Botin Cup 41Kompromisslose IRC-Waffe speziell für den Admiral’s Cup

Michael Good

 · 14.04.2026

Kompromisslos ein Racer: Langer Bugsprieg, lange und schlanke Rumpfanhänge, offenes Cockpit und kein Kajütaufbau.
Foto: Botin Partners
​Mit der Botin Cup 41 schicken Botin Partners Naval Architecture aus Spanien und der Composite-Spezialist McConaghy Boats aus China eine kompromisslose Rennyacht ins Rennen. Das Boot ist von Grund auf für die kleineren Klassen bei Admiral’s Cup und Sardinia Cup entwickelt worden – und damit klar auf den internationalen Hochsee-Rennsport ausgerichtet.

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​Die Konstruktion ist konsequent auf das Ausgleichssystem IRC ausgelegt. Für den Admiral’s Cup 2027 liegt die Obergrenze der kleineren Klasse bei einem TCC von 1,282 – exakt dort setzt das Konzept der Botin 41 an. Der Entwurf folgt den neuesten Erkenntnissen des modernen Yachtdesigns und versteht sich als evolutionäre Weiterentwicklung. Die Konstrukteure von Botin Partners und der Hersteller McConaghy sprechen von einer Plattform, die sowohl bei Up-and-Down-Regatten als auch auf Mittelstrecken optimale Performance liefern soll. Rumpfform, Anhänge und Segelplan basieren auf den Erfahrungen früherer Botin-Projekte.

Konsequent auf Leistung gebürstet

​Gebaut werden Rumpf, Deck und Struktur bei McConaghy Boats in China in extrem aufwendiger und hochwertiger Hightech-Bauweise. Die Konstruktion setzt auf Prepreg-Carbon in Sandwichbauweise mit Nomex-Wabenkern. Die Kielfinne ist CNC-gefräst, ebenso die Bleibombe des T-Kiels. Das unterstreicht, wie klar die Botin Cup 41 als kompromissloses Grand-Prix-Werkzeug konzipiert ist.

​Auch beim Rigg bleibt das Konzept kompromisslos. Vorgesehen ist ein High-Modulus-Kohlefaserrigg mit Carbon-Baum, Carbon-Rigging, Titan-Fallenschlössern sowie einem konsequent auf maximale Performance ausgelegten Trimmkonzept mit doppelten Backstagen (Runners) und hydraulischen Systemen. Die primären Winschen und die Großschotwinschen werden über einen Grinder angetrieben.

Innen nur das Nötigste

​Passend dazu fällt das Boot unter Deck äußerst spartanisch aus. Die Spezifikationen zeigen eine klar auf den Regattaeinsatz reduzierte Innenausstattung mit nur den nötigsten Elementen für Lang- oder Mittelstreckenrennen offshore. McConaghy Boats nennt für die Botin Cup 41 eine erste grobe Preiseinschätzung von 1,99 Millionen US-Dollar. Das entspricht nach aktuellem Umrechnungskurs rund 1,7 Millionen Euro. Wie üblich bei hochgezüchteten Regattayachten dieses Kalibers sind dabei die Kosten für Elektronik und Segel noch nicht eingerechnet.

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Ziel: Admiral’s Cup 2027

​Dass die Botin Cup 41 auf den Admiral’s Cup zielt, unterstreicht die sportliche Stoßrichtung des Projekts. Der traditionsreiche Teamwettbewerb, 1957 gegründet und nach langer Pause 2025 vom Royal Ocean Racing Club wiederbelebt, gilt erneut als eines der wichtigsten Ziele im internationalen IRC-Regattasport. Die nächste Austragung wird im Juli 2027 vor Cowes in England stattfinden, mit einem attraktiven Format aus Inshore- und Offshore-Rennen sowie dem legendären Rolex Fastnet Race als Höhepunkt.

Technische Daten Botin Cup 41

  • Konstrukteur: Botin Partners Naval Architecture
  • Rumpflänge: 12,55 m
  • Breite: 4,20 m
  • Tiefgang: 3,00 m
  • Gewicht: ca. 4,0 t
  • Motorisierung: 30 PS Einbaumaschine
  • IRC TCC: < 1,282

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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