Viel zu tun: Sportdirektor Sébastien Josse, Skipper Armel Le Cléac’h, Teamdirektor Erwan Steff. | Foto: Pierre Bouras / BPCE
Banque Populaire gibt den Bau eines neuen Ultim-Trimarans bekannt. Armel Le Cléac'h wird den 32 Meter langen und 23 Meter breiten Maxi-Trimaran segeln
Ein Jahr nach der Bestätigung des Engagements im Segelsport bis 2029 kündigt Banque Populaire den Bau eines neuen Trimarans an. Der Maxi-Mehrrümpfer „Banque Populaire 15“ gehört zur Ultim-Klasse – den größten und schnellsten Hochleistungs-Trimaranen im Offshore-Segeln. Die Klasse bekam vor Kurzem durch die neue „Gitana 18“ des Rothschild-Rennstalls Zuwachs.
Das Konstruktionsbüro des Teams Banque Populaire stellt eine Design-Gruppe zusammen, die aus Antoine Koch, Gsea Design und den KOnstrukteuren von Finot Conq besteht. Es ist das erste Mal, dass Antoine Koch – bekannt für leistungsstarke Einrümpfer – vollständig in den Entwurf und Bau eines Ultim eingebunden ist. Koch arbeitet auch an der Imoca „Banque Populaire 14“, dieim kommenden Jahr zu Wasser gelassen wird, sowie an der neuen „Malizia“ von Boris Herrmann und dem neuen Boot für Thomas Ruyant. Die Teams bauen drei Schwesterschiffe.
Die Werft CDK Technologies in Lorient übernimmt – wie bei den vorherigen Booten – die Konstruktion des Maxi-Trimarans. Für den Bau sind 28 Monate bis zur Wasserung im ersten Halbjahr 2029 vorgesehen.
Der neue Trimaran soll bei prestigeträchtigen Regatten an den Start gehen. Das Team Banque Populaire peilt Siege bei der Route du Rhum 2030 und der Arkea Ultim Challenge 2032 an. Darüber hinaus soll der Trimaran für Rekordversuche eingesetzt werden, darunter das Trophée Jules Verne – die Crew-Weltumsegelung.
Mit dem Projekt will Banque Populaire die Mannschaft erweitern, die in 37 Jahren Engagement im Segelsport 18 Rekorde aufgestellt und über 20 Siege bei den bedeutendsten Ozeanregatten errungen hat. „Wir wollen bei der Route du Rhum 2030 über ein konkurrenzfähiges Boot verfügen und um den Sieg kämpfen“, erklärt Armel Le Cléac'h, der 2017 auf einer „Banque Populaire“ die Vendée Globe vor Alex Thomson gewann. Das Team wolle sich auf die langjährige Erfahrung stützen und alle Stellschrauben für Innovation und Performance weiter nach vorne drehen.
Der Bau des Maxi-Trimarans mobilisiert rund 150 Unternehmen, die meisten davon im sogenannten Sailing Valley in der Bretagne. Das Projekt gehe über den sportlichen Rahmen hinaus und binde ein Netzwerk von Handwerkern, Selbstständigen sowie kleinen und mittleren Unternehmen ein, die ihr Know-how in die Realisierung einbringen, so der Hauptsponsor.
Pierre-Laurent Berne, technischer Direktor der Banques Populaires: „Es handelt sich um ein menschliches, technisches, technologisches und wirtschaftliches Abenteuer mit einer starken kollektiven Dimension“, sagt er. Banque Populaire bekräftigt mit dem Projekt die Unterstützung für französische Betriebe.
Banque Populaire agiert nicht nur als Sponsor, sondern als Eigner jedes seiner Boote. Dieses Modell ist im Hochseesegeln selten und zeugt von einem besonderen Engagement in einem Sport, in dem Unwägbarkeiten durch Wetter und Technik zahlreich sind. Die Bank feiert 2029 ihr 40-jähriges Engagement im Segelsport.
Aktuell verfügt sie über zwei Boote für wichtige kommende Regatten: die „Banque Populaire XI“ mit Armel Le Cléac'h für die Route du Rhum sowie eine Figaro für das Solitaire du Figaro mit Loïs Berrehar. Parallel befindet sich der Imoca 14 im Bau und soll Anfang des kommenden Jahres zu Wasser gelassen werden – mit Blick auf die Vendée Globe 2028.
Das Konstruktionsbüro strebt einen vielseitigen Trimaran an und will die Performance auf bestimmten Kursen steigern, besonders auf Vorwindkursen. Sébastien Josse, Sportdirektor des Team Banque Populaire, erklärt: „Seit den ersten Ultim ist viel Wasser unter den Foils durchgeflossen. Wir wissen jetzt, dass diese Boote lange fliegen und so die Welt umrunden können.“
Das Team wolle sich auf die in den vergangenen Jahren gewonnenen Erfahrungen stützen. Ziel sei, alles dafür zu tun, dass das Boot bei der Route du Rhum 2030 leistungsstark ist. Maël Devoldere, Leiter des Konstruktionsbüros, beschreibt die Chance, den Ultim von morgen zu zeichnen, als unglaublich. Bei der ersten Ultim-Generation sei es ein Sprung ins Ungewisse gewesen – nun gebe es deutlich mehr Gewissheiten über das Fliegen.
Das Team sucht nach Lösungen, um sich einen Vorsprung zu erarbeiten, Rennen zu gewinnen und Rekorde zu brechen. Das Konstruktionsbüro setzt auf eine frühe Flugphase und optimiert das Boot besonders für raume Kurse mit viel Welle. „Wir sind sehr glücklich, mit Antoine Koch zu arbeiten, der die Generation der Architekten von morgen repräsentiert“, sagt Devoldere. Gemeinsam mit allen Beteiligten wolle man die besten Lösungen finden, um noch leistungsfähiger zu sein.
Der Maxi-Trimaran wird die neuesten Fortschritte bei Materialien, Bordsystemen und Technologie integrieren. Mit dem Neubau will Banque Populaire den Anspruch auf permanente Innovation dokumentieren.
Der Maxi Banque Populaire 15 ist das neunte vom Team Banque Populaire gebaute Boot und der siebte Trimaran. Insgesamt ist es das 14. Boot, das unter den Farben von Banque Populaire segeln wird. Die Studien- und Bauphase umfasst 40 Monate.
Das Projekt sei über Jahre in Gesprächen mit den Führungskräften gereift und das Ergebnis einer kollektiven Reflexion sowie eines permanenten Austauschs, der die Idee habe entstehen lassen. „Wir werden uns auf unsere jahrelange Erfahrung stützen, besonders mit Banque Populaire XI“, sagt der Skipper.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT