Wenn es um Daysailer geht, führt an einer Marke aus Holland kein Weg vorbei: Saffier Yachts. Kein anderer Hersteller hat sich so konsequent auf dieses Segment fokussiert und den Markt mit innovativen, stilprägenden Konstruktionen geprägt. Entsprechend fällt der Name Saffier in diesem Zusammenhang fast zwangsläufig.
Seit den Anfängen vor bald 30 Jahren haben die Yachtbauer in IJmuiden ihren Kurs nie aufgegeben. Selbst mit der im vergangenen Jahr vorgestellten 46er, immerhin 14 Meter lang, hielt die Werft an ihrer Linie fest. Dem Konzept des sportlichen, komfortablen und einfach zu bedienenden Daysailers ist die Werft stets treu geblieben. Nur der Rahmen dafür wurde weiter aufgezogen.
Und so geht es für die Holländer weiter im Takt, der heißt: Jedes Jahr ein neues Modell. 2026 ist es die SE 28 Leopard, die auf der Messe boot in Düsseldorf ihre viel beachtete Premiere gefeiert hat. Und eine erfolgreiche obendrein: 34 Bestellungen sind bis dato für die neue 28er eingegangen, was die erst jüngst komplett neu aufgebaute Produktion in IJmuiden schon wieder restlos auslastet.
Die neue SE 28 Leopard soll dabei mehr sein als nur der nächste Lückenschluss im Programm. Nach Aussage von Werftchef Dennis Hennevanger bündelt das Boot die gesamte Erfahrung, die seine Werft in fast drei Jahrzehnten Daysailer-Bau gesammelt hat. Entsprechend selbstbewusst fällt sein eigenes Urteil aus: „Das ist das beste Boot, das wir jemals gebaut haben.“ Tatsächlich ist das Konzept ungewöhnlich breit aufgefächert. Die SE 28 will nicht nur als klassischer Daysailer für das schnelle Segelvergnügen nach Feierabend funktionieren, sondern ebenso als Clubracer, als Weekender oder als unkompliziertes Familienboot. Dazu passen die große Bandbreite an Ausstattungsoptionen sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung.
Gegenüber dem Vorgängermodell SE 27 Leisure ist das Konzept zwar vertraut, dennoch hat die Werft die Proportionen deutlich geschärft. Bei unveränderter Länge von 8,40 Metern legt der Rumpf 15 Zentimeter in der Breite zu, der Freibord wächst um weitere 15 Zentimeter, was für die Längenklasse schon viel und optisch auch erkennbar ist. Hinzu kommt mehr Volumen im Vorschiff. Vor allem im Bereich der Wasserlinie fällt der Bug deutlich fülliger aus. Prägend ist zudem der markante negative Steven, fast schon in Form eines Kanubugs: optisch ein starkes Statement, sportlich, aggressiv und ausgesprochen eigenständig. Vielleicht erklärt gerade dies den Namenszusatz Leopard.
Auch unter Wasser und beim Rigg wurde nachgelegt: Der Kiel wächst um 10 Zentimeter auf 1,70 Meter Tiefgang, alternativ ist ein Flachkiel mit 1,30 Meter erhältlich. Zum Thema flexible Anhänge zeigt die Werft weiterhin glasklare Kante. Hub- oder Schwenkkiele, wie sie in dieser Bootsgröße bei vielen Booten der Konkurrenz zumindest als Option angeboten werden, lehnt Saffier nach wie vor konsequent ab. Bewegliche Konstruktionen unter Wasser seien funktional zu störanfällig, technisch zu komplex und deshalb am Ende auch zu teuer, so die Argumentation aus IJmuiden. Diese Haltung ist allerdings nicht ohne Kehrseite bezüglich der einfachen Trailerbarkeit und der Möglichkeit, das Boot über eine Rampe zu slippen. Saffier akzeptiert diesen Kompromiss sehr bewusst und bleibt der eigenen Produktphilosophie treu.
