Open 60Boris Herrmann bekommt Top-Schiff!

Andreas Fritsch

 · 03.01.2017

Open 60: Boris Herrmann bekommt Top-Schiff!Foto: Gitana SA/Th. Martinez

Vor kurzem gab der Deutsche seine Vendée-Globe-Kampagne für 2017 bekannt. Jetzt ist klar: Er segelt mit Sébastien Josses Ex-"Edmond de Rothschild"

  Boris HerrmannFoto: Ledda, Barbara
Boris Herrmann

Es war der letzte Baustein, der noch fehlte. Bislang hatte der Hamburger nur verkündet, dass es gelungen sei, ein "Top-Boot der letzten Generation" zu kaufen. Jetzt ist klar, welches: die "Edmond de Rothschild" des Gitana-Teams, das Boot, mit dem Sébastien Josse bei der Vendée Globe auf Platz drei liegend wegen Problemen mit einem Foil ausschied. Das 2015er-VPLP/Verdier-Design gehört zu den am besten entwickelten Open 60 des Rennzirkus und sollte eine perfekte Basis für eine Weiterentwicklung zur Vendée Globe 2020 bieten.

Herrmann treibt das Projekt zusammen mit Pierre Casiraghi und dessen Team "Malizia" des Yacht-Club de Monaco voran. Die Finanzierung des Open 60 hat der Stuttgarter Immobilienunternehmer Gerhard Senft sichergestellt.

Hermanns neuer Open 60, die Ex-"Edmond de Rothschild" von Sébastien Josse

"Dieses Boot gehört zur neuesten Generation der Open 60 und bietet echtes Siegpotenzial, da wir es langfristig weiterentwickeln können", so Boris Herrmann. Das Gitana-Team hatte das Boot 2015 gebaut und danach fortwährend modifiziert. Es gilt neben der "Banque Populaire" als das am besten aufgestellte Team der Imoca-Szene, das eigene Entwicklungsabteilungen und Ingenieure beschäftigt. Herrmann weiter: "Unser Augenmerk gilt jedoch ohnehin erhöhter Zuverlässigkeit. Dazu gehört auch die Entwicklung neuer, noch effizienterer Foils, in deren Form wir weitere Luft nach oben sehen."

Gitana-Skipper Sébastien Josse aus Frankreich war mit dem Open 60 einer der Top-Favoriten der noch laufenden Vendée Globe, musste allerdings auf halber Strecke in der Nähe von Australien an dritter Stelle liegend aufgeben. Im Sturm war ein Schwert beschädigt worden, es drohte den Schwertkasten zu zerstören, was zu einem unkontrollierbaren Wassereinbruch hätte führen können. Derzeit wird das Boot auf einem Frachter nach Frankreich gebracht. Dort refittet das Gitana-Team das Boot, bevor es wohl im März/April an das Team Malizia und Boris Herrmann übergeben wird.

Bis dahin konzentrieren sich internationale Spezialisten um Boris Herrmann auf die Suche nach einem Titelsponsor. Für Präsentationen und die Vorbereitungen hatte der Navigator sogar schweren Herzens auf einen weiteren Rekordversuch mit dem Trimaran "Idec Sport" verzichtet, der auf halber Strecke der Jules Verne Trophy derzeit rund einen Tag Vorsprung vor der Bestmarke hat.

Unterstützt wird Herrmann unter anderem von seinem Segelfreund Pierre Casiraghi, dem Geschäftsmann und Vizepräsidenten des YCM. Der älteste Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco wird nach erfolgreicher gemeinsamer Premierensaison auf dem foilenden GC32-Katamaran "Malizia" zudem mit Herrmann auf dem Open 60 die geplanten Zweimann-Regatten bestreiten. Neben zwei Transatlantikrennen pro Jahr stehen auch längere Auftritte in Deutschland auf der Agenda.

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