Nautor ließ “Raijin” auf dem Gelände ihrer Boatbuilding Technology Centre genannten Werft in Pietarsaari zu Wasser. Baunummer zwei der Swan 128 misst 38,98 Meter und trägt den Namen des japanischen Gottes für Donner, Blitz und Stürme. Gegenüber der ersten Einheit “BeCool” weist “Raijin” Änderungen beim Innenausbau sowie beim Energie- und Antriebssystem auf. „Wir betrachten die Swan 128 als ultimativen Ausdruck unserer Entwicklung", erklärt Nautor-CEO Giovanni Pomati. Die zweite Einheit verfüge über ein Dual-Energy-System, das die Vision der Werft von selbstversorgenden Segelyachten widerspiegele. Das System produziere die an Bord benötigte Energie und erweitere die Reichweite ohne Abhängigkeit von Dieselmotoren.
Die Werft entwickelte das Dual-Energy-System in Zusammenarbeit mit Danfoss. Das System optimiert Energieproduktion und -verbrauch in jeder Phase, um Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren. Unter Segeln produziert und speichert die Yacht mittels Rekuperation Energie. Diese versorgt sowohl den elektrischen Antrieb als auch die Bordsysteme und reduziert die Abhängigkeit von Generatoren vor Anker. Der elektrische Hauptmotor wirkt auf einen Verstellpropeller . Zwei 130 Kilowatt starke Cummins-Generatoren und ein Fisher-Panda-Generator mit 30 Kilowatt Leistung ergänzen das System. Über den Antriebsstrang und den Verstellpropeller regeneriert das System zwischen 30 und 50 Kilowatt Leistung unter Segeln. Eine große Batterienbank mit 189 Kilowattstunden Kapazität ermöglicht bis zu acht Stunden geräuschlosen Betrieb bei laufenden Systemen.
Das Interieur von “Raijin” unterscheidet sich deutlich von der ersten Swan 128. Die Architekten Misa Poggi und Antonie Bertherat entwickelten das Design gemeinsam mit Heini Gustafsson vom werftinternen Team. Mattierte Eiche in Radialschnitt-Optik prägt die Räume. Warme weiße Eschenholzpaneele und natürliche Rattandetails ergänzen die gelungene Mischung. Die erste Swan 128 “BeCool” hatte dagegen ein Teak-Interieur erhalten. Die Polster zeigen subtile Nadelstreifendetails und kombinieren Himmelblau mit warmem Ocker. German Frers zeichnete für die effizienten Rumpflinien verantwortlich, während Micheletti+Partners das Exterieurdesign weiterentwickelten.
Die Werft konzipierte die Swan 128 für ausgedehnte Ozeanpassagen und Regattaeinsätze. Der Rumpf sei für Performance über einen weiten Geschwindigkeitsbereich optimiert, teilt Nautor Swan mit. Eine Doppelruderanlage gewährleiste präzises Steuern und Reaktionsfähigkeit. Der großzügige Segelplan liefere sowohl Kraft bei leichten Winden als auch einfaches Handling bei anspruchsvolleren Bedingungen. Die Yacht verkörpert perfekt die Performance-Cruiser-Philosophie der Werft.
“Raijin” wird nach den abgeschlossenen Probefahrten und der Übernahme des Eignerins Mittelmeer überfürht. Im September nimmt die Yacht am Rolex Swan Cup in Porto Cervo teil. Die Veranstaltung feiert ihr 60-jähriges Jubiläum.
Nautor startete zudem mit dem Bau der Swan Alloy 44, der größten Segelyacht in ihrer 60-jährigen Geschichte. Das 43,5 Meter lange Alu-Schiff entsteht zunächst bei Gouwerok in den Niederlanden, bevor es zur Endausrüstung nach Viareggio kommt. Massimo Perotti, Vorsitzender von Sanlorenzo, gab die Nummer eins der neuen Swan Alloy Linie in Auftrag.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv