser in 30 Minuten und konserviert 1.000 Liter für 6 Monate. | Das Silber-Chlor-Pulver entkeimt das Wasser in 30 Minuten und konserviert den Tank für 6 Monate. |
Interessanter ist die Verteilung der Ionen selbst. In stehendem Wasser wandern freigesetzte Ionen nur durch einen langsamen chemischen Prozess durch den Wassertank. Bei vielen kleinen Silberkugeln in einem großen Tank entsteht in unmittelbarer Nähe der Silberquelle eine hohe Konzentration, während weiter entfernte Tankbereiche unzureichend geschützt bleiben. Flache Netze, die sich über einen erheblichen Teil des Tankbodens erstrecken, lösen dieses Problem und haben eine gleichmäßigere Schutzwirkung für den gesamten Tankinhalt. Wenn das Schiff arbeitet und das Wasser im Tank in Bewegung gerät, gleicht sich dieser Effekt jedoch weitgehend aus. Während mehrtägiger Hafenliegezeiten kann sich das aber zum Problem auswirken.
Gleichzeitig muss man auch die eigenen Werkstoffe betrachten und schauen, ob diese mit den chemischen Eigenschaften zusammenpassen. Beispielsweise können in Aluminiumtanks freie Silberionen zu erheblichen Schäden führen. In Systemen mit Kupferschlangen im Boiler werden die Kupferelemente ebenfalls durch Silberionen elektrochemisch oxidiert und aufgelöst. Wer Silber einsetzt, muss also die Materialien seines Tanksystems kennen.
Auf gewerblichen Charteryachten sowie im öffentlichen Leitungsnetz ist der Einsatz solcher Präparate nach der aktuellen Trinkwasserverordnung mittlerweile unzulässig. Für den privaten Eigner bleibt die Methode zwar erlaubt, wirft aber Fragen zur medizinischen Verträglichkeit auf. Hier gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihren Richtlinien für Trinkwasserqualität Entwarnung: Konzentrationen von bis zu 0,1 mg/l werden dort als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Da die Produkte im Fachhandel durch ihre physikalische Sättigungsgrenze ohnehin bei maximal 0,08 mg/l abriegeln, bleibt die meisten Systeme im rein privaten Betrieb zulässig.
Neben den Hardware-Systemen gibt es auch chemische Präparate, die das Wasser im Tank direkt behandeln: Reine Silberpräparate , ob als Flüssigkeit oder Tablette, konservieren das Wasser und verhindern eine Neuverkeimung. Wenn das Wasser dagegen schon verkeimt ist, haben sie keine Wirkung.
Kombinationspräparate aus Chlor und Silber arbeiten zweistufig: Das Chlor desinfiziert, die Silberionen halten das Wasser danach über einen längeren Zeitraum stabil. Ganz wichtig zu beachten: Kalk und Schleimbeläge setzen die Wirksamkeit aller Präparate deutlich herab. Einige Hersteller empfehlen darum vor der Verwendung der Produkte eine effektive Reinigung des Wassertanks, um die Wirksamkeit und Langlebigkeit zu steigern.
Wichtig: Ein wirksames Konservierungssystem ist nur ein Glied einer ganzen Kette. Ein guter Filter bei der Befüllung des Tanks schützt den Tank vor fremden Keimen, kann aber nicht verhindern, dass das Wasser während wochenlanger Liegezeit im warmen Rumpf zu kippen beginnt. Das Konservierungssystem hält das Tankwasser stabil, hat aber keinen Einfluss auf die Leitungen zwischen Pumpe und Zapfhahn, wo sich Biofilme aufbauen können. Ein leistungsfähiger Nach-Tank-Filter schützt den Zapfpunkt, hilft aber nur bedingt gegen Keime, die sich längst im Tank eingenistet haben und von dort das gesamte Bordsystem besiedeln. Wie viel Aufwand sinnvoll ist, hängt vom Revier und der Nutzung ab.
Silber im Tank klingt simpel, kann an Bord aber schnell zur Materialfrage werden. Schreiben Sie in die Kommentare, ob Sie auf Chemie, Hardware-Systeme oder regelmäßige Tankreinigung setzen.

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