Die Konstruktion ist konsequent auf das Ausgleichssystem IRC ausgelegt. Für den Admiral’s Cup 2027 liegt die Obergrenze der kleineren Klasse bei einem TCC von 1,282 – exakt dort setzt das Konzept der Botin 41 an. Der Entwurf folgt den neuesten Erkenntnissen des modernen Yachtdesigns und versteht sich als evolutionäre Weiterentwicklung. Die Konstrukteure von Botin Partners und der Hersteller McConaghy sprechen von einer Plattform, die sowohl bei Up-and-Down-Regatten als auch auf Mittelstrecken optimale Performance liefern soll. Rumpfform, Anhänge und Segelplan basieren auf den Erfahrungen früherer Botin-Projekte.
Gebaut werden Rumpf, Deck und Struktur bei McConaghy Boats in China in extrem aufwendiger und hochwertiger Hightech-Bauweise. Die Konstruktion setzt auf Prepreg-Carbon in Sandwichbauweise mit Nomex-Wabenkern. Die Kielfinne ist CNC-gefräst, ebenso die Bleibombe des T-Kiels. Das unterstreicht, wie klar die Botin Cup 41 als kompromissloses Grand-Prix-Werkzeug konzipiert ist.
Auch beim Rigg bleibt das Konzept kompromisslos. Vorgesehen ist ein High-Modulus-Kohlefaserrigg mit Carbon-Baum, Carbon-Rigging, Titan-Fallenschlössern sowie einem konsequent auf maximale Performance ausgelegten Trimmkonzept mit doppelten Backstagen (Runners) und hydraulischen Systemen. Die primären Winschen und die Großschotwinschen werden über einen Grinder angetrieben.
Passend dazu fällt das Boot unter Deck äußerst spartanisch aus. Die Spezifikationen zeigen eine klar auf den Regattaeinsatz reduzierte Innenausstattung mit nur den nötigsten Elementen für Lang- oder Mittelstreckenrennen offshore. McConaghy Boats nennt für die Botin Cup 41 eine erste grobe Preiseinschätzung von 1,99 Millionen US-Dollar. Das entspricht nach aktuellem Umrechnungskurs rund 1,7 Millionen Euro. Wie üblich bei hochgezüchteten Regattayachten dieses Kalibers sind dabei die Kosten für Elektronik und Segel noch nicht eingerechnet.
Dass die Botin Cup 41 auf den Admiral’s Cup zielt, unterstreicht die sportliche Stoßrichtung des Projekts. Der traditionsreiche Teamwettbewerb, 1957 gegründet und nach langer Pause 2025 vom Royal Ocean Racing Club wiederbelebt, gilt erneut als eines der wichtigsten Ziele im internationalen IRC-Regattasport. Die nächste Austragung wird im Juli 2027 vor Cowes in England stattfinden, mit einem attraktiven Format aus Inshore- und Offshore-Rennen sowie dem legendären Rolex Fastnet Race als Höhepunkt.

Redakteur Test & Technik