Das Musto Nautikos Ölzeug richtet sich laut Hersteller vor allem an Segler, die bei schwerem Wetter länger draußen arbeiten. Der Partner ThruDark bringt Erfahrung mit Expeditionskleidung ein. Dessen Gründer waren bei britischen Spezialeinheiten. Das macht Nautikos aber nicht automatisch zur Einsatzkleidung für Spezialkräfte. Die Kollektion wird ausdrücklich als Offshore-Bekleidung vorgestellt. Dass die Kampagnenbilder Menschen auf einem schnellen Festrumpfschlauchboot zeigen, prägt die Bildsprache.
Die Nautikos GTX Jacket und die dazugehörige Latzhose bilden die äußere Wetterschicht. Musto nennt Gore-Tex Pro als Membranmaterial. Erstmals in einer Musto-Kollektion kommt nach Unternehmensangaben außerdem Dyneema zum Einsatz. Die Faser kann Gewebe widerstandsfähiger gegen Abrieb und Risse machen. Wo und in welchem Umfang sie im Nautikos-Ölzeug verarbeitet ist, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.
Für Segler sind genau diese Details entscheidend: Beanspruchte Knie und Gesäßpartien profitieren von robustem Material. Ob die neue Kombination tatsächlich länger hält als bestehendes Ölzeug, lässt sich aus Materialnamen allein nicht ableiten. Im YACHT-Vergleich von elf Ölzeug-Sets waren neben dem Wetterschutz vor allem Beweglichkeit, Kapuzensicht und Kniekomfort wichtig.
Abnehmbare Taschen sollen sich zwischen Kleidungsstücken der Serie wechseln lassen. Das ist bei wechselnden Schichten praktisch, sofern die Befestigung auch mit kalten Fingern sicher funktioniert. Für die Knie nennt Musto D3O-Polster. Photolumineszierende Elemente sollen bei wenig Licht auffallen. Welche Bereiche sie abdecken und wie gut die überwiegend dunkle Kleidung bei einer Person-über-Bord-Suche sichtbar bleibt, ist aus den vorliegenden Angaben nicht zu beurteilen. Die nachleuchtenden Elemente ersetzen keine Rettungsweste oder Seenotleuchte.
Neben dem schweren GTX-Set gibt es eine Trident-GTX-Jacke mit passender Hose für wechselnde Bedingungen, dazu Stormfleece, ein T-Shirt und eine Kappe. Wie sich die beiden Außenkombinationen bei Gewicht, Wetterschutz und Beweglichkeit unterscheiden, beziffert die Mitteilung nicht. Dass die passende Bekleidung vom Einsatz abhängt, zeigt auch der YACHT-Ölzeugtest für den Küstenbereich: Für viele Fahrtencrews ist maximales Offshore-Ölzeug nicht die bequemste Wahl.
Nautikos dürfte vor allem für Crews interessant sein, die regelmäßig lange Wachen, viel Gischt und Arbeit an Deck erwarten. Wer hauptsächlich geschützte Küstentörns segelt, sollte das zusätzliche Material gegen Gewicht und Bewegungsfreiheit abwägen.
Laut Hubertus Jürgens ist Nautikos eine limitierte Spezial-Kollaboration zwischen Musto und ThruDark. Die Produkte können nicht über den Shop bestellt werden. Interessenten schreiben eine E-Mail an info@frisch.de.
Die Nautikos GTX Jacke kostet 1.699, die GTX Hose 1.399 Euro. Die Nautikos Midlayer Jacke ist für 519, die Midlayer Hose für 419 Euro zu haben. Das Nautikos Shirt kostet 79, das Stormfleece 259 Euro.
Welche Eigenschaften sind euch bei Offshore-Ölzeug wichtiger: maximaler Wetterschutz, Bewegungsfreiheit oder Sichtbarkeit bei Nacht?

Redakteur Test & Technik
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