J/7Alles was es zum Segeln braucht – mehr nicht

Michael Good

 · 10.04.2026

Hübsches, kleines Ding. Die J/7 macht im Test eine gute Figur und überzeugt mit tadellosen Segeleigenschaften.
Foto: YACHT / Michael Good
​Segel hochziehen, rausfahren, Spaß haben – das ist Daysailing in Reinkultur. J/Boats in den USA und der Hersteller J Composites in Frankreich haben mit der neuen J/7 genau dafür ein neues, spannendes Boot am Start. Die YACHT-Testredaktion war beim Schweizer Händler am Zugersee an Bord und hat bereits erste Eindrücke gesammelt.

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​Der vollständige Testbericht erscheint in einer der nächsten Ausgaben der YACHT. Bis es so weit ist, gibt es oben in der Galerie die ersten Fotos vom Test in der Zentralschweiz bei idealen Bedingungen. Die J/7 wurde von J/Boats und Konstrukteur Alan Johnstone sehr gezielt auf den Einsatz für schnelles Segelvergnügen zwischendurch ausgelegt. Entsprechend soll das Konzept so einfach wie möglich sein. Zur Standardausstattung ab Werft gehören das einfache Aluminiumrigg, zwei Segel aus Dacron (Großsegel und kurze Genua) sowie ein Minimum an Schoten und Trimmleinen.

“Aufgepimpte” Testversion

​Unser Testboot, gebaut in der Lizenzproduktion von J Composites in Frankreich, wurde vom Schweizer Händler Dyna Yachting allerdings mit einem Satz Laminatsegel und einer Gennaker-Ausstattung inklusive fest angebautem Bugspriet „aufgepimpt“. In dieser Form ist das ein sehr stimmiges Upgrade, welches das supereinfache Segelvergnügen des Basismodells auf Wunsch um sportlichere und regattataugliche Einsatzmöglichkeiten erweitert.

​Zum Thema Daysailing gehört auch ein großes Cockpit mit reichlich Platz zum Genießen und Entspannen. Bei der J/7 sind die Duchten 2,60 Meter lang. Darauf können unterwegs bis zu vier Personen bequem in Luv sitzen. Zudem eignen sich die Bänke auch als Liegeflächen zum Sonnenbaden. Als konstruktive Besonderheit ist achtern eine kleine Badeplattform vom Cockpit separiert.

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Funktioniert gut, auch nur mit Großsegel

​Der Mast aus Aluminium steht an Deck und kann über ein Scharnier einfach von Hand auf- und abgetakelt werden. Das Rigg steht zudem sehr weit vorne im Boot. Das hat einen guten Grund: Die J/7 zeigt nur mit Großsegel ebenfalls gute und ausgewogene Eigenschaften am Wind . Beim Test unter böigen Bedingungen am Zugersee hat sich dies bestätigt. Das freut Einhandsegler, denen das ohnehin schon denkbar einfache Handling dadurch zusätzlich erleichtert wird – vor allem bei viel Wind.

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​Mit einer Breite von 2,47 Metern und einem Gewicht von nur wenig über einer Tonne kann die J/7 auf dem Trailer und mit einem Mittelklasseauto als Zugfahrzeug einfach transportiert werden. Für das schnelle Ein- und Auswassern per Kran und Stropp steht ein Heißauge zur Verfügung. Zudem kann das Boot dank eines Tiefgangs von nur 1,16 Metern ebenso leicht über eine geeignete Rampe eingewassert werden. Dazu ist das Ruderblatt am Heck nur angehängt und kann mit einem Handgriff entfernt werden. Ein Hub- oder Schwenkkiel war bei J/Boats allerdings noch nie ein Thema und ist es auch für das neue kleine Boot nicht.

Solide gebaut für einen attraktiven Preis

​Der Rumpf, das Deck und die strukturellen Schotten der J/7 bestehen aus einer Sandwichkonstruktion mit biaxialem E-Glas, einem Corecell-Schaumkern und hochdichten Kerneinlagen für stärker belastete Bereiche, etwa bei den Beschlägen an Deck. Gebaut werden alle Komponenten bei J Composites im gewichtsparenden Vakuum-Infusionsverfahren. Der Bleikiel mit Ballastkörper in L-Form wiegt insgesamt 476 Kilogramm bei einem Gesamtgewicht von nur 1.044 Kilogramm. Der Ballastanteil liegt also bei über 45 Prozent, was für viel aufrichtendes Moment und damit auch für stabile Segeleigenschaften sorgt.

Unter Deck bietet die kleine Schlupfkajüte Platz für maximal zwei Personen zum Sitzen und auch nur zum Schutz gegen das Wetter. Mehr Ausbau sieht das Konzept nicht vor. Wer möchte, kann sich im Vorschiff mit Isomatten oder zusätzlichen Polstern ein Schlaflager einrichten. Die Fläche ist dafür groß genug – selbst für zwei Personen. Richtig gemütlich ist es unter Deck aber nicht.

Die spannende J/7 wird mit der einfachen Grundausstattung inklusive der einfachen Dacron-Segel für einen Einführungspreis von 44.190 Euro angeboten. Inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer liegt der Brutto Basispreis bei 52.580 Euro.


Technische Daten J/7

  • Konstrukteur: Alan Johnstone
  • Rumpflänge: 7,04 m
  • Länge Wasserlinie: 6,35 m
  • Breite: 2,47 m
  • Tiefgang: 1,16 m
  • Gewicht: 1’044 kg
  • Ballast/-anteil: 476 kg / 45,6 %
  • Segelfläche am Wind (Genua + Groß): 23,8 m2
  • Motorisierung: Außenborder (Benzin oder elektrisch)

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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