Autonome SchifffahrtZukunftsvisionen: die Geisterschiffe des 21. Jahrhunderts

Pascal Schürmann

 · 26.02.2022

Autonome Schifffahrt: Zukunftsvisionen: die Geisterschiffe des 21. JahrhundertsFoto: ProMare/IBM

Was schwimmt denn da? Das wird sich mancher bereits verwundert gefragt haben beim Anblick eines selbstfahrenden Bootes. Davon wird es künftig immer mehr geben

Autonomes Fahren wird mehr und mehr zur Realität: Es gibt selbstfahrende Autos, Busse ohne Fahrer und Flieger ohne Pilot. Auch die Schifffahrt setzt auf die künstliche Intelligenz – um Personal zu sparen und um sicherer zu werden: Mindestens drei Viertel aller Unfälle auf See sind auf menschliche Fehler zurückzuführen.

Bis vollständig digitalisierte Schiffe ohne Besatzung im großen Stil kommerziell eingesetzt werden können, dauert es zwar noch 20 bis 25 Jahre, schätzen Experten. Doch diverse Projekte werden schon getestet. Eines ist der von IBM und der Uni Plymouth entwickelte Trimaran "Mayflower".

Im letzten Sommer war er von Großbritannien aus unterwegs in Richtung USA. Nach ein paar Tagen musste das selbstfahrende Schiff der Meeresforschungsorganisation ProMare aber umkehren – wegen "mechanischer Probleme". Im April soll die "Mayflower" nun erneut ablegen. Ihre Route folgt dem historischen Vorbild, also jener Galeone, die 1620 mit Siedlern gen Amerika segelte.

Jedoch fällt das Projekt mangels ausreichender Finanzmittel nun deutlich kleiner aus als geplant. Ursprünglich beabsichtigt war eine über 30 Meter lange Yacht, die von Shuttleworth Design entwickelt wurde. Dieser Trimaran hätte zwei Masten und ein Rigg mit 159 Quadratmeter Tuchfläche gehabt; etwa 20 Knoten Speed wären damit möglich gewesen. Bei optimalen Windbedingungen sollte der Tri in lediglich sieben bis zehn Tagen den Atlantik überqueren können.

Danach wurde das Rigg jedoch erst um einen Mast reduziert, dann entfiel auch der. Die aktuelle, solarbetriebene und unbemannte "Mayflower" von ProMare misst noch 15 Meter. Sie fährt ausschließlich mit Elektromotoren und schafft eine Geschwindigkeit von maximal zehn Knoten.

Einer der frühen Entwürfe der "Mayflower".
Foto: University of Birmingham’s Human Interface Technologies Team (HIT)

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