Ein höherer 9/10-Mast bringt vier Quadratmeter mehr Segel-PS. Direkt am Rumpf angreifende Wanten betonen das Großsegel, da das Vordertuch nicht mehr überlappen kann. Das ist heute modern, weil effektiv.
Dabei ließen die schlanken Nordholländerinnen früher schon so manchen Konkurrenten, besonders an der Kreuz, alt aussehen. Laut Werft baue man jedoch keine expliziten Rennziegen, es ginge einfach um den Segelspaß, auch für Anspruchsvolle. Wem das Gebotene nicht ausreicht, der kreuzt das Performance-Paket an. Für 5.700 Euro gibt es dann FLEX-P-Cruising-Segel, ein Laminat von Segelmacher Hagoort, kugelgelagerte Mastrutscher und Genuaschienen, Letztere mit Leinenverstellung. Und weiterhin größere Winschen, einen Rodkicker und LED-Lämpchen im Masttopp. Die sportlichen Gene stecken aber schon in der Konstruktion. Ein Längen-Breiten-Verhältnis von 3,12 (Bavaria 36: 2,88) und ein auf Wunsch bis zu 1,95 Meter tief reichender Kiel bei einem Ballastanteil von 37 Prozent zeugen von der Performance-orientierten Ausrichtung. Besonders, wenn es Richtung Luv geht.
Im Standard nennt die Werft das Schiff einen Daysailer, sodass man zum Basispreis noch einiges hinzurechnen muss, damit ein fahrtentaugliches Schiff entsteht. Eine Kühlbox etwa, kostet 1.400 Euro Aufpreis. „Das Boot kann mit den Ansprüchen mitwachsen, zuerst ein günstiger Einstiegspreis, und bei Bedarf kann alles nachgerüstet werden. Alle Punkte in der Optionenliste können nachträglich eingebaut werden, so muss man beim Kauf nicht gleich alles ordern”, erläutert Remco Sol, Inhaber der Werft. 125.000 Euro sind nicht eben günstig, allerdings der Bauqualität angepasst. Die ist als sehr sorgfältig zu bezeichnen. Deck mit Schaumsandwich, Polyester-Strongback und Verstärkungsplatten unter den Beschlägen sowie eine von innen komplett laminierte Rumpf-Deck-Verbindung sind solide. Mit im Paket der Werft: eine gute Portion Individualismus.