German ClassicsRestaurierungspreis für “Troll”

Lasse Johannsen

 · 22.08.2022

German Classics: Restaurierungspreis für “Troll”Foto: YACHT/Nico Krauss

Der begehrte Restaurierungspreis des Freundeskreises Klassische Yachten wurde auf den German Classics am Wochenende an den Eigner eines Seekreuzers von 1924 vergeben

Die Jury des Restaurierungspreises hatte es nicht leicht, sich während der 33. German Classics in Laboe in diesem Jahr zu entscheiden. Mit “Oromocto” (YACHT 17/2020) und “Troll” standen zwei seegehende Yachten um den Preis in Konkurrenz, deren Eigner sich seit Jahrzehnten liebevoll um sie kümmern.

Zwei starke Kandidaten

Die “Oromocto” wurde vom Großvater des heutigen Eigners 1971 bei De Dood in Auftrag gegeben und lange Jahre als Regatta- und bis heute als Familienschiff gesegelt.

Der 1924 als Baunummer 600 auf der Reichswerft in Kiel vom Stapel gelaufene Spitzgatter “Troll” hieß ursprünglich “Sturmvogel” und war unter dem Stander des HSC auf der Elbe zu Hause.

Schwimmendes Familienmitglied gerettet

Seit 1995 ist der abenteuerlich durch den Krieg gerettete und 1942 in “Troll” umgetaufte Zehn-Meter-Seekreuzer ein Mitglied der Familie Lehmann, deren Kindern auf Reisen bis nach Schweden an Bord die Seebeine wuchsen.

Der Zahn der Zeit machte es im Winter 2004 erforderlich, einige Problemzonen des Vorkriegsbaus genauer unter die Lupe zu nehmen. Was folgte, war eine ungeplante, 14 Jahre währende Restaurierung, die Eigner Dirk Lehmann, unterstützt von Bootsbaumeister Nils Engel (Porträt in YACHT classic 2/2022) in Eigenleistung durchführte.

Nahezu in allen Bereichen seines Klassikers musste Lehmann Hand anlegen, konnte die Originalsubstanz dabei aber weitgehend erhalten. Der Freundeskreis Klassische Yachten zeichnete diesen Erhalt seiner historischen Yacht nun aus.

Restaurierungspreis des Freundeskreises

Mit dem begehrten Kupferkessel prämiert der Freundeskreis Klassische Yachten alljährlich ein abgeschlossenes Restaurierungsprojekt. Die Vergabekriterien sind die yachtgeschichtliche Bedeutung des Bootes, der Umfang der Arbeiten, die Originaltreue und Qualität der Ausführung sowie die Eigenleistung des Eigners.

Die zehn Meter lange Kreuzeryacht "Troll" wurde 1924 von der ehemals "Kaiserliche Werft" heißenden Kieler Reichswerft gebaut
Foto: YACHT/Nico Krauss

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