Comar YachtsCoole, kleine Kiste

Michael Good

 · 02.01.2011

Comar Yachts: Coole, kleine KisteFoto: B. Kolthof
Trotz hohem Freibord und gro
Die Italiener greifen den Markt der Kleinkreuzer an. Die Comet 26 soll die polnische Konkurrenz aufmischen. Das könnte ihr auch gelingen.

Die Angebote sind reichhaltig, die Konkurrenz ist stark. Die meisten Kleinkreuzer stammen aus Polen. Jetzt gesellt sich ein italienisches Projekt dazu. Die Comet 26 kann überraschen. Sie bietet guten Tourenkomfort, ist ordentlich gebaut und überdies zu einem vernünftigen Preis zu kriegen.

Zwar lässt Comar Yachts die neue Comet 26 ebenfalls in seiner Produktion in Polen fertigen, die Idee, die Konstruktion und das Konzept aber haben ihren Ursprung in Italien. Comars erster Versuch, nun auch im Bereich von Kleinkreuzern Fuß zu fassen hat Designer Sergio Lupoli zu Papier gebracht.

Die Ausgangsbasis dafür war günstig. Die Comet 26 ist mit knapp drei MeternBreite und einem ungewöhnlich hohen Freibord voluminöser als viele Schiffe aus diesem Segment. Am Steg wirkt sie deshalb alles in allem größer als vergleichbare Schiffe, und innen fällt sie sichtlich geräumiger aus. Und, die Comet 26 ist uneingeschränkt tourentauglich. Bis zu fünf Personen könnten mit akzeptablem Komfort auf dem Boot übernachten. Zudem gibt es an Bord auch eine richtige Nasszelle mit Toilette und sogar eine Duschgelegenheit.

Trotz einiger Widrigkeiten bei den Segeltests (Mastbruch bei den Tests in Barcelona, Tiber-Hochwasser beim Test in Rom) konnte das Boot beweisen, dass es auch bezüglich der Leistung unter Segeln einiges zu bieten hat. Das Testboot mit dem optionalen T-Kiel und einem Ballastanteil (Bleibombe) von 28 Prozent segelte am Wind erfreulich steif und sehr ausgewogen. Im Standard wird die Comet 26 mit einem Schwenkkiel ausgestattet, und das Ruderblatt ist aufholbar. Damit ist der Tiefgang von minimal 0,35 bis maximal 1,75 Meter variabel.

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  Ungeahnter Komfort unter Deck: Das Vorschiff bleibt jedoch ohne Abtrennung.Foto: B. Kolthof Ungeahnter Komfort unter Deck: Das Vorschiff bleibt jedoch ohne Abtrennung.

37 940 Euro kostet die Comet 26 in der Basisausstattung. Damit liegt das Boot preislich im guten Mittelfeld innerhalb der vergleichbaren Konkurrenz polnischer Herkunft. Willkommene Anschubhilfe bekommt der kleine Kreuzer mit der Nominierung als Europas Yacht des Jahres 2011.

Die Comet 26 steht als Deutschland-Premiere auf der Messe boot in Düsseldorf (Halle 16, Stand D77).

Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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