Neben der Hampshire II und der YAS im Hafen des Fürstentums Monaco liegt sie: die erste Segelyacht der türkischen Werft Ares. Der 62-Meter-Bau trägt den klangvollen Namen Simena – benannt nach einer antiken lykischen Stadt an der türkischen Riviera. So schön wie dieser Ort, ist auch die Yacht selbst: eine gelungene Verbindung aus klassischem Exterieur und modernem Interieur, ohne dabei überladen oder „too fancy“ zu wirken.
Mit der Simena betritt eine Segelyacht die Bühne, die kompromisslos auf Komfort und weltweite Einsatzfähigkeit ausgelegt ist. Der Cruising-Ketch vereint klassische Eleganz mit modernster Technik – gebaut für einen sehr kleinen Kreis von Menschen, die sich Eigner nennen dürfen und keine Grenzen kennen möchten. Nicht primär, weil das Schiff, im Vergleich preislich übertrieben wäre, sondern weil die Werft gezielt einen Eigner mit ausgeprägtem Stilbewusstsein und Sinn für klassische Linien sucht.
Im Gespräch mit Yachtbroker Sean McCarter wird deutlich: Sowohl aus seiner Sicht als auch aus der der Werft kommt nur ein sehr exklusiver Kundenkreis infrage. Die Yacht ist kein Lifestyle-Produkt für jedermann – sie ist ein Statement. Vielleicht vergleichbar mit einem klassischen Bentley oder einem Porsche-Oldtimer – wobei auch dieser Vergleich nur bedingt greift. Von außen zeigt sich die Yacht klassisch, innen angenehm und stimmig modern. Bleibt man beim Automobilbild, könnte man von einem Restomod eines Porsche G-Modells sprechen.
Schon auf den ersten Blick vom Steg aus, wird klar: Hier steckt Substanz. Rumpf und Hauptdeck bestehen aus AH36-Stahl. Darüber erhebt sich eine leichte, zugleich extrem stabile Aufbaustruktur aus Carbon-Sandwich. Das Resultat: maximale Steifigkeit bei reduziertem Gewicht.
Auch technisch überzeugt das 203 Fuß lange Boot auf ganzer Linie. Das pochende Herz des türkischen Baus ist ein hochmodernes, parallel ausgelegtes Hybridsystem. Ein MAN-Dieselmotor arbeitet dabei mit einem Servogear-Ecoflow-Propulsionssystem samt Verstellpropeller (CPP) zusammen und wird durch einen 220-kW-Elektromotor ergänzt. Diese Kombination ermöglicht einen besonders leisen und effizienten Betrieb, so die Werft.
Die Energieversorgung an Bord übernehmen drei Dieselgeneratoren mit einer Gesamtleistung von 258 kW. Gesteuert wird mit einer elektrohydraulische Ruderanlage als Ein-Ruder-System. Unterstützt wird man bei Hafenfahrt von einem 120-kW-Bugstrahlruder sowie einem 100-kW-Heckstrahlruder.
Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit des Systems: Insgesamt stehen sechs verschiedene Betriebsmodi zur Verfügung. Im reinen Dieselmodus übernimmt der MAN-Motor den Vortrieb, während im Elektromodus ausschließlich der E-Motor arbeitet. Im kombinierten Modus wird nicht nur Vortrieb erzeugt, sondern gleichzeitig elektrische Energie generiert. Im reinen E-Betrieb dient der Dieselmotor ausschließlich der Stromerzeugung. Unter Segeln kann im sogenannten Hydro-Generator-Modus die Rotation des Propellers genutzt werden, um Energie zu gewinnen. Und im reinen Segelmodus laufen weder Diesel- noch Elektromotor. Der Propeller ist dann im Feathering-Modus und verursacht so minimalen Widerstand.
Mit einer Gesamtantriebsleistung von 1.102 kW erreicht die Simena eine Höchstgeschwindigkeit von 14 Knoten. Die komfortable Reisegeschwindigkeit liegt bei 11 Knoten, bei einer Reichweite von rund 4.000 Seemeilen. Im besonders effizienten Betrieb sind sogar bis zu 6.000 Seemeilen bei 9 Knoten möglich. Unter Segeln soll auch mehr drin sein. An Bord berichtete der Kapitän der Yacht von bis zu 18 Knoten bei idealen Bedingungen.
Bis zu zwölf Gäste genießen höchsten Komfort an Bord, betreut von einer neunköpfigen Crew. Unterdeck bieten drei großzügige Doppelkabinen sowie zwei Twin-Kabinen ausreichend platz – alle selbstverständlich mit eigenen Bädern.
Das Herzstück bildet jedoch die Eignersuite im Vorschiff. Mit separatem Bad, Ankleide, Schminktisch und Lounge-Sofa wird sie zum privaten Rückzugsort auf höchstem Niveau. Besonders beeindruckend ist die freistehende Badewanne, eingefasst in edlen Marmor.
Aus Gewichtsgründen ist der Marmor in Sandwichbauweise ausgeführt. Lediglich die großzügige Dusche in der Eignerkabine besteht aus massivem Material – und verdient das Attribut „groß“ im wahrsten Sinne des Wortes. Kerem Kalafatoglu, Teil der Werftführung und Sohn des Werftchefs, kommentiert augenzwinkernd: „Hier findet jeder Platz“.
Ein weiteres durchdachtes Detail ist der seitliche Zugang zum Meer: Über eine elegante Treppe gelangen Gäste direkt zur aufklappbaren Badeplattform. Näher am Wasser geht es kaum. Selbstverständlich liegt hier auch der eigens für die Yacht konzipierte Tender, der gleichzeitig als Rettungsboot dient.
Im Heckbereich befindet sich der Crewbereich mit Kapitänskabine und drei weiteren Doppelkabinen, jeweils mit eigenem Bad. Hinzu kommen eine voll ausgestattete Kombüse, Crew-Messe, großzügige Lagerflächen und ein weitläufiger Maschinenraum. Praktisch gelöst: Der Wäschereibereich ist direkt mit zusätzlichen Gefrierkapazitäten kombiniert.
An Deck zeigt sich die Simena von ihrer entspannten Seite. Im Heck laden große Sonnenliegen, ein Jacuzzi und komfortable Sofas zum Verweilen ein – ideale Voraussetzungen für lange Tage unter freiem Himmel. Badeleiter und Passerelle sorgen für bequemen Zugang zum Wasser.
Der Außenessbereich bietet Platz für bis zu 14 Personen und lässt sich dank flexiblem Tischkonzept variabel nutzen. Ergänzt wird das Arrangement durch eine großzügige U-förmige Lounge sowie eine voll ausgestattete Wetbar. Im Inneren überzeugt der Salon mit viel Raum, stilvollen L-förmigen Sofas, Couchtischen und einem separaten Essbereich für zwölf Gäste. Große elektrische Schiebetüren verbinden Innen- und Außenbereich nahtlos miteinander. Mittschiffs befindet sich der zentrale Salon mit Treppenaufgang zu allen Decks.
Vorne am Aufbau liegt das Steuerhaus. Es ist funktional und zugleich komfortabel gestaltet, mit integrierter Sitzgelegenheit und direktem Zugang zum Schiffsbüro. Davor lädt ein weiterer Loungebereich auf dem Vorschiff zum Entspannen ein.
Den ganzen Bericht über die Simena lest ihr demnächst im Heft und hier. In der Zwischenzeit schaut euch gerne die exklusive Bildergalerie an.

Redakteur Test & Technik