The Italian Sea GroupFührungswechsel bei der Werftengruppe

Martin Hager

 · 28.07.2026

Giovanni Costantino (re.) tritt als CEO und Vorstandsvorsitzender der Italian Sea Group zurück. Sein Sohn Gianmaria (li.) verlässt ebenfalls den Vorstand der börsennotierten Werftengruppe.
Foto: The Italian Sea Group
Giovanni Costantino gibt seinen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender und CEO von The Italian Sea Group bekannt. Zum Unternehmen gehört unter anderem die Werft Perini Navi, die für den Bau der 56-Meter-Yacht “Bayesian” verantwortlich ist, die letztes Jahr unter dramatischen Umständen sank.

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Giovanni Costantino und sein Sohn Gianmaria Costantino erklärten ihren Rücktritt mit Wirkung zum 20. Juli. Die Entscheidung löst nach italienischem Gesellschaftsrecht automatisch die Auflösung des gesamten Vorstands aus, da die Mehrheit der von den Aktionären ernannten Direktoren nicht mehr im Amt ist. Der bestehende Vorstand von The Italian Sea Group (TISG) führt die Geschäfte übergangsweise weiter, bis die Aktionäre einen neuen Vorstand ernennen. Eine außerordentliche Hauptversammlung ist für den 11. September angesetzt. Die zurückgetretene Geschäftsführung erklärte, sie hätten alles Mögliche getan, um die Krise des Unternehmens zu bewältigen und die Restrukturierungsbemühungen voranzutreiben.

Zur Werftengruppe gehören neben den Marken Tecnomar, Admiral, Picchiotti, NCA Refit, die Möbelbauer Celi und die italienische Werft Perini Navi, die durch den dramatischen Untergang der 56-Meter-Slup “Bayesian” finanziell ins Straucheln geriet und über Monate mit negativen Schlagzeilen in der Presse landete. Ein Wechsel in der Unternehmensführung solle nun das Vertrauen der Stakeholder stärken und die Kontinuität sichern.

Restrukturierung läuft weiter

Die Rücktritte erfolgen wenige Wochen nachdem TISG ein gerichtlich überwachtes Regulierungsverfahren eingeleitet hat. Anfang Juli bestätigte das Gericht in Florenz Maßnahmen, die es der Werft ermöglichen, während der Ausarbeitung eines Restrukturierungsplans weiterzuarbeiten. Diese verhindern, dass Yachteigner bestehende Verträge aufgrund von Werftausfällen kündigen oder damit verbundene Garantien durchsetzen können. Zudem erhalten wichtige Zulieferer, die an kurz vor der Auslieferung stehenden Projekten beteiligt sind, vorübergehende Erleichterungen. Die Werft erklärt, die gerichtlichen Maßnahmen würden die Fertigstellung laufender Yachtprojekte und die Umsetzung der Restrukturierungsstrategie unterstützen.

Kapitalbeschaffung geplant

Vorbehaltlich der Zustimmung von Zulieferern, Kunden und Banken erwägt TISG eine Kapitalerhöhung von rund 100 Millionen Euro ab dem vierten Quartal. Die Maßnahme soll die finanzielle Position des Unternehmens stärken. Die Werft hatte Anfang des Jahres eine Nettoverschuldung von über 178 Millionen Euro gemeldet. Giovanni Costantino bleibt trotz seines Rücktritts als Vorstandsvorsitzender und CEO mit Mehrheitsaktionär von TISG. Über die GC Holding S.p.A. kontrolliert er indirekt 53,6 Prozent des Aktienkapitals. Gianmaria Costantino hält keine Anteile am Unternehmen. Die Werft betont, dass keiner der zurückgetretenen Manager Einwände oder Streitigkeiten bezüglich Vorstandsentscheidungen im Rahmen ihres Rücktritts vorgebracht habe.

​Zukunft des Superyacht-Konzerns ungewiss

Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Zukunft der Italian Sea Group sein. Die Wahl des neuen Vorstands am 11. September wird zeigen, welche Richtung das Unternehmen einschlagen wird. Potenzielle Investoren beobachten die Entwicklung genau. Der Konzern verfügt über etablierte Marken mit langer Tradition im Superyacht-Segment. Perini Navi gilt als Ikone im Bereich großer Segelyachten, Admiral und Tecnomar haben sich im Motoryacht-Segment einen Namen gemacht. Diese Assets könnten bei einer erfolgreichen Restrukturierung den Grundstein für einen Neustart legen. Allerdings hängt viel davon ab, ob das Vertrauen von Kunden, Zulieferern und Banken wiederhergestellt werden kann.

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Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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