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Gegenüber dem Vorgängermodell wächst zudem der Mast um rund einen Meter. Serienmäßig kommt ein hochwertiges Zweisalings-Rigg von Seldén zum Einsatz, optional ist ein Kohlefasermast desselben Herstellers erhältlich. Ebenso variabel fallen die Möglichkeiten zur Besegelung aus. In der Standardausführung kommt die Saffier mit Selbstwendefock und Großsegel aus Dacron, eine passende Konfiguration für unkompliziertes, einhandtaugliches Daysailing. Für den sportlicheren Zuschnitt als Clubracer gibt es optional eine Genua, kombiniert mit stufenlos verstellbaren 2D-Holepunkten und zusätzlichen Schotwinschen auf dem Kajütaufbau seitlich vom Niedergang.
Auch das Cockpitlayout zeigt, wie konsequent Saffier die neue SE 28 auf unterschiedliche Nutzungsprofile abstimmt. Werftseitig wird das Boot mit Pinne ausgerüstet, optional sind doppelte Steuerräder zu haben – eine in dieser Größe exklusive Variante, weil dafür bei anderen Booten meist der Platz fehlt. Der große Vorteil: Die Durchgänge im Cockpit bleiben frei. Dass diese Konfiguration überzeugt, zeigt die Nachfrage: Bis auf wenige Ausnahmen wurden bisher alle Bestellungen mit Steuerrädern aufgegeben.
Trotz ihrer kleinen Durchmesser bieten die Räder beim YACHT-Test vor IJmuiden eine überraschend gute Rückmeldung. Bei idealen Bedingungen auf der Nordsee verhält sich die neue Saffier agil, lebendig und reaktionsstark. Ein leichter Ruderdruck macht es einfach, das Boot optimal an der Windkante zu führen und dabei die maximale Performance abzurufen. Dazu freuen sich aktive und ambitionierte Segelsportler über tadellose Trimmeinrichtungen. Mit dem langen Traveller auf dem Achterdeck und dem kräftig übersetzten Achterstagspanner lassen sich die Segelprofile perfekt einstellen.
Bei 12 bis 15 Knoten Wind (4 Beaufort) marschiert die kleine Saffier mit Selbstwendefock mit immerhin 6,2 Knoten hart am Wind. Erstaunlicher noch sind die Wendewinkel, die sich bei gerade einmal 70 Grad einpendeln. Das sind für ein Boot dieser Größe beachtliche Leistungswerte. Zudem gefällt die Konstruktion mit einem tadellosen Seeverhalten in der Welle. Trotz der fülligen Bugpartie setzt das kurze Boot erstaunlich weich in die etwa einen Meter hohen Wellen ein und neigt kaum zum Stampfen. Unter Gennaker lässt sich die Saffier bei mäßigen Bedingungen bis knapp an die zweistelligen Werte auf der Logge heranführen, was auch den Übergang zur Gleitfahrt markiert. Dabei helfen der hochgezogene Vorfuß und der flache Spant dem Boot, sich aus seinem Wellenbild zu lösen.
Beim Handling setzt Saffier auf kurze Wege und ein sauberes Deckslayout. Schoten und Fallen laufen vom Mastfuß verdeckt innerhalb des Kajütaufbaus und unter dem Süllrand nach achtern auf die Winschen direkt vor den Steuerständen. Für den Steuermann ist dort alles gut erreichbar, was die Bedienung auch für Einhandsegler leicht macht. Wer zusätzlichen Bedienkomfort möchte, kann die Winschen (von Hersteller Seldén) auch mit elektrischen Antrieben bekommen und auf Knopfdruck bedienen, dazu gibt es die Winschen auch mit Rewind-Funktion und Bedienung von beiden Seiten. Mit etwas Übung klappt diese Form des ultimativen Knopfdrucksegelns auch auf dem kleinen Boot hervorragend. Entsprechend hoch ist die Kundenresonanz: Alle 34 bisher bestellten Boote werden damit ausgerüstet. Allerdings: Die Stopperbatterien und Winschen sitzen sehr dicht zusammen, und mit jeweils fünf Leinen auf jeder Seite gerät das Bedienen der Funktionen bisweilen etwas fummelig.
