Saffier SE 28 LeopardVielseitiger Kraftzwerg im Test

Michael Good

 · 16.05.2026

Entspannte Sportlichkeit: Das große Cockpit bietet viel Platz für aktive Crews wie auch für genussvolle Ausfahrten.
Foto: Saffier Yachts/Laurens Morel
​Es sei das beste Boot, das sie jemals gebaut haben, sagen die Holländer von Saffier Yachts überzeugt. Im YACHT-Test muss die neue Saffier SE 28 Leopard zeigen, was sie wirklich draufhat.

Themen in diesem Artikel

​Wenn es um Daysailer geht, führt an einer Marke aus Holland kein Weg vorbei: Saffier Yachts. Kein anderer Hersteller hat sich so konsequent auf dieses Segment fokussiert und den Markt mit innovativen, stilprägenden Konstruktionen geprägt. Entsprechend fällt der Name Saffier in diesem Zusammenhang fast zwangsläufig.

Seit den Anfängen vor bald 30 Jahren haben die Yachtbauer in IJmuiden ihren Kurs nie aufgegeben. Selbst mit der im vergangenen Jahr vorgestellten 46er, immerhin 14 Meter lang, hielt die Werft an ihrer Linie fest. Dem Konzept des sportlichen, komfortablen und einfach zu bedienenden Daysailers ist die Werft stets treu geblieben. Nur der Rahmen dafür wurde weiter aufgezogen.


Mehr von der Werft:

Und so geht es für die Holländer weiter im Takt, der heißt: Jedes Jahr ein neues Modell. 2026 ist es die SE 28 Leopard, die auf der Messe boot in Düsseldorf ihre viel beachtete Premiere gefeiert hat. Und eine erfolgreiche obendrein: 34 Bestellungen sind bis dato für die neue 28er eingegangen, was die erst jüngst komplett neu aufgebaute Produktion in IJmuiden schon wieder restlos auslastet.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Die neue SE 28 Leopard soll dabei mehr sein als nur der nächste Lückenschluss im Programm. Nach Aussage von Werftchef Dennis Hennevanger bündelt das Boot die gesamte Erfahrung, die seine Werft in fast drei Jahrzehnten Daysailer-Bau gesammelt hat. Entsprechend selbstbewusst fällt sein eigenes Urteil aus: „Das ist das beste Boot, das wir jemals gebaut haben.“ Tatsächlich ist das Konzept ungewöhnlich breit aufgefächert. Die SE 28 will nicht nur als klassischer Daysailer für das schnelle Segelvergnügen nach Feierabend funktionieren, sondern ebenso als Clubracer, als Weekender oder als unkompliziertes Familienboot. Dazu passen die große Bandbreite an Ausstattungsoptionen sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Messergebnisse aus dem Test

yacht/screenshot-2026-05-13-132154_2ec9f7d7210171c5e931166ab5251790

Gegenüber dem Vorgängermodell SE 27 Leisure ist das Konzept zwar vertraut, dennoch hat die Werft die Proportionen deutlich geschärft. Bei unveränderter Länge von 8,40 Metern legt der Rumpf 15 Zentimeter in der Breite zu, der Freibord wächst um weitere 15 Zentimeter, was für die Längenklasse schon viel und optisch auch erkennbar ist. Hinzu kommt mehr Volumen im Vorschiff. Vor allem im Bereich der Wasserlinie fällt der Bug deutlich fülliger aus. Prägend ist zudem der markante negative Steven, fast schon in Form eines Kanubugs: optisch ein starkes Statement, sportlich, aggressiv und ausgesprochen eigenständig. Vielleicht erklärt gerade dies den Namenszusatz Leopard.

Auch unter Wasser und beim Rigg wurde nachgelegt: Der Kiel wächst um 10 Zentimeter auf 1,70 Meter Tiefgang, alternativ ist ein Flachkiel mit 1,30 Meter erhältlich. Zum Thema flexible Anhänge zeigt die Werft weiterhin glasklare Kante. Hub- oder Schwenkkiele, wie sie in dieser Bootsgröße bei vielen Booten der Konkurrenz zumindest als Option angeboten werden, lehnt Saffier nach wie vor konsequent ab. Bewegliche Konstruktionen unter Wasser seien funktional zu störanfällig, technisch zu komplex und deshalb am Ende auch zu teuer, so die Argumentation aus IJmuiden. Diese Haltung ist allerdings nicht ohne Kehrseite bezüglich der einfachen Trailerbarkeit und der Möglichkeit, das Boot über eine Rampe zu slippen. Saffier akzeptiert diesen Kompromiss sehr bewusst und bleibt der eigenen Produktphilosophie treu.


