Hamburg Summer ClassicsHolzboot-Gipfel auf der Alster

Martin Hager

 · 11.08.2026

Enges Feld. Impressionen von der 34. Hamburg Summer Classics.
Foto: Pepe Hartmann
Die 34. Hamburg Summer Classics brachten am vergangenen Wochenende 31 Klassiker auf die Alster. Voraussetzung für die Teilnahme: Aus Holz gebaut und mindestens 25 Jahre alt. Bei Sommerwetter und wechselnden Winden setzte sich die Phantom Klassik ”Treibholz” durch. Das älteste Boot der Flotte war die H-Jolle “Herta” von 1935.

Themen in diesem Artikel

Der Hamburger Segel Club versammelte bei seiner 34. Ausgabe der Summer Classics 31 Holzboote auf der Alster. Die Veranstaltung richtet sich an klassische Jollen und Jollenkreuzer, die aus Holz gebaut sind und ein Mindestalter von 25 Jahren aufweisen. Das Teilnehmerfeld umfasste zwölf verschiedene Bootsklassen, vom kompakten 12 Fuß Dinghy mit olympischer Geschichte, 3,66 Metern Länge bis zum Holzdrachen mit knapp neun Metern. Echtes Sommerwetter mit viel Sonne prägte die Regatta, allerdings sorgten die leichten Winde am Samstag für langsame und verkürzte Wettfahrten. Der Sonntag brachte frischeren Wind und damit veränderte Kräfteverhältnisse auf dem Wasser. Die Veranstaltung zog Aufmerksamkeit über die Segelszene hinaus, der NDR berichtete über die Regatta, das Filmteam zeigte sich begeistert von der Schönheit der historischen Segelboote und dem netten Miteinander der Starter auf dem Steg.

Segelnde Geschichte bei den Hamburg Summer Classics

Die H-Jolle “Herta” war dieses Jahr das älteste Boot im Feld. Der 6,20 Meter lange Klassiker stammt aus dem Jahr 1935 und wurde bei Berkholz und Gärsch in Berlin gebaut. Die gebogene Gaffel macht die Berliner H-Jolle zum Augenschmaus, die Eigner präsentierten - wie alle Teilnehmer - ihr Boot in sehr gepflegtem Zustand und regattamäßig ausgerüstet. Auch der erste Vorsitzende des HSC, Daniel Baum, ging mit seinem Sohn Fritz auf der Elb-H-Jolle “Frida” an den Start. Sein Stellvertreter Wolf-Dieter Jahn segelte den FD “Brigitte”, eine Bootsklasse, die von 1960 bis 1992 olympischen Status hatte. Das Team der YACHT ging mit Baunummer 1 des Zugvogels aus dem Jahr 1962 an den Start. Die Drachen mit ihren langen Überhängen erinnern an Miniatur-12mR-Yachten und nahmen an den engen Tonnen-Rundungen viel Platz ein.

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Känguru-Start und Yardstick-System

Wettfahrtleiter Johann-Nikolaus Andreae und sein Team setzen den beim HSC etablierten Känguru-Start ein. Das langsamste Boot startet zuerst, das schnellste Boot zuletzt. Jedes Boot erhält gemäß seiner Yardstick-Zahl eine individuelle Startzeit, basierend auf einer festgelegten theoretischen Wettfahrtdauer für das Null-Boot. Das Start-Team beobachtete die Startzeiten akribisch. Die Herausforderung liegt in der korrekten Einordnung der zwölf verschiedenen Bootsklassen. Der Vorteil des entzerrten Starts ist weniger Trubel zu Beginn der Regatta und ein spannender Zieleinlauf, da im besten Fall alle Starter zur gleichen Zeit über die Ziellinie gehen. Das Feld umfasste neben den bereits genannten Klassen auch Piraten, Jollenkreuzer, eine Hansa-Jolle, ein 505er und eine Phantom Klassik. Beide Dinghy-Klassen, die Drachen und die FDs, waren früher olympisch. Die 12 Fuß Dinghies segelten 1920 und 1928 bei Olympia, die Drachen von 1948 bis 1972.

Wechselnde Bedingungen prägten das Rennen

Die sehr leichten Winde am Samstag begünstigen die modernen Racer. Phantom Klassik, FD und der 505er “Vollholzschönschwer” arbeiteten sich von ganz hinten durch das langsam dahin dümpelnde Feld nach vorne. Der frische Wind am Sonntag verändert die Kräfteverhältnisse deutlich. In der dritten von vier Wettfahrt gewann überraschend der Pirat “Avanti” vor den drei 12 Fuß Dinghies. Die vierte Wettfahrt brachte den ersehnten Streicher für einige Teams. Am Ende setzte sich Johannes Bahnsen mit der Phantom “Treibholz” durch. Andreas Jungclaus belegte mit dem 505er “Vollholzschönschwer” den zweiten Platz. Marc Girardet komplettierte das Podium mit dem 12 Fuß Dinghy “Windsangh” auf Rang drei.

Zwischenfälle und Rahmenprogramm

Die Regatta verlief weitgehend ohne größere Schäden. Ein Dinghy kenterte, die Besatzung kam glimpflich davon. Zwischen einer H-Jolle und einem Zugvogel kam es zu einem sportlichen Ramming mit größerem Schaden beim Zugvogel, die Segler blieben glücklicherweise unverletzt. Die Veranstalter vergaben zahlreiche Preise dank mehrerer Sponsoren. Neben den Punktpreisen erhielten die Teilnehmer eine Vielzahl von Sonderpreisen, sodass kaum jemand mit leeren Händen nach Hause ging. Mancher Segler benötigte fast eine Schubkarre für ihre Preise.

Ergebnisse:

Gesamtwertung:

  • 1. Johannes Bahnsen (Phantom TREIBHOLZ)
  • 2. Andreas Jungclaus (505er VOLHOLZSCHÖNSCHWER)
  • 3. Marc Girardet (12 Fuß Dinghy WINDSANGH)
Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

Meistgelesen in der Rubrik Yachten