BootspflegeNeuartiger Reinigungsschwamm für Holz und Kunststoff

Fridtjof Gunkel

 · 05.06.2026

Bild 1
Der Skrobber Magic Eraser soll Bootsdecks, Rümpfe und Holzteile nur mit Wasser reinigen. Das haben wir ausprobiert.

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Die Reiniger-Schwämme bestehen aus Melaminschaum mit mikroskopisch feiner Struktur. Durch das Aufschäumen während der Herstellung entsteht ein hochfeiner, offenporiger Schaumstoff. Der wirkt rein mechanisch wie Mikroschmirgelpapier: Die winzigen Kanten der Schaumstoffstruktur lösen Schmutzpartikel durch sanfte Reibung. Die winzigen Poren wirken wie sehr feines Schleifpapier und lösen Schmutz mechanisch von der Oberfläche. Der Anwender befeuchtet den Schwamm mit Wasser und reibt über die verschmutzte Stelle. Der Hersteller gibt an, das System funktioniere auf Polyester, Glas, Edelstahl und Kunststoff. Das haben wir ausprobiert.

Skrobber wirkt auf Teak und Gelcoat

Eine verschmutze Teakholzstufe ließ sich mit der kleinen Variante des Skrobber-Schwamms gut, wenn auch nicht vollständig reinigen. Zudem ist etwas Druck nötig und der Vorgang muss wiederholt werden. Auf Gelcoat funktioniert der Reinigungsschwamm ebenfalls ordentlich und wie versprochen auch ohne Chemie. Der Anwender befeuchtet den Schwamm mit Wasser und bearbeitet damit mehrfach den verschmutzen Bereich. Dreck löst sich und wird im Wasser gebunden, das weggespült oder weggewischt wird. Bei der Reinigung hilft der teleskopierbare Stiel ( stufenlos von 18 auf 128 Zentimeter) an dem der 9 mal 18 Zentimeter großer Spezialschwamm des Hersteller per Klett befestigt wird. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass der Stielkopf nicht beweglich ist, sondern einen festen Winkel aufweist. Die Schwämme, besonders die kleineren für den Handbetrieb lösen sich recht schnell an und reissen bei hartem Betrieb zuweilen.

Kratzergefahr vorhanden

​Die mechanische Wirkung kann empfindliche Oberflächen angreifen. Der Hersteller empfiehlt einen Test an unauffälliger Stelle. Auf lackierten Flächen oder polierten Oberflächen kann der Schwamm Kratzer verursachen. Für Gelcoat-Oberflächen eignet sich das Produkt laut Hersteller, was wir durch eine Stichprobe bestätigen können.

Insgesamt erscheint das Skrobber-System als sinnvolle Alternative oder zumindest Ergänzung zu herkömmlichen Reingern und ist besonders für den schnellen kurzen Einsatz in kleineren Bereichen geeignet. Mal eben das Cockpitsüll säubern oder den Vorschiffsbereich, dafür taugen die Skrobber-Produkte. Ohne Reinigungsmittel reduziert sich die ins Hafenwasser eingeleitete Chemie, jedoch bringt man dafür die gelösten Bestandteile des Melaminschwammes ein.

Produktvarianten und Preise

Skrobber bietet vier Produktvarianten an. Die Handschwämme kosten 12,45 Euro für eine Packung. Das Refill-Set mit drei Ersatzschwämmen liegt bei 21,45 Euro. Das Basis-Set enthält einen Teleskopstiel mit Schwammhalter und kostet 49,95 Euro. Das Starter-Set kombiniert Teleskopstiel, Halter und Ersatzschwämme für 79,25 Euro statt. Der Melaminschaum ist weicher als herkömmliche Scheuerschwämme und nutzt sich während der Arbeit ab. Wie lange ein Schwamm hält, hängt vom Verschmutzungsgrad und der Oberfläche ab. Auf rauen Oberflächen wie Anti-Rutsch-Belägen verschleißt das Material schneller.

Herkömmliche Melamin-Schwämme kosten im Baumarkt etwa 1 bis 2 Euro pro Stück und haben eine vergleichbare Reinigungswirkung. Der Unterschied liegt in der Größe und der Befestigung am Teleskopstiel. Die Skrobber-Schwämme sind größer und passen in den speziellen Stilhalter.

Technische Daten

  • Material: Melaminschaum
  • Handschwämme: 12,45 Euro
  • Refill-Set (3 Stück): 21,45 Euro
  • Basis-Set mit Teleskopstiel: 49,95 Euro
  • Starter-Set: 79,25 Euro (regulär 83,55 Euro)
  • Geeignet für: Polyester, Glas, Edelstahl, Kunststoff
  • Hersteller: Skrobber BV, Nijkerkerveen, Niederlande

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Fridtjof Gunkel

Fridtjof Gunkel

Stellvertretender Chefredakteur YACHT

Fridtjof Gunkel, geboren auf Helgoland, startete dort seine Segelkarriere im Opti und stieg schnell auf Kielboote um. Admiral’s Cup, Weltmeisterschaften und weitere internationale Regatten sowie eine Teilnahme im Whitbread Round the World Race Race waren seine prägenden seglerischen Stationen, ebenso wie ausgedehnte Fahrtentörns in Europa und Übersee. Bei der YACHT ist er bereits seit 1985. Er segelt privat einen Performance/Cruiser mit Liegeplatz an der Ostseeküste, seine Lieblingsreviere sind die schwedischen Schären und die Bretagne.

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