Vor 100 JahrenYACHT 2/1926 - Der erste schwedische Segelfilm

YACHT

 · 02.08.2026

YACHT 2/1926: Der erste schwedische Segelfilm.
Foto: YACHT
​An dieser Stelle bringen wir ausgewählte Beiträge aus 100 Jahre alten Ausgaben der YACHT. In Ausgabe 2/1926 beschreibt die Redaktion einen Segel-Film aus Schweden, damals etwas ganz Außergewöhnliches.

Die Segel-Sällskap Brunsviken (Stockholm) hat ihr Arbeitsjahr 1925 verfilmt. Die im Jahre 1899 gegründete Vereinigung ist zurzeit eine der größten Stockholms und hat schon von jeher eine überaus lebhafte Tätigkeit auf dem segelsportlichen Gebiet entfaltet. Die S. S. Brunsviken zählt rund 750 Mitglieder, davon 3 Ehrenmitglieder, 37 lebenslängliche, 74 Damen und 25 Jugendliche, und führt in ihrem Fahrzeugregister 142 Segel- und 183 Motoryachten. Von den gern besuchten Wettfahrten des Vereins ist die „Rund um Lidingö" die bekannteste, ebenso die alljährlich stattfindende Damenregatta, zu welcher unter anderem der von sagenhaften Seglergeschichten umwobene Sportsmann John Carlsson – oder wie er unter seinem geläufigeren Namen heißt: „Glaskalle" – im Vorjahre den Pokal „Des Alten Wikingers" stiftete. Der Entschluss zu der Verfilmung wurde in weitausschauender Weise von dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Herrn G. Forsström, gefasst, der das Jahr 1925 als Beginn des zweiten Vierteljahrhunderts des Vereins als besonders geeignet hielt. Unterstützt von dem bekannten Segelsport-Kameramann Oscar Norberg wurden rund 1600 m Film aufgenommen, der alle Phasen des Jahres in eindrucksvoller Weise festgehalten hat.

Beginnend mit dem im Eise erstarrten Januar sieht man die Fahrzeuge in ihrem Winterschlaf, während sich der nie rastende Geist des Seglers im Skilauf, Eisfischen und geselligen Winterfesten Auswege sucht. Später zeigt sich das allmählich erwachende Leben sowohl in der Natur als auch auf dem Bootsplatz und in den Privatwerften der Selbstbauer. Es folgen die Stapelläufe, die ersten Erkundungsfahrten, die Einweihung des neuen Klubhauses, dann die bunte Reihe der Wettfahrten, die ihren Höhepunkt mit der Regatta der „Brunsvik-Najaden" erreichen. Zwischendurch sieht man das Leben im Klubhaus und auf der Tanzfläche, bis endlich die einsetzenden Herbststürme zum Abschluss des nur kurzen Segelsommers mahnen.

Der Film, der sich unter anderem durch wunderbare Naturaufnahmen auszeichnet, wurde auf dem Herbstfest des Vereins am 28. November den Mitgliedern vorgeführt und fand ungeteilten Beifall. Später soll der Film in verkürzter Form der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, und es steht außer Zweifel, dass hiermit ein ausgezeichnetes Werbemittel für den Segelsport erschlossen worden ist, welches sicher Nachahmung finden wird. Zudem ist der geschichtliche Wert eines solchen Films gar nicht hoch genug einzuschätzen, vermag doch ein Film in ganz anderer Weise als alle noch so ausführlichen Jahrbücher und Sportberichte den Nachfahren zu zeigen, wie die Alten segelten. Wären wir doch die Glücklichen und könnten uns einmal einen Film aus der guten alten Zeit ansehen, wo es noch hölzerne Schiffe und eiserne Besatzungen gab.


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