Lotsenschoner "No. 5 Elbe"
Untersuchungsbericht veröffentlicht

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung leitet Empfehlungen aus der Kollision des Traditionsseglers mit einem Containerschiff am 8. Juni 2019 ab

  • Lasse Johannsen
 • Publiziert am 02.06.2021
Der Lotsenschoner, als er schon nicht mehr mit Lotsen fuhr, aber noch "Wanderbird" und nicht wieder "No. 5 Elbe" hieß Der Lotsenschoner, als er schon nicht mehr mit Lotsen fuhr, aber noch "Wanderbird" und nicht wieder "No. 5 Elbe" hieß Der Lotsenschoner, als er schon nicht mehr mit Lotsen fuhr, aber noch "Wanderbird" und nicht wieder "No. 5 Elbe" hieß

Stiftung Hamburg Maritim/Tompkins/Beken of Cowes Der Lotsenschoner, als er schon nicht mehr mit Lotsen fuhr, aber noch "Wanderbird" und nicht wieder "No. 5 Elbe" hieß

Pfingstsamstag 2019 ereignete sich eine Havarie auf der Elbe, die viele Segler schockierte. Der eben von einer umfassenden Sanierung im dänischen Hvide Sande zurückgekehrte, denkmalgeschützte Lotsenschoner "No. 5 Elbe" kollidierte mit einem Containerschiff. Glücklicherweise gab es nur leichte Verletzungen, und das Traditionsschiff erreichte noch die Schwinge, wo es an der Pier sank.

Wenig später tauchte ein Video in den sozialen Netzwerken auf, welches auf den ersten Blick die Situation erschöpfend erklären zu schien, bei näherer Betrachtung jedoch auch viele Fragen aufwarf, die sich ohne nähere Angaben – etwa zum genauen Ort des Geschehens, den Ereignissen vor Beginn der Aufzeichnung und den fehlenden Reaktionen des Frachters – nicht klären ließen.

Während Gerichte weiter ermitteln, um die Schuldfrage zu klären, hat die BSU in einem ausführlichen Untersuchungsbericht bereits Empfehlungen aus den Vorgängen abgeleitet. Der Bericht ist nach Klick auf diesen Link im Internet abrufbar .

Aus dem Bericht: Am 8. Juni 2019 um 13:54 Uhr kam es auf der Elbe in Höhe Stadersand zu einer Kollision zwischen dem unter der Flagge Zyperns fahrenden Containerschiff "Astrosprinter" und dem deutschen Traditionsschiff "No.5 Elbe", einem ehemaligen Lotsenschoner. Der Schoner fuhr unter Segeln und hatte gerade eine Wende vollzogen, um nach Hamburg zurück zu fahren. Nach der Wende gab es Schäden an den Vorsegeln.

Während die Besatzung damit beschäftigt war, diese Segel unter Kontrolle zu bekommen, wurde es versäumt, die Fahrwasserseite der eigenen Fahrtrichtung entsprechend zu wechseln. So fuhr "No.5 Elbe" erst knapp an der ihr entgegenkommenden "Hanna" vorbei und kollidierte dann mit der "Astrosprinter".

An Bord des ehemaligen Lotsenschoners, der mit 15 Besatzungsmitgliedern und 28 Fahrgästen besetzt war, wurden acht Personen überwiegend leicht verletzt. Im weiteren Verlauf des Geschehens konnte No.5 ELBE aus eigener Kraft mit Unterstützung des DLRG-Bootes "Kik Ut" noch die nahe Mündung der Schwinge erreichen, ehe sie dort kurz vor der Pier auf Grund fest kam und versank.

Hauptursächlich für diesen Seeunfall sieht die BSU die Reaktion der Schiffsführung auf die Schäden an den Vorsegeln während der Wende. Die Schiffsführung kümmerte sich ausschließlich um die Segel und nicht mehr darum, die nun falsche Fahrwasserseite so schnell wie möglich zu verlassen, um dem Gegenverkehr auszuweichen. Außerdem ist kritisch zu bewerten, dass die Schiffsführung der "Astrosprinter" den Lotsenschoner im Verlauf der Annäherung weder per UKW angesprochen hat, noch mittels Schallsignalen versuchte zu warnen.


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