​Ausstattung und Preise

  • Grundpreis ab Werft: 136.255 €
  • Preis segelfertig: 144.690 €
  • Garantie/gegen Osmose: 2/2 Jahre

Stand 2026, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier!


Gegenüber dem Vorgängermodell wächst zudem der Mast um rund einen Meter. Serienmäßig kommt ein hochwertiges Zweisalings-Rigg von Seldén zum Einsatz, optional ist ein Kohle­fasermast desselben Herstellers erhältlich. Ebenso variabel fallen die Möglichkeiten zur Besegelung aus. In der Standardausführung kommt die Saffier mit Selbstwendefock und Großsegel aus Dacron, eine passende Konfiguration für unkompliziertes, einhandtaugliches Daysailing. Für den sportlicheren Zuschnitt als Clubracer gibt es optional eine Genua, kombiniert mit stufenlos verstellbaren 2D-Holepunkten und zusätzlichen Schotwinschen auf dem Kajütaufbau seitlich vom Niedergang.

Auch das Cockpitlayout zeigt, wie konsequent Saffier die neue SE 28 auf unterschiedliche Nutzungsprofile abstimmt. Werftseitig wird das Boot mit Pinne ausgerüstet, optional sind doppelte Steuerräder zu haben – eine in dieser Größe exklusive Variante, weil dafür bei anderen Booten meist der Platz fehlt. Der große Vorteil: Die Durchgänge im Cockpit bleiben frei. Dass diese Konfiguration überzeugt, zeigt die Nachfrage: Bis auf wenige Ausnahmen wurden bisher alle Bestellungen mit Steuerrädern aufgegeben.

Trotz ihrer kleinen Durchmesser bieten die Räder beim YACHT-Test vor IJmuiden eine überraschend gute Rückmeldung. Bei idealen Bedingungen auf der Nordsee verhält sich die neue Saffier agil, lebendig und reaktionsstark. Ein leichter Ruderdruck macht es einfach, das Boot optimal an der Windkante zu führen und dabei die maximale Performance abzurufen. Dazu freuen sich aktive und ambitionierte Segelsportler über tadellose Trimm­ein­richtungen. Mit dem langen Traveller auf dem Achterdeck und dem kräftig übersetzten Achter­stag­spanner lassen sich die Segelprofile perfekt einstellen.

Bemerkenswerte Performance

Bei 12 bis 15 Knoten Wind (4 Beaufort) marschiert die kleine Saffier mit Selbstwendefock mit immerhin 6,2 Knoten hart am Wind. Erstaunlicher noch sind die Wendewinkel, die sich bei gerade einmal 70 Grad einpendeln. Das sind für ein Boot dieser Größe beachtliche Leistungswerte. Zudem gefällt die Konstruktion mit einem tadellosen Seeverhalten in der Welle. Trotz der fülligen Bugpartie setzt das kurze Boot erstaunlich weich in die etwa einen Meter hohen Wellen ein und neigt kaum zum Stampfen. Unter Gennaker lässt sich die Saffier bei mäßigen Bedingungen bis knapp an die zweistelligen Werte auf der Logge heranführen, was auch den Übergang zur Gleitfahrt markiert. Dabei helfen der hochgezogene Vorfuß und der flache Spant dem Boot, sich aus seinem Wellenbild zu lösen.

Beim Handling setzt Saffier auf kurze Wege und ein sauberes Deckslayout. Schoten und Fallen laufen vom Mastfuß verdeckt innerhalb des Kajütaufbaus und unter dem Süllrand nach achtern auf die Winschen direkt vor den Steuerständen. Für den Steuermann ist dort alles gut erreichbar, was die Bedienung auch für Einhandsegler leicht macht. Wer zusätzlichen Bedienkomfort möchte, kann die Winschen (von Hersteller Seldén) auch mit elektrischen Antrieben bekommen und auf Knopfdruck bedienen, dazu gibt es die Winschen auch mit Rewind-Funk­tion und Bedienung von beiden Seiten. Mit etwas Übung klappt diese Form des ultimativen Knopfdrucksegelns auch auf dem kleinen Boot hervorragend. Entsprechend hoch ist die Kundenresonanz: Alle 34 bisher bestellten Boote werden damit ausgerüstet. Allerdings: Die Stopperbatterien und Winschen sitzen sehr dicht zusammen, und mit jeweils fünf Leinen auf jeder Seite gerät das Bedienen der Funktionen bisweilen etwas fummelig.

