Gebrauchtboot der WocheNordship 32 - kompakt, stark, seefest

Antonia von Lamezan

 · 20.09.2026

Die Nordship 32 wirkt hochbordig und kompakt.
Foto: YachtDreams.dk
Solide, tourentauglich und absolut wetterfest. Die Nordship 32 legt mit großem Tankvolumen, zwei separaten Kabinen und einem geräumigen Cockpit den Fokus auf Reisekomfort und Reichweite.

Themen in diesem Artikel

​Die Nordship 32 gehört zu den kompakten skandinavischen Reiseyachten, die ihren Schwerpunkt klar auf Schutz, Stauraum und Komfort an Bord legen. Mit Mittelcockpit, fester Windschutzscheibe und separater Achterkajüte richtet sie sich an Segler, die auch bei wechselhaftem Wetter längere Törns planen. Unter Segeln zeigt sich der schwere 32-Fußer eher gelassen als sportlich, profitiert dafür aber von einem ruhigen Lauf in rauerer See. Wir zeigen, worauf Kaufinteressenten bei Motor, Saildrive und Material achten sollten.

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​Cockpit und Raumkonzept

Das geschützte Mittelcockpit der Nordship 32 fällt für die Bootsgröße vergleichsweise geräumig aus. Von dort führen getrennte Niedergänge hinab in den Salon und in die Achterkajüte. Die Crew sitzt relativ hoch und hat dank der festen Windschutzscheibe einen freien Blick nach vorn. Die Sprayhood schirmt den Cockpitbereich darüber hinaus gegen Wind und Wetter ab. Im Hafen dient die geschlossene Kuchenbude als zusätzlicher Wohnraum, das ist besonders attraktiv in Revieren mit kühlem und wechselhaftem Wetter.

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Kojen, Salon und Stauraum

In der vom Salon getrennten Achterkajüte liegen zwei etwa zwei Meter lange Längskojen. Die Doppelkoje im Vorschiff fällt mit rund 1,75 Meter Liegelänge für größere Erwachsene dagegen knapp aus. Zusätzliche vollwertige Schlafplätze bieten die beiden Salonbänke: Ihre hochklappbaren Rückenlehnen verbreitern die Liegeflächen.

Auch sonst wird der begrenzte Raum geschickt genutzt. So lässt sich der Kartentisch bei Bedarf ausziehen und anschließend wieder platzsparend verstauen. Salon, Pantry und Nasszelle sind im Stil der Bauzeit mit viel Holz ausgebaut. Bis zu 1,95 Meter Stehhöhe sind für einen 32-Fuß-Rumpf beachtlich.

Die Tankkapazitäten von 150 bis 200 Liter Frischwasser und rund 150 Liter Diesel passen zum Anspruch eines ausdauernden Reisekreuzers. Bei voller Beladung mit Vorräten und Ausrüstung nimmt allerdings die ohnehin hohe Verdrängung weiter zu.

Segeleigenschaften und Rigg

Die Nordship 32 verdrängt rund 5,5 Tonnen, davon entfallen etwa 2,2 Tonnen auf den Ballast. Entsprechend beschleunigt sie eher gemächlich, statt besonders agil zu reagieren. Flaute und schwacher Wind liegen ihr weniger. Bei kräftiger Brise kommt die Konstruktion besser zur Geltung: Die Yacht läuft gleichmäßig und liegt ruhig im Wasser.

Das Topprigg erzeugt einen großen Teil seines Vortriebs über die Genua. Je nach Vorsegel stehen am Wind etwa 46 bis über 50 Quadratmeter Tuchfläche zur Verfügung. Beim Kreuzen verlangt das mehr Kraft und Schotarbeit als ein modernes Rigg mit kleiner Genua. Für eine Zweiercrew sind eine zuverlässige Rollanlage und leichtgängige Winschen daher besonders wichtig.

Zur Ausstattung ab Werft gehören serienmäßig zwei selbstholende Zweigang-Edelstahlwinschen für die Genua sowie kleinere Winschen auf dem Kajütdach für Fallen und Trimmleinen. Ergänzt wird das System durch ins Mittelcockpit umgelenkte Fallen, Fallenstopper und ein Doppelrohr-Salingsystem für hohe Seegängigkeit.

Technische Prüfpunkte

Als Antrieb dient meist ein Volvo Penta 2003 mit 28 PS und Saildrive. Angesichts des Alters vieler Exemplare sind Wartungsnachweise aussagekräftiger als der Stand des Betriebsstundenzählers. Zu prüfen sind insbesondere Kaltstart, Kühlsystem und Auspuffkrümmer sowie Membran, Öl, Anoden und Gehäuse des Saildrives.

Auch die mechanische Radsteuerung kann an Seilen, Ketten und Umlenkrollen Spiel entwickeln. Weitere Prüfpunkte sind Ruderlager, Kielnaht und Bodenstruktur. An Deck verdienen Mastfuß, Püttinge, Relingstützen, Luken und Scheiben Aufmerksamkeit. Ein prägender Serienmangel ist nicht bekannt.

Fazit für Kaufinteressenten

Beim Kauf einer Nordship 32 entscheidet weniger das reine Baujahr als der individuelle Pflege- und Instandhaltungszustand über die Jahrzehnte. Wer ein extrem agiles Schiff für Schwachwindreviere oder sportliche Regatten sucht, wird mit dem schweren Rumpf kaum glücklich werden. Wer jedoch ein grundsolides, ausdauerndes Tourenboot schätzt, bekommt eine wetterfeste Yacht mit überdurchschnittlich hohem Wohnkomfort, sicherem Mittelcockpit und hervorragendem Schutz gegen Wind und Welle. Die Nordship 32 ist eine verlässliche Partnerin für Paare und kleine Familien, die auch außerhalb des Hochsommers längere Törns in Revieren wie Nord- und Ostsee planen.

Aus der Werftgeschichte

Die Nordship 32 entstand Mitte der 1980er-Jahre nach Plänen des renommierten dänischen Konstruktionsbüros Elvstrøm & Kjærulff. Das Duo war eigentlich für schnelle, sportliche Regatta- und Serienbauten bekannt, bewies bei der Nordship 32 jedoch ein Händchen für durchdachte Fahrtenyachten mit ausgeprägter Seegängigkeit. Ursprünglich von der Nordship-Werft initiiert, übernahm 1988 Lars Buchwald mit seiner 1978 gegründeten Buchwald-Werft die Markenrechte und Produktion. Unter seiner Regie entwickelte sich die Werft in Kolding schrittweise zu einer der angesehensten Adressen für handgefertigte skandinavische Deckssalonyachten im Premiumsegment. Die Nordship 32 markiert dabei ein wichtiges Übergangsmodell, das den Grundstein für den hervorragenden Ruf der Werft in puncto Verarbeitungsqualität, Ausbauhandwerk und Seetüchtigkeit legte.

Daten im Überblick

MerkmalAngabe
Baujahre1983–1990
Gebrauchtpreis27.000–47.000 €
Länge9,65 m
Breite3,30 m
Tiefgang1,60 m
KielFinnkiel, gusseisern
Verdrängung5.000–5.500 kg
MotorVolvo Penta 2003 mit 120S
Motorleistung28 PS

Dieses Boot ist zu finden bei: YachtDreams.dk

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Wäre die Nordship 32 für Sie ein überzeugendes Langfahrtenboot – oder wäre Ihnen ihre Leichtwindleistung und die große Genua im Alltag zu kompromissbehaftet?

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Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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