Unter Deck bietet die SE 28 Leopard einen für diese Bootsgröße erstaunlich wohnlichen Ausbau. Schlafplätze gibt es für bis zu vier Erwachsene im Vorschiff sowie auf den langen Sofakojen, die weit ins Achterschiff reichen. Hinzu kommen ein Spülbecken, ein ordentlich dimensioniertes Kühlfach sowie auf Wunsch eine Toilette, die unter den Kojenbrettern im Vorschiff untergebracht ist. Gegenüber dem Vorgängermodell fällt das Platzangebot spürbar großzügiger aus. Mehr Breite und mehr Höhe machen sich unter Deck unmittelbar bemerkbar. Die Höhe zwischen Sitzflächen und Dach beträgt rund 80 Zentimeter – genug, um bequem und aufrecht sitzen zu können.
Preislich gibt es in dieser Klasse günstigere Alternativen. Doch die SE 28 Leopard kontert mit einer umfangreichen Serienausstattung, solider Bauqualität und einem durchdachten Gesamtpaket. Die guten Segeleigenschaften sowie das breite Einsatzspektrum sorgen für zusätzliche Attraktivität. Saffier Yachts beweist damit einmal mehr, warum die Werft im Daysailer-Segment als die große Referenz gilt.
Sehr vielseitige Ausrichtung
Ultimativ einhandtauglich
Keine variablen Anhänge
Agile Segeleigenschaften
Sehr gute Höhe am Wind
Perfekte Trimmeinrichtungen
Kojen für bis zu vier Personen
Innen erstaunlich geräumig
Gute Ausbauqualität
Diesel- oder Elektromotor
Doppelte Steuerräder möglich
Wenig Platz bei den Winschen
GFK-Sandwichkonstruktionen mit Schaumkern, laminiert im Vakuuminfusionsverfahren. Massivlaminat im Bereich von Kiel und Ruderwelle. Kiel aus Blei.
Zweisalings-Aluminiumrigg von Hersteller Seldén im Standard mit Selbstwendefock. Der gleich hohe Mast aus Kohlefaser (ebenfalls Seldén) kostet rund 16.600 Euro Aufpreis. Ein einfacher Satz Segel aus Dacron (Groß und Fock) ist im Lieferumfang enthalten. Das Upgrade auf 3Di-Segel von North Sails ist für rund 9.800 Euro zusätzlich erhältlich.
Einbaudiesel (Yanmar 2YM15) mit Saildrive oder Elektroantrieb von Hersteller Mitek mit 7,5 kW Leistung. Beide Motorisierungsvarianten sind im Grundpreis enthalten. Der Käufer kann frei wählen.
Saffier Yachts B.V., 1976 IJmuiden (Niederlande), www.saffieryachts.com
Smarte Alleskönnerin aus der Werft Rosewest in Frankreich. Mit Integral-Schwenkkiel und einem angehängten Ruderblatt ist das leicht gebaute Boot einfach trailerbar. Eine Schlupfkajüte bietet zwei Schlafplätze. Lesen Sie hier den YACHT-Test.
Attraktiver Weekender aus Belgien mit vielen optischen und konzeptionellen Eigenständigkeiten. Im Test zeigt das Boot sportliche und ausgewogene Segeleigenschaften. Einfacher Innenausbau mit vier Kojen. Hier kommen Sie zum Test.
Hübscher und leistungsstarker Daysailer aus Österreich auf der Basis der schon älteren Lago 26. Ausgestattet mit Hubkiel und einem angehängten Ruderblatt, kann das Boot leicht geslippt und getrailert werden. Den Test lesen Sie hier.
Direkt vergleichbares Sportboot aus Österreich mit Schwenkkiel, doppelten Rädern und individueller Gestaltung. In der Version GT leichter und mit Festkiel und Pinne zu haben. Tourentauglicher Ausbau für vier Personen. Lesen Sie hier den Test.
* Angebot von Yachting24 gültig für Versicherungssumme136.000 Euro (bei Zeitwertdeckung), Selbstbeteiligung: 800 Euro, Haftpflicht-Deckungssumme: 8 Millionen Euro.

Redakteur Test & Technik