Jeff BezosGiga-Segelyacht „Koru“ zum Verkauf?

Martin Hager

 · 06.05.2026

Jeff Bezos und seine Frau Lauren Sánchez verbringen viel Zeit an Bord des Dreimastschoners, der bei Oceanco in Holland entstand und erst vor drei Jahren an den Amazon-Gründer ausgeliefert wurde. | Fotomontage: dpa/pa
Gerüchte über Yachten prominenter Eigner verbreiten sich häufig wie ein Lauffeuer. So auch dieses: Laut eines US-Promi-Magazins möchte sich Amazon-Gründer Jeff Bezos von seinem gaffelgetakelten 125-Meter-Dreimaster trennen. Grund dafür seien laut Szene-Gossip die Maße des XL-Seglers.

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​Jeff Bezos will sich von seiner Segelyacht “Koru” trennen. Das zumindest berichtet das US-Promi-Magazin Page Six unter Berufung auf anonyme Quellen. Der Dreimast-Gaffelschoner „Koru“ stammt aus den Hallen der niederländischen Werft Oceanco und schafft es mit 125 Metern lässig auf Platz zwei des Rankings der größten Segelyachten der Welt. Dabei birgt der Stahl-Alu-Bau mit dem mitternachtsblauen Rumpf und dem riesigen Sonnendeck diverse Superlative, etwa „größte Privatyacht made in Holland“. Allein der begleitende Versorger “Abeona” von Damen Yachting misst 76 Meter und wird von Bezos’ Ehefrau im Heli angeflogen. Für die bis zu 85 Meter hohen Masten mussten für den Transport zum Glück keine Brücken demontiert werden, sie fuhren nach dem Stapellauf 2022 getrennt bis zum finalen Stelltermin in den Hafen von Rotterdam. Das Interieur von “Koru” zeichnete das Studio Mlinaric, Henry and Zervudachi mit Sitz in London.

Laut des Promi-Magazins seien die Dimensionen des XL-Seglers Grund für den möglichen Verkauf. Eine anonyme Quelle teilte Page Six mit, das Schiff sei „zu gigantisch, um es zu managen". Zudem ermögliche die Yacht ihrem Besitzer kaum noch Privatsphäre, da sie mittlerweile zu bekannt sei.

Logistische Schwierigkeiten

Die Dimensionen der 16,95 Meter breiten “Koru” sorgten in der Vergangenheit häufiger für logistische Probleme. Beim Grand Prix in Monaco 2025 soll dem Schiff ein Liegeplatz im Port Hercule verwehrt worden sein. Auch bei einer Reise nach Venedig zur Hochzeit des Eigners durfte die Yacht offenbar nicht in die Lagune einfahren. Laut eines Medienberichts von 2023 lag die Koru zeitweise im Hafen von Port Everglades in Florida – allerdings nicht neben anderen Luxusyachten, sondern zwischen Öltankern und Containerschiffen. Grund seien ihre Größe, ihr Tiefgang von 4,30 Metern und fehlende passende Liegeplätze gewesen. Schon beim Bau sorgte das Schiff für Aufsehen. In Rotterdam stand 2022 im Raum, eine historische Brücke teilweise abzubauen, um die Yacht passieren zu lassen. Nach Protesten wurde der Plan verworfen, das Schiff schließlich ohne Masten weitergeschleppt.

Millionenkosten für Betrieb und Unterhalt

“Koru” und ihr Supportschiff “Abeona” verursachen zusammen Betriebskosten von etwa 15 Millionen Euro pro Jahr. Eine Summe, die selbst wohlhabende potenzielle Käufer abschrecken könnte. “Koru” bietet Platz für bis zu zwölf Gäste und wird von einer 30-köpfigen Crew betrieben. Zur Ausstattung gehören mehrere Whirlpools, ein großes Gym, Beauty-Salon und großzügig geschnittene Suiten. Prominente wie Oprah Winfrey, Kim Kardashian oder Leonardo DiCaprio sollen laut Promi-Portalen bereits an Bord gewesen sein.

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Jeff Bezos geht weiter segeln

Auch wenn es eine gute Schlagzeile ist, der Verkauf der Ausnahmeyacht nur drei Jahre nach Übernahme scheint unwahrscheinlich. Zum einen machen die Baukosten von “Koru” im mittleren neunstelligen Euro-Bereich den Segler im klassischen Schoner-Look nicht gerade leicht verkäuflich, zum anderen musste der Amazon-Gründer fünf Jahre auf seine Traumyacht warten. Zudem ist Jeff Bezos mit einem aktuellen Vermögen von 238 Milliarden Euro (Stand 6. Mai 2026) nach Elon Musk (Tesla, SpaceX), Larry Page (Google) und Sergey Brin (Google) der viertreichste Mensch der Welt, was bedeutet, er kann sich jede Yacht der Welt leisten. Vielleicht geht er ja bald, wie Hollywood-Star Tom Cruise, auch auf einer kompakten 36 Meter langen Swan 108 segeln. Ganz unauffällig, während “Koru” die Paparazzi ablenkt.


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Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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