Mega-ProjektYacht ohnegleichen: "Dream Symphony"

Jochen Rieker

 · 03.08.2011

Mega-Projekt: Yacht ohnegleichen: "Dream Symphony"Foto: YACHT/Dykstra
So soll der Stagsegelschoner in fünf Jahren aussehen
In der Türkei wird derzeit das größte private Segelboot aller Zeiten auf Kiel gelegt – 141 Meter lang, aus Holz gebaut. Die ersten Fotos!

Es ist ein Projekt, das sprachlos machen kann. Selbst die eben fertiggestellte "Panamax" von Baltic Yachts verblasst dagegen. Denn "Dream Symphony", größte Segelyacht der Welt, stellt nicht nur mit einer Länge von 141 Meter alles bisher Dagewesene in den Schatten.

Auch der Baustoff ist höchst ungewöhnlich. Der Viermast-Schoner mit den extravaganten, neo-klassizistisch anmutenden Linien wird aus Holz konstruiert. So immens ist der Bedarf an Biomasse, dass die türkische Werft DSV Yachts eigens einen Wald aufforsten lässt. Fünf Jahre währt die Bauzeit des von Dykstra und Ken Freivokh gestalteten Schiffs. So der Plan.

28,85 Knoten Rumpfgeschwindigkeit: da schrumpfen Ozeanpassagen zu einer Sache von Tagen, nicht Wochen
Foto: YACHT/Dykstra

Den ersten Bauabschnitt haben die Macher um Werftchef Valeriy Stepanenko bereits hinter sich. Sie errichteten zunächst eine 200 Meter lange Halle, flankiert von zwei weiteren Gebäuden, in denen jeweils bis zu 80 Meter lange Boote entstehen können. Dann legten sie den Kiel der "Dream Symphony". Wie Dykstra befand, ist es der Beginn "eines der fraglos erstaunlichsten Segelyachtprojekte des Jahrzehnts".

Und mehr!

Für die Türkei, die im internationalen Bootsbau rasant an Bedeutung gewinnt, wirkt das Vorhaben wie ein Leuchtturm. Längst gibt es andere, wenn auch kleinere Vorzeigeprojekte. Oyster lässt hier Semicustom-Boote von 100 Fuß und mehr bauen. Konstrukteur Rob Humphreys verwirklicht am Bosporus bei Arkin Pruva seine Idee eines fahrtenorientierten J-Class-Remakes mit der Tempus Class. Beides Beispiele für Top-Projekte, die vor zehn Jahren undenkbar gewesen wären. Daneben entstehen beispielsweise mit Egeyat und Azuree auch für den breiten Markt Serienyachten.

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Birgit Schnaase, international renommierte Yacht-Innendesignerin, lobt das Know-how und die Qualität der türkischen Bootsbauer. "Da entsteht ein neuer Standort von Weltklasse", sagte die Hamburgerin gegenüber YACHT online.

Jochen Rieker

Jochen Rieker

Herausgeber YACHT

Aufgewachsen in Süddeutschland, hat Jochen Rieker das Segeln auf Bodensee, Ammersee und Starnberger See gelernt. Zunächst war er auf Pirat, H-Jolle und Tempest unterwegs, später auf Hobie Cat, A Cat und Dart 16. Aber wie das so ist: Je weiter entfernt das Meer, desto größer die Leidenschaft danach. Inspiriert durch die Bücher von Bobby Schenk und Wilfried Erdmann, folgte in den 90ern der erste Dickschifftörn im Ionischen Meer auf einer Carter 30, damals noch ohne Segelschein. Danach war’s um ihn geschehen. Als YACHT-Kaleu und Jury-Vorsitzender des European Yacht of the Year Award hat Rieker in den vergangenen mehr als 25 Jahren gut 500 Boote getestet. Sein eigenes, ein 36-Fuß-Racer/Cruiser, lag zuletzt in der Adria. Diesen Sommer verholt er es an die Schlei, wo er inzwischen lebt.

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