Von Ende 2022 an verbrachte die “Greif” knapp drei Jahre in der charakteristischen blauen Halle der ehemaligen Volkswerft, heute Maritimer Industrie- und Gewerbepark Stralsund. Die Werft führte eine Grundsanierung durch: Sie konservierte den stählernen Schiffskörper neu, tauschte die Decksaufbauten aus, überholte sämtliche Masten und verlegte das komplette Holzdeck neu. Im Dezember 2025 rollte das Schiff aus der Halle – Werftarbeiter bauten auf der Freifläche Ruderblatt und Propellerwelle ein.
Mit hydraulischer Technik transportierte die Werft den Traditionssegler auf die Plattform des Schiffslifts und senkte die “Greif” kontrolliert ab. Schlepper brachten sie anschließend zu seinem Liegeplatz am Kai. Die äußere Sanierung ist damit weitgehend abgeschlossen. In den kommenden Monaten konzentrieren sich die Arbeiten aufs Schiffsinnere: Kabinen, technische Anlagen und die gesamte Bordelektrik warten noch auf ihre Fertigstellung.
Dr. Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, sagte zur Wasserung der “Greif”:
Wir haben einen wichtigen Abschnitt unserer Sanierung erreicht. Das Schiff ist fahr- und seetüchtig. Außen ist alles fertig, jetzt wird der Innenausbau fortgesetzt.”
Die Sanierung des Segelschulschiffs dauerte länger und kostete mehr als geplant. Statt der kalkulierten 4,46 Millionen Euro werden insgesamt 7,36 Millionen Euro benötigt. Verzögerungen entstanden durch steigende Material- und Arbeitskosten sowie die Insolvenz einer beauftragten Firma.
Die Greifswalder Bürgerschaft genehmigte bereits die zusätzlichen 2,9 Millionen Euro für die ausstehenden Arbeiten an Innenräumen, Elektrik, Antriebstechnik und Motor. Das Projekt finanziert sich durch Bundesmittel, Landeszuschüsse, Stiftungsgelder, städtische Mittel aus Greifswald und private Spenden. Eine zentrale Rolle spielt unter anderem der Förderverein "Rahsegler Greif".
Nach Abschluss aller Arbeiten sticht die “Greif” wieder in See – als Segelschulschiff und Botschafterin der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Wann genau, steht noch nicht fest. Eines aber ist sicher: Die erfolgreiche Sanierung rettet das historische Schiff und bewahrt ein bedeutendes Stück maritimes Erbe der Ostseeküste.

Redakteur News & Panorama