Neue BooteScharf gewürzt: große M.A.T. 1340 aus der Türkei

Michael Good

 · 19.01.2021

Neue Boote: Scharf gewürzt: große M.A.T. 1340 aus der TürkeiFoto: M.A.T. Yachts

Die Werft in Izmir arbeitet für ein spannendes Neubauprojekt mit Mills Yacht Design zusammen. Der IRC-Renner ist im Bau und soll im August 2021 fertig sein

Der 42-Fußer wird dann das neue Flaggschiff von M.A.T. Yachts sein. Immerhin bietet die Marke aus dem Orient damit insgesamt fünf aktuelle Performance-Boote aus der Kleinserie an, in einem Längenspektrum von 10,10 bis 13,40 Meter. Das kleinste Boot der Reihe, die M.A.T. 1010, hatte die YACHT schon im Heft 6/2014 im Test vorgestellt. Dazu hat die Werft bereits einige ausgewiesene Regattayachten als reine One-Offs gebaut, also Einzelbauten im Kundenauftrag.

Das Kerngeschäft von M.A.T. liegt im Wesentlichen in der Aluminiumverarbeitung. Der Bootsbau ist dabei aus der Segelleidenschaften des Firmeneigentümers Alp Somer als Zweiggeschäft hervorgegangen. Für das neue Flaggschiff M.A.T. 1340 hat Somer nun erneut die Zusammenarbeit mit den Konstrukteuren von Mills Design gesucht und bei den IRC-Spezialisten in Irland ein ziemlich kompromissloses Konzept für ein leistungsstarkes Performance-Boot in Auftrag gegeben. Die Vorgaben: maximale Wettbewerbsfähigkeit und eine möglich günstige Vermessung nach IRC und ORC für Hochseeregatten wie auch für kürzere Inshore-Kurse.

Gebaut werden die Boote von M.A.T. als GFK-Sandwichkonstruktionen mit Schaumkern im Vakuum-Infusionsverfahren. Hochbelastete Strukturen im Bereich von Kiel, Ruderwelle und der Wantenaufnahmen werden zusätzlich mit Kohlefaser verstärkt. Der M.A.T. 1340 wird ab Werft ein CNC-gefräster Flossenkiel aus Blei mit einem Tiefgang von 2,65 Meter untergebolzt, ohne Alternativen. Wahlmöglichkeiten gibt es dafür bei den Rudern; für kurze Inshore-Regatten wird das Boot mit nur einem Ruderblatt ausgestattet, welches wegen der breiten Hecksektion weit unter das Boot gebaut werden muss, damit es auch bei Krängung noch wirksam bleibt. Für den Einsatz auf längeren Hochseeregatten mit mehr Reaching-Anteilen werden dem Racer auf Wunsch auch doppelte Ruderblätter eingesetzt.

Das hohe Standard-Rigg von Axxon Composites besteht aus Kohlefaser und wird über doppelte Achterstagen getrimmt. Damit kann ein im Topp weit ausgestelltes Großsegel (Fat-Head) gesetzt werden. Die Genua bleibt mit einer Überlappung von 105 Prozent kurz und hoch. Zusätzliche Segel wie Code Zero oder Gennaker werden an einem Bugspriet aus Kohlefaser gesetzt.

  M.A.T. 1340Foto: M.A.T. Yachts
M.A.T. 1340

Das Konzept der M.A.T. 1340 sieht einen nüchternen, funktionalen Innenausbau mit vielen superleicht gebauten Komposit-Teilen vor. Drei Doppelkabinen sind vorgesehen, dazu ein großer und offener Salon in der Schiffsmitte sowie ein einfacher Toilettenraum und eine kleine Pantry. Rund 500.000 Euro soll die M.A.T. 1340 kosten, brutto inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Der vergleichsweise gehobene Preis erklärt sich zum Teil mit einer überdurchschnittlich guten Grundausstattung gemäß der bereits veröffentlichten Standard-Spezifikationen. Neben Carbon-Rigg, Bleikiel und Prepreg-Kohlefaserruder wird das Boot mit hochwertigen Beschlägen von namhaften Herstellern bestückt. Zur Motorisierung wird ein 30-PS-Innenborder von Yanmar mit Saildrive eingebaut.

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