Innere Werte der Saffier SE 28 Leopard

Unter Deck bietet die SE 28 Leopard einen für diese Bootsgröße erstaunlich wohnlichen Ausbau. Schlafplätze gibt es für bis zu vier Erwachsene im Vorschiff sowie auf den langen Sofakojen, die weit ins Achterschiff reichen. Hinzu kommen ein Spülbecken, ein ordentlich dimensioniertes Kühlfach sowie auf Wunsch eine Toilette, die unter den Kojenbrettern im Vorschiff untergebracht ist. Gegenüber dem Vorgängermodell fällt das Platzangebot spürbar großzügiger aus. Mehr Breite und mehr Höhe machen sich unter Deck unmittelbar bemerkbar. Die Höhe zwischen Sitzflächen und Dach beträgt rund 80 Zentimeter – genug, um bequem und aufrecht sitzen zu können.

Preislich gibt es in dieser Klasse günstigere Alternativen. Doch die SE 28 Leopard kontert mit einer umfangreichen Serienausstattung, solider Bauqualität und einem durchdachten Gesamtpaket. Die guten Segeleigenschaften sowie das breite Einsatzspektrum sorgen für zusätzliche Attraktivität. Saffier Yachts beweist damit einmal mehr, warum die Werft im Daysailer-Segment als die große Referenz gilt.

YACHT-Bewertung der Saffier SE 28 Leopard

​Seine Multifunktionalität und das breite Einsatzspektrum machen den Daysailer von Saffier zu etwas Besonderem. Und gut segeln kann die smarte Holländerin auch.

​Konstruktion und Konzept

Sehr vielseitige Ausrichtung

Ultimativ einhandtauglich

Keine variablen Anhänge

Segelleistung und Trimm

Agile Segeleigenschaften

Sehr gute Höhe am Wind

Perfekte Trimmeinrichtungen

Wohnen und Ausbauqualität

Kojen für bis zu vier Personen

Innen erstaunlich geräumig

Gute Ausbauqualität

Ausrüstung und Technik

Diesel- oder Elektromotor

Doppelte Steuerräder möglich

Wenig Platz bei den Winschen


Die Saffier SE 28 Leopard im Detail

Tourentauglich auch für das Wochenende: Vier Personen können komfortabel übernachten. Die Kojen sind dafür lang und breit genug. Viel Segel-PS: Der hohe und schlanke Segelplan sorgt für ausreichend Leistung. Platz für Stauräume: Achtern ist das Schiff leer. Der Raum bleibt aber nicht ungenutzt.Foto: YACHTTourentauglich auch für das Wochenende: Vier Personen können komfortabel übernachten. Die Kojen sind dafür lang und breit genug. Viel Segel-PS: Der hohe und schlanke Segelplan sorgt für ausreichend Leistung. Platz für Stauräume: Achtern ist das Schiff leer. Der Raum bleibt aber nicht ungenutzt.

Technische Daten der Saffier SE 28 Leopard

  • ​Konstrukteur: Hennevanger
  • ​CE-Entwurfskategorie: C
  • Rumpflänge: 8,40 m
  • Gesamtlänge: 9,20 m
  • Wasserlinienlänge: 7,68 m
  • Breite: 2,70 m
  • Tiefgang/alternativ: 1,70/1,30 m
  • Masthöhe über WL: 13,00 m
  • Theor. Rumpfgeschwindigk.: 6,7 kn
  • Gewicht: 2,2 t
  • Ballast/-anteil: 750 kg/34 %
  • Großsegel: 26,0 m²
  • Selbstwendefock (Std.): 14,0 m²
  • Genua (110 %): 16,0 m²
  • Code Zero: 46,0 m²
  • Gennaker: 69,0 m²
  • Maschine (Yanmar): 10 kW/14 PS

​Rumpf- und Decks­bauweise

GFK-Sandwichkonstruktionen mit Schaumkern, laminiert im Vaku­um­infusionsverfahren. Massiv­lami­nat im Bereich von Kiel und Ruderwelle. Kiel aus Blei.

