250 Jahrfeier USA“Tuiga” und “Viola” bereichern die Flotte der Besucheryachten

YACHT

 · 30.06.2026

250 Jahrfeier USA: “Tuiga” und “Viola” bereichern die Flotte der BesucheryachtenFoto: Yacht Club de Monaco/Cory Silken
Die 15 Meter-Rennyacht “Tuiga” von 1909 und der Gaffelkutter “Viola” von 1908 vor der Skyline von Manhatten. Beide Klassiker wurden von William Fife III konstruiert und auf seiner Werft gebaut.
Die USA feiern am 4. Juli den 250. Unabhängigkeitstag. Teil des Spektakels werden auch maritime Feierlichkeiten vom 3. bis 8. Juli. Viele prominente Yachten haben ihr Kommen angesagt. Mit “Tuiga” und “Viola”, die unter dem Stander des Yacht Club de Monaco segeln, segeln zwei davon schon vor Ort.

Themen in diesem Artikel

Vor der Skyline von Manhatten und unter dem Blick der Freiheitsstatue haben die Besatzungen der beiden hochbetagten Klassiker mit ersten Trimmschlägen ihre letzten Vorbereitungen im New Yorker Hafen abgeschlossen. Die beiden Gaffelkutter vom Yacht Club de Monaco (YCM) sind zum ersten Mal gemeinsam als Repräsentanten des Fürstentums auf amerikanischen Gewässern unterwegs.

Auf historischen Spuren

Die “Tuiga”, entworfen vom schottischen Yachtbaumeister William Fife III, ist seit 1995 das Flaggschiff des Yacht Club de Monaco. Die 28 Meter lange 15-Meter-Rennyacht gilt vielen Kennern der Szene als eine der eleganteste Vertreterinnen ihrer Art. Die “Viola” aus dem Baujahr 1908, stammt ebenfalls aus dem Hause Fife und steht ihrer Schwester in nichts nach. Die “Viola” gehört dem YCM-Mitglied Kostia Belkin und ist in Frankreich als historisches Bauwerk registriert.

Mit dem Revier der Feierlichkeiten hat die “Tuiga” eine besondere Verbindung: sowohl Paul Cayard, siebenfacher Weltmeister und America’s-Cup-Protagonist, sowie der legendäre Dennis Conner, viermaliger Gewinner der “Auld Mug”, standen einst an ihrem Ruder.

Das größte maritime Fest in der US-Geschichte

Der eigentliche Rahmen für den Auftritt der beiden Monegassen ist das Event Sail4th 250 vom 3. bis 8. Juli 2026 – nach Einschätzung der Veranstalter die größte maritime Versammlung in der modernen Geschichte der Vereinigten Staaten. Rund 48 Tall Ships aus 32 Nationen mit insgesamt rund 15.000 Seeleuten werden sich im Hafen von New York und New Jersey einfinden. Dazu kommen mehr als 40 Kriegs- und Marinefahrzeuge aus aller Welt.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

4

5

Die Veranstaltung knüpft an eine lange Tradition an: Sail4th 250 geht auf die erste Operation Sail von 1964 zurück, die Präsident John F. Kennedy ins Leben gerufen hatte. Seitdem markierte die maritime Versammlung Meilensteine der amerikanischen Geschichte – vom Bicentennial 1976 über die Einweihung der restaurierten Freiheitsstatue 1986 bis zum Millennium-Jahr 2000.

Der 4. Juli - Eine Parade der Superlative

Den Höhepunkt bildet die International Parade of Sail am 4. Juli. Über 30 Großsegler der Klasse A – die meisten zwischen 104 und 113 Metern lang – ziehen vom Verrazzano-Narrows Bridge an der Freiheitsstatue vorbei den Hudson River hinauf bis zur George Washington Bridge. Mehr als 15 Meilen Uferpromenade sind für Zuschauer geöffnet.

“Tuiga” und “Viola” nehmen innerhalb dieser Flotte eine besondere Rolle ein: Sie eskortieren die “Belle Poule”, die berühmte Topsegel-Schonerbrigg der französischen Marine aus dem Jahr 1932. Der 37 Meter lange Zweimaster ist eigens aus Brest angereist.

Am Morgen des 4. Juli findet zunächst der International Naval Review statt – erst der siebte seiner Art in der US-Geschichte. Er angeführt vom Flaggschiff USS “Farragut”, einem 155 Meter langen Arleigh-Burke-Lenkwaffenzerstörer. Über 150 Militärflugzeuge, angeführt von den Blue Angels mit ihren F-18-Super-Hornets in enger Diamantformation, begleiten die Schiffe aus der Luft. Den Abschluss bildet das 50-jährige Jubiläum des berühmten Macy’s-Feuerwerks.

Ein maritimes Programm für ganz Amerika

New York ist dabei nur eine Station des nationalen Festprogramms. Die übergeordnete Initiative Sail250 bündelt maritime Veranstaltungen entlang der gesamten Ostküste: New Orleans eröffnete die Reihe bereitsEnde Mai (27. Mai bis 1. Juni), es folgten Norfolk (Virginia) und Baltimore (Maryland), während Boston den Abschluss bildet.

Internationale Starbesetzung auf dem Wasser

Zu den bekanntesten Schiffen der internationalen Flotte zählen:

  • “Amerigo Vespucci” (Italien): Der 100 Meter lange Dreimaster der italienischen Marine, 1931 gebaut und als eines der schönsten Ausbildungsschiffe der Welt geltend, liegt an Pier 86 des Intrepid-Museums.
  • “Libertad” (Argentinien): 104 Meter, Dreimaster, mit 28.545 Quadratfuß Segelfläche eines der größten und schnellsten Tall Ships weltweit.
  • “Juan Sebastián de Elcano” (Spanien): Viermastiger Topsegel-Schoner, 113 Meter lang und das drittgrößte Tall Ship der Welt.
  • “Gorch Fock” (Deutschland): Der 81 Meter lange Dreimaster der Deutschen Marine, stationiert in Kiel, liegt an Pier 3 im Brooklyn Bridge Park.
  • “Gloria” (Kolumbien), Capitán Miranda (Uruguay) und Libertad (Argentinien) – allesamt Dreimast-Ausbildungsschiffe.

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Meistgelesen in der Rubrik Yachten