Segelschulschiff “Greif”Schonerbrigg verlässt Werfthalle mit neuem Deck

Fabian Boerger

 · 10.01.2026

Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember, erreicht die "Greif" ihren Außenstellplatz auf dem Stralsunder Werftgelände.
Foto: Heidemann
Kurz vor Weihnachten verließ die "Greif" die Werfthalle in Stralsund. Die Holzdeck-Arbeiten sind abgeschlossen – jetzt ist das 1951 gebaute Schiff hydraulisch auf die Helling verholt worden. Ende Januar soll das historische Segelschulschiff wieder zu Wasser gehen.

​Rund zwei Stunden dauerte es, dann lag das Segelschulschiff “Greif” an ihrem neuen Platz auf dem Außengelände der Volkswerft Stralsund. Mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Metern pro Minute bewegten hydraulisch angetriebene Wagen die 1951 gebaute Schonerbrigg aus der Werfthalle auf die Helling der Werft. Dort verbringt das Schiff laut des Fördervereins Rahsegler Greif die nächsten Wochen, bevor es nach finaler Montage der Propellerwellenanlage wieder wasserdicht ist.

“Greif” soll Ende Januar wieder zu Wasser gehen

Im Dezember schlossen die Handwerker die letzten Arbeiten am neuen Holzdeck ab. Sie verlegten es in einem speziellen Komposit-Verfahren aus Kork und Holz. Zunächst glichen computergefräste Korkplatten die Unebenheiten des darunterliegenden Stahldecks aus, dann folgten die Decksplanken.

​Im Januar steht schließlich die finale Montage der Propellerwellenanlage sowie des Ruderblattes an. Dieser Schritt macht den Schiffsrumpf vollständig wasserdicht. Nach rund drei Jahren auf der Volkswerft Stralsund soll die “Greif” laut einer Pressemitteilung der Hansestadt Greifswald Ende Januar wieder zu Wasser gehen. Dort erfolgen dann die restlichen Arbeiten.

Grundsanierung weit vorangeschritten

Im Laufe der Sanierung erhielt der Stahlrumpf eine Grundsanierung und wurde neu konserviert. Die Werft montierte neue Decksaufbauten, während parallel die Masten restauriert wurden. Im Anschluss folgte das neue Holzdeck.

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Gestiegene Sanierungskosten

​Die Stadt Greifswald als Eigentümerin trägt einen Teil der Sanierungskosten, Fördermittel und Spenden decken den Rest. Zuletzt stiegen die Kosten auf 7,7 Millionen Euro – gut drei Millionen mehr als ursprünglich kalkuliert. Stark gestiegene Material- und Lohnkosten trieben den Preis nach oben.

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Zeitweise war unklar, wer die Mehrkosten tragen sollte. Die Sanierung drohte zu stocken. Doch Anfang Dezember fasste die Greifswalder Bürgerschaft einen Beschluss: Sie stellte weitere 2,9 Millionen Euro für das Segelschulschiff bereit, sodass die Arbeiten fortgeführt werden können.


Die Geschichte der “Greif”

Von der "Wilhelm Pieck" zur "Greif":

  • 1951: Kiellegung der Greif auf der Warnowwerft in Rostock-Warnemünde. Anlass war der 75. Geburtstag des damaligen DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck, auf dessen Namen das Schiff getauft wurde.
  • 1952: Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) übernimmt das Schiff. An Bord schulte sie den seemännischen Nachwuchs für Handelsflotte, Hochseefischerei und Volksmarine.
  • 1990: Greifswalder protestieren gegen geplanten Verkauf - mit Erfolg. Die Hansestadt kauft das Schiff für eine symbolische Mark.
  • 1991: Die “Greif” bekommt ihren heutigen Namen, wird modernisiert und steht nun Interessierten zum Mitsegeln offen.
  • 2020: Das Schiff verliert wegen seines betagten Zustands die Seetauglichkeit. Erneut findet der Plan einer Generalsanierung breite Unterstützung. Bund, das Land Mecklenburg-Vorpommern, Stiftungen, Vereine und private Spender unterstützten das Projekt seither.
  • Seit Ende 2022 wird die “Greif” auf dem Gelände des Maritimen Industrie- und Gewerbeparks „Volkswerft" generalüberholt.

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