Die Werft Code Yachts hat schon mit spannenden, superleicht gebauten Kohlefaser-Racern auf sich aufmerksam gemacht, etwa mit der Code 8 oder dem Canting-Kieler Code 10. Jetzt folgt das nächste Projekt der Werft unter der Bezeichnung Cayman 28. Ursprünglich als Einzelbau geplant, soll der spannende Racer nun doch in Serie gehen.
Die Konstruktion von Marc Mills wird bei Code Yachts komplett aus Kohlefaser gebaut, als Sandwich-Konstruktion mit Epoxidharz. Das komplexe Engineering dafür stammt von SDK Structures in den USA. Auch die Finne des tiefen T-Kiels und das Ruderblatt bestehen aus Carbon sowie natürlich das komplette Rigg. Der Mast von Axxon Spars mit zwei stark gepeilten Salingen hat kein Achterstag und keine Runners. Dafür kann ein durchgelattetes Großsegel mit einem weit ausgestellten Squaretopp gesetzt werden.
Spannend auch die Konstruktion an Deck. Wie bei einer modernen Skiff-Jolle ist das Deck der Cayman 28 vom Bug bis zum Heck als tiefergelegte Wanne gestaltet. Einen Kajütaufbau gibt es nicht. Das hat auch Vorteile für die Führung der Genua am Wind, die am Hals und am Schothorn maximal tief liegt, unterhalb der Deckskante sogar. Das reduziert die Verwirbelungen über Deck und sorgt für eine effiziente Anströmung.
Ein innovatives Detail sind die flexiblen Ausleger (Racks), die im Regatta-Modus beidseitig um etwa 70 Zentimeter ausgefahren werden und damit zusätzlich für aufrichtendes Moment sorgen. Im Hafen und für den Transport bleiben die Racks als integrativer Bestandteil der Deckskante eingefahren. Die Breite beträgt dann noch straßentaugliche 2,53 Meter.
Der Kiel mit über 1,90 Meter Tiefgang bleibt allerdings fest angebaut. Ein Hubkiel ist auch als Option derzeit noch nicht vorgesehen. Bei einem Gesamtgewicht von 1.100 Kilogramm segelfertig beträgt der Ballastanteil rund 50 Prozent. Dagegen steht eine stattliche Segelfläche am Wind (Groß und Fock) von knapp 47 Quadratmetern. Damit ergibt sich eine Segeltragezahl von 6,6, was für ein extrem hohes Leistungspotenzial steht. Entsprechend wird die Cayman 28 nach ORC-Handicap auch bestraft: Gemäß ORC-Messbrief für die Baunummer eins, die unter dem Namen “Rooster” läuft, erhält das Boot ein GPH-Rating von 545.1 bei einem Crewgewicht von 300 Kilogramm.
Für die Motorisierung der Cayman 28 bietet die Werft in Ungarn gleich mehrere Varianten, die aber alle nur als Extra und gegen entsprechenden Aufpreis erhältlich sind. Die einfachste Möglichkeit ist der Außenborder mit 6 oder 8 PS Leistung, der an einer Halterung am Heck angebaut wird und bei Nichtgebrauch in einem Staufach unterhalb des Cockpitbodens lagert. Möglich sind jedoch auch die kleinsten Einbaumotoren von Lombardini oder Yanmar mit Wellenantrieb und Faltpropeller. Und: Code Yachts baut auf Wunsch auch einen Elektro-Podmotor von Oceanvolt mit einer Leistung von 6 kW ein (Aufpreis ca. 23.000 Euro).
Etwas ernüchternd ist die erste, vorläufige Preisansage für die Cayman 28 von Code Yachts: 198.730 Euro soll der leistungsstarke Racer aus Ungarn kosten, zwar inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, aber immer noch noch ohne Segel und ohne Motor.

Redakteur Test & Technik