Rigg und Segel

Zweisalings-Aluminiumrigg von Hersteller Seldén im Standard mit Selbstwendefock. Der gleich hohe Mast aus Kohlefaser (ebenfalls Seldén) kostet rund 16.600 Euro Aufpreis. Ein einfacher Satz Segel aus Dacron (Groß und Fock) ist im Lieferumfang enthalten. Das Upgrade auf 3Di-Segel von North Sails ist für rund 9.800 Euro zusätzlich erhältlich.

Motorisierung

Einbaudiesel (Yanmar 2YM15) mit Saildrive oder Elektroantrieb von Hersteller Mitek mit 7,5 kW Leistung. Beide Motorisierungsvarianten sind im Grundpreis enthalten. Der Käufer kann frei wählen.

Werft und Vertrieb

Saffier Yachts B.V., 1976 IJmuiden (Niederlande), www.saffieryachts.com


Sportlicher Segelspaß für zwischendurch: Die Konkurrenz

​Cape Cod 767

​Cape Cod 767: Rumpflänge 7,76 m; Breite 2,54 m; Gewicht 1,25 t; ab 124.790 Euro.Foto: Werft​Cape Cod 767: Rumpflänge 7,76 m; Breite 2,54 m; Gewicht 1,25 t; ab 124.790 Euro.

Smarte Alleskönnerin aus der Werft Rosewest in Frankreich. Mit Integral-Schwenkkiel und einem angehängten Ruderblatt ist das leicht gebaute Boot einfach trailerbar. Eine Schlupfkajüte bietet zwei Schlafplätze. Lesen Sie hier den YACHT-Test.


​Domani S 30 Sport

​Domani S 30 Sport: Rumpflänge 8,40 m; Breite 2,46 m; Gewicht 1,85 t; ab 184.000 Euro.Foto: ANWB/Bart Hautvast​Domani S 30 Sport: Rumpflänge 8,40 m; Breite 2,46 m; Gewicht 1,85 t; ab 184.000 Euro.

Attraktiver Weekender aus Belgien mit vielen optischen und konzeptionellen Eigenständigkeiten. Im Test zeigt das Boot sportliche und ausgewogene Sege­leigenschaften. Einfacher Innenausbau mit vier Kojen. Hier kommen Sie zum Test.


​Lago 26 Speedster

​Lago 26 Speedster: Rumpflänge 7,95 m; Breite 2,50 m; Gewicht 980 kg; ab 80.640 Euro.Foto: Championships Yachting/Felix Kling​Lago 26 Speedster: Rumpflänge 7,95 m; Breite 2,50 m; Gewicht 980 kg; ab 80.640 Euro.

Hübscher und leistungsstarker Daysailer aus Österreich auf der Basis der schon älteren Lago 26. Ausgestattet mit Hubkiel und einem angehängten Ruderblatt, kann das Boot leicht geslippt und getrailert werden. Den Test lesen Sie hier.


​Sunbeam 29.1

Sunbeam 29.1: Rumpflänge 8,99 m; Breite 2,48 m; Gewicht 1,9 t ; ab 130.780 Euro (GT).Foto: EYOTY/Andreas LindlahrSunbeam 29.1: Rumpflänge 8,99 m; Breite 2,48 m; Gewicht 1,9 t ; ab 130.780 Euro (GT).

Direkt vergleichbares Sportboot aus Österreich mit Schwenkkiel, doppelten Rädern und individueller Gestaltung. In der Version GT leichter und mit Festkiel und Pinne zu haben. Tourentauglicher Ausbau für vier Personen. Lesen Sie hier den Test.


ANZEIGE

yacht/2025-04-28-11-22_39b3b12e63fa4c7c2c46da4675c0b3aaFoto: yachting24.de

​Saffier SE 28 Leopard versichern ab 870,35 Euro im Jahr* – Haftpflicht und Kasko. Viele Optionen möglich: Skipper­haftpflicht für den gelegentlichen Chartertörn. Einfach online ausrechnen und abschließen: yachting24.de

* Angebot von Yachting24 gültig für Versicherungssumme136.000 Euro (bei Zeitwertdeckung), Selbstbeteiligung: 800 Euro, Haftpflicht-Deckungs­summe: 8 Millionen Euro.

Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

Meistgelesen in der Rubrik Yachten