Hauke Schmidt
· 21.02.2026
Mit dem OS1 Ocean System positioniert sich Gill im Premium-Segment für Offshore Ölzeug und reagiert zugleich auf das ab 2027 geltende EU-weite Verbot von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in wasserabweisenden Textilausrüstungen. Anders als viele Wettbewerber, die noch auf PFAS-basierte DWR-Imprägnierungen setzen, nutzt Gill bereits jetzt Nikwax Direct Dry – eine Alternative, die nach Herstellerangaben vergleichbaren Nässeschutz bieten und vom Nutzer selbst aufgefrischt werden können soll. Die OS1-Linie richtet sich an Hochseesegler, Offshore-Crews und anspruchsvolle Fahrtensegler, die auf Langlebigkeit und zuverlässigen Wetterschutz Wert legen.
Das Offshore Ölzeug wurde während einer Arktis-Expedition an Bord der Segelyacht Florence über mehr als 5.000 Seemeilen unter extremen Bedingungen getragen. Minusgrade, starker Windchill und dauerhafte Belastung sollten zeigen, wo das System an Grenzen stößt. Das Feedback der Crew floss direkt in die finale Produktentwicklung ein.
Die Entwicklung basiert auf 50 Jahren Erfahrung mit technischer Segelbekleidung – von der ersten Atlantic-Jacke aus dem Jahr 1987 bis zur aktuellen OS1-Generation. Gill kombiniert Labortests mit Praxiseinsätzen und ergänzt beides durch eine umfassende Qualitätskontrolle vor Auslieferung.
Jede OS1-Jacke wird an 50, jede Hose an 40 nahtkritischen Punkten einzeln druckgetestet, bevor sie das Werk verlässt. Diese Warenausgangskontrolle geht nach Herstellerangaben über übliche Branchenstandards für Offshore Ölzeug hinaus und soll Produktionsfehler ausschließen. Die Tests erfolgen mit Wasserdruck an neuralgischen Stellen wie Schulternähten, Reißverschlüssen und Tascheneinsätzen.
Die OS1-Jacke verfügt über einen im Kragen verstaubaren Gesichtsschutz, seitliche Handwärmetaschen und 360-Grad-Sicherheitsreflektoren mit photolumineszierenden und prismatischen Elementen. Übergroße Bedienelemente sollen auch mit kalten Fingern oder Handschuhen bedienbar bleiben. Ein integriertes Multifunktionswerkzeug aus titanbeschichtetem Edelstahl und eine Halterung für einen Personal Locator Beacon (PLB) sind ebenfalls mit an Bord.
Die ergonomische Schnittführung des Offshore Ölzeugs zielt auf lange Einsätze an Deck und soll Ermüdung entgegenwirken. Recycelte Materialanteile sind in zentralen Komponenten verarbeitet, ohne die Haltbarkeit oder Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen, so der Hersteller. Die Jacke kostet 750 Euro, die Hose 600 Euro. Erhältlich sind die Größen XS bis XXL.
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Redakteur Test & Technik