Der Wassertank ist ein Teil eines ganzen Systems. Auch Schläuche, Druckpumpe, Boiler und Armaturen können Wasser wieder belasten. Welche Filterstufen nach dem Tank sinnvoll sind und was UV-C leisten kann.
Der Weg des Wassers vom Tank bis zu den Zapfpunkten führt durch ein System aus Schläuchen, Druckpumpe, Druckausgleichsbehälter, Boiler und Armaturen, die im normalen Bordbetrieb selten vollständig durchgespült werden. Selbst wenn der Tank durch ein hochwirksames Konservierungsmittel keimarm gehalten wird, können sich in diesen Bereichen Biofilme etablieren und von dort in das abgezapfte Wasser gelangen. Wer seinen Tank mit einem Chlormittel reinigen möchte, kennt zudem einen Effekt der häufig auftritt: Es entsteht schnell dieser leicht abgestandene Chlorgeschmack, den man aus vielen Booten kennt. Einige Filtersysteme absorbieren das Chlor aus dem Wasser und verbessern so den Geschmack spürbar. Sitzt das Filtersystem jedoch direkt hinter dem Tank, nimmt es gleichzeitig den Reinigungsmitteln ihre Wirkung, die über den Tank das gesamte Bordsystem säubern sollen.
Auch bei der Filterung nach dem Tank gibt es, ähnlich wie bei der Filterung vor dem Tank, verschiedene Stufen an Filtersystemen, die die Wirkung beeinflussen. Die erste Stufe ist ein mechanischer Vorfilter, der grobe Partikel, Rostflocken und Ablagerungen aus den Leitungen zurückhält. Er schützt die nachfolgenden, feineren Stufen vor Verstopfung.
Die zweite Stufe übernimmt die Aktivkohle, wie bereits beschrieben, hier als hochverdichteter Block. Hochpreisigere Hersteller imprägnieren ihre Elemente zusätzlich mit Silber, das eine Verkeimung im feuchten Filterbett während der Liegezeiten verhindert. Die dritte Stufe ist die Hohlfasermembran als physische Keimsperre. Einige Hersteller bieten auch Komplettlösungen an, die mehre Filterstufen hintereinanderschalten.
Der Vorteil: Wenn man so eine Lösung verbaut, braucht man in der Theorie keine weiteren Filtersysteme. Vorsicht geboten ist bei den Laufzeiten. Die meisten Systeme müssen nach einem bestimmten Zeitraum oder einer Durchflussmenge getauscht werden. Inzwischen bieten viele Hersteller Ersatz für die Filter an, sodass nicht das gesamte System neu gekauft werden muss.
| AquiSense | Atlas | Alb Filter | Whale | |
| Preise | 128,31 Euro | 149,95 Euro | 379 Euro | 52,95 Euro |
| Händler | www.wm-aquatec.de | www.svb.de | www.alb-filter.com | www.svb.de |
| Wirkprinzip | UVC-LED-Wirkprinzip | Zweistufiger Filter | Aktivkohle & Membran | Aktivkohle |
| Bemerkung | Das UVC-LED-Einbaumodul hält 10.000 Stunden und desinfiziert das durchlaufende Wasser gründlich. | Das Doppel-Filterset filtert eine Saison lang Bakterien bis 0,3 Mikron bei 150 Litern pro Stunde. | Edelstahl-Filter für 5.000 l (7 l/min). 0,1 Mikron feine Hohlfasern stoppen Bakterien und Mikroplastik. | Kunststoff-Filter für 4.500 l. Aktivkohle bindet Chlor, Schadstoffe und Gerüche. Patrone nicht wechselbar. |
Ebenfalls effektiv sind UV-C-Entkeimungssysteme. Sie sind eine Alternative zur membranbasierten dritten Filterstufe. Das Wasser passiert eine Bestrahlungskammer, in der UV-C-Licht aus modernen Leuchtdioden die DNA der Mikroorganismen abtötet. LED-basierte Systeme brauchen keine Aufwärmzeit, haben im Prinzip kein Verfallsdatum wie die herkömmlichen Filtersysteme. Sie verbrauchen je nach Ausstattung unterschiedlich viel Strom. Durch integrierte Durchflusssensoren kann die Bestrahlung bei manchen Produkten automatisch aktiviert und bei Stillstand deaktiviert werden. Im Stand-by-Modus liegt die Stromaufnahme solcher Systeme im Milliampere-Bereich.
Gegenüber Membransystemen hat UV-C-Entkeimung einen entscheidenden Vorteil: Sie erzeugt keinen nennenswerten Druckabfall im Leitungssystem. Wenn ein Vorfilter geschaltet ist oder das Wasser keine groben Verunreinigungen enthält, können die Filter unabhängig von der Pumpenleistung eingebaut werden.
Jede Filterstufe, die nach dem Tank eingebaut wird, bremst den Wasserstrom. Bei groben Vorfiltern ist dieser Effekt kaum merklich. Dichte Hohlfasermembranen und hochverdichtete Aktivkohleblöcke dagegen brauchen ausreichend Pumpendruck, um zuverlässig zu funktionieren. Einfache Tauchpumpen, wie sie auf älteren Yachten häufig verbaut sind, reichen dafür oft nicht aus. Wer ein engmaschiges Filtersystem nachrüstet, sollte deshalb prüfen, ob die eigene Pumpe mitspielt.
Befüllfilter, Tankkonservierung und Nach-Tank-Filtration sind keine unabhängigen Einzelmaßnahmen, sondern Glieder einer Kette. Ein guter Filter bei der Befüllung des Tanks schützt den Tank vor fremden Keimen, kann aber nicht verhindern, dass das Wasser während wochenlanger Liegezeit im warmen Rumpf zu kippen beginnt. Ein wirksames Konservierungssystem hält das Tankwasser stabil, hat aber keinen Einfluss auf die Leitungen zwischen Pumpe und Zapfhahn, wo sich Biofilme aufbauen können. Ein leistungsfähiger Nach-Tank-Filter schützt den Zapfpunkt, hilft aber nur bedingt gegen Keime, die sich längst im Tank eingenistet haben und von dort das gesamte Bordsystem besiedeln. Wie viel Aufwand sinnvoll ist, hängt vom Revier und der Nutzung ab.
Ein Wochenendsegler in der Ostsee, der sein Boot regelmäßig nutzt und in gut versorgten Marinas tankt, hat andere Anforderungen als ein Langfahrtsegler, der in heißen Temperaturen unterwegs und auf Wasser aus unkontrollierten Quellen angewiesen ist. Prinzipiell gilt: Ein Tank, der nie gereinigt wurde, lässt sich durch keine Filtertechnologie vollständig kompensieren.
Für den europäischen Küstensegler, der regelmäßig in gut versorgten Marinas übernachtet, sollte in den meisten Fällen ein mechanischer Grobfilter in Kombination mit einer Aktivkohlestufe ausreichen. Wer im Mittelmeer oder in außereuropäischen Häfen tankt, wo die mikrobiologische Qualität der Zapfstellen nicht zweifelsfrei gesichert ist, sollte darüber nachdenken, eine Hohlfasermembran als finales Sicherheitselement zu integrieren. Keramikfilterelemente, deren Oberfläche bei nachlassendem Durchfluss mit einem einfachen Schwamm abgebürstet und damit regeneriert werden kann, sind hier das langlebigere Mittel.

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