Frisch aus dem Refit40-Meter-Ikone von Abeking & Rasmussen auf dem Markt

Sören Gehlhaus

 · 17.07.2026

Sanftes „4K“-Refit: Im Deckshaus-Salon übernahm Nauta Design die Freischwinger von Mart Stam, erneuerte aber ...
Nach einem Refit unter gestalterischer Ägide von Nauta Design steht die 40 Meter lange „4K“ zum Verkauf. Die Alu-Slup lief 2002 bei Abeking & Rasmussen als „Alithia“ und bislang letzter dort gebauter Segel-Solitär vom Stapel.

Themen in diesem Artikel

Refits sind als verkaufsfördernde Maßnahme keine Seltenheit im Superyachtgeschäft. Nun ist „4K“ nicht irgendein dahergesegeltes Verkaufsobjekt. Sie sticht hervor durch ihre Provenienz. Die knapp 40 Meter lange Alu-Slup wurde 2002 von Abeking & Rasmussen gebaut und ist damit die bislang letzte Segelyacht der nun für große Motorformate bekannten Adresse. Den Einstieg in den Markt der schnellen Supersegler läutete „Extra Beat“ ein. Die 36-Meter-Maxi lieferte die Werft aus dem niedersächsischen Lemwerder an den „Avvocato“ Gianni Agnelli aus.

Yacht mit spannender Provenienz

Der Ersteigner von „4K“ war in Deutschland ähnlich bekannt: Jost Stollmann nannte sie „Alithia“ und segelte auf ihr zwei Jahre um die Welt mit seiner Familie. Stollmann gründete Compunet und avancierte in den 1990er-Jahre zu einem erfolgreichen IT-Unternehmer, der es 1998 ins SPD-Schattenkabinett schaffte. Mittlerweile lebt Jost Stollmann in Sydney. Von der großen A&R trennte er sich vor einigen Jahren und vertraut seit 2020 auf einen stark adaptierten Serienbau aus Italien.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Auch die Solaris 80 RS gleichen Namens schickt er um den Globus. Diesmal soll „Alithia“ binnen sieben Jahren durch das Mittelmeer, zu den griechischen Inselwelten und in den Norden nach Island, Spitzbergen und zu den Lofoten. Weitere Stationen sind die Karibik, die lateinamerikanische Küste, der Indische Ozean, Australien, Neuseeland, der Pazifik mit seinen Inselwelten, Japan, Alaska sowie zum Abschluss Vancouver, Hawaii und Kap Hoorn. Über die Teilnahme am Sydney Hobart Race berichtete die YACHT bereits.

Respektvolles Refit für „4K“

Im Zuge des „4K“-Verkaufs gestaltete Nauta Design das im Original minimalistische Winch-Interieur behutsam um. Die ursprüngliche Inneneinrichtung der 40 Meter langen Abeking & Rasmussen nutzte das enorme Raumvolumen optimal aus und machte das natürliche Licht dank der rundum verlaufenden Fenster im Deckssalon und der Rumpflichtöffnungen zu einem integralen Bestandteil des Designs. Doch nach so vielen zurückgelegten Seemeilen hatten die klaren Linien und neutralen Farbtöne des Designs ihre Frische verloren.

Der Eingriff beschränkte sich auf eine Auffrischung ohne grundlegende Umbauten und umfasste nahezu alle Innenbereiche vom Navigationsplatz bis zur Eignerkabine. Das Designstudio aus Mailand setzte auf natürliche Farbtöne und weiche Materialien. Nauta tauschte lose Möbelstücke aus und erneuerte Oberflächen. Im oberen Salon hielt man an den Stühlen fest, Freischwingern von Mart Stam. ​Im Salon darunter, verbunden über eine Galerie, blieben die in die Wand integrierten Bilderrahmen bestehen.

​Interessantes Layout beibehalten

Vor allem blieb die originäre Raumaufteilung erhalten. Sie platziert die größte Kammer achtern mit eigenem Niedergang und großzügigem Bad an Steuerbord. Daran schließen sich zwei Gästequartiere mit Doppelbetten an, eins davon freistehend. Vor dem abgesenkten Salon liegen die Galley und Crewunterkünfte. Sogar ein kleiner Fitnessraum findet im Vorschiff Platz. Heutzutage entstehen die meisten Segler über 24 Meter Länge mit Eignerkabinen in der Bugpartie. Dadurch rückt die Crew nach achtern und ist näher an den Arbeitsbereichen.

Die Zusammenarbeit zwischen Eigner, Crew, Makler und Designstudio erfolgte nach Angaben von Nauta unter engem Zeitplan. Martino Majno, Co-Direktor bei Nauta, beschreibt die Herausforderung als Balance zwischen bestehenden Elementen und neuen Lösungen. Guido Valtorta, ebenfalls Co-Direktor, hebt die Kombination aus aufgefrischten Materialien und maßgefertigten Möbeln hervor.

Solide Basis für Langfahrten

Der performante, IMS-typisch im Heck eingeschnürte Alurumpf und das kräftige Slup-Rigg prägen das Erscheinungsbild von „4K“. Der beinahe lotrechte Steven und der pfeilgerade Deckssprung wirken auch nach über 20 Jahren zeitgemäß. ​Für die Linien zeichnet der US-amerikanische Konstrukteur Bill Tripp verantwortlich. Die erhöhte Decksaufbau-Konstruktion schafft Stehhöhe im Salon und verbessert die Sicht nach außen – ein im Jahr 2002 noch ungewöhnliches Arrangement für Yachten dieser Größe.

Will Bishop von Superyacht Partners bietet „4K“ für 8,5 Millionen Euro an. Die Yacht liegt aktuell in Palma de Mallorca.

„4K“-Layout mit dem Eigner-Areal achtern.„4K“-Layout mit dem Eigner-Areal achtern.

Technische Daten „4K“

  • Länge: 39,78 m
  • Breite: 8,38 m
  • Tiefgang: 4,1 – 5,9 m
  • Material: Aluminium
  • Innenraumvolumen: 188 Gross Tons
  • Verdrängung: 156 t
  • Motor: MTU, 420 kW
  • Werft: Abeking & Rasmussen
  • Baujahr: 2002
  • Refit: 2025/2026
  • Liegeplatz: Palma de Mallorca, Spanien
  • Preis: 8.500.000 Euro
  • Makler: Will Bishop, Superyacht Partners
  • Designer Refit: Nauta Design Studio
  • Designer: Winch Design
  • Konstruktion: Bill Tripp
Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

Meistgelesen in der Rubrik Yachten