Sonnenschein über dem Golf von Argentario, mal sanfte Brisen, mal kräftiger Westwind: Die 25. Ausgabe der Argentario Sailing Week – Miramis Trophy hat vier Tage lang einige der schönsten Segelbilder des Mittelmeer-Sommers geliefert. Fast 50 Yachten aus zehn Ländern und drei Kontinenten verwandelten die Gewässer vor Porto Santo Stefano in ein schwimmendes Museum unter Segeln – mit einer Flottenhistorie, die sich auf zusammengerechnet 3.478 Jahre Boots- und Segelgeschichte summiert.
Veranstalter des Regattaklassikers ist der 1960 gegründete Yacht Club Santo Stefano (YCSS). Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des italienischen Ministeriums für Tourismus, der Region Toskana, der Provinz Grosseto und der Gemeinde Monte Argentario.
Seit diesem Jahr trägt die Regatta den offiziellen Titel Argentario Sailing Week – Miramis Trophy. Der neue Titelsponsor Miramis ist ein internationales Hospitality-Unternehmen mit Hotels und Restaurants in der Toskana und Schweden. „Die Argentario Sailing Week – Miramis Trophy ist für uns ein echter Referenzpunkt der Segelwelt und hilft dabei, Argentario als Destination für internationale Events zu etablieren", sagte Stefano Cuoco, CEO von Miramis, zum Auftakt.
Gestartet wurde in acht Klassen: Big Boats, Gaff Vintage, Marconi Vintage, Classic, Classic IOR, Cruiser, Spirit of Tradition und Swan Classic. Commodore und Regatta-Direktor Marco Poma leitete die Jury bei wechselnden Bedingungen – von Leichtwind mit 4–5 Knoten am dritten Tag bis hin zu konstantem Westwind zwischen 12 und 16 Knoten am zweiten Renntag.
Tag eins begann mit der Eröffnungszeremonie im Gemeinderatssaal von Monte Argentario, danach lieferten erste Wettfahrten bereits das, wofür die Regatta bekannt ist: spektakuläre Bilder der segelnden Preziosen im Startgetümmel, auf der Startkreuz und bei knappen Matches und Tonnenrundungen.
Die Stars der Jubiläumsflotte waren drei Yachten der berühmten NY 40-Klasse – entworfen vom „Zauberer von Bristol" Nathanael G. Herreshoff, der mit seinen Entwürfen zwischen 1893 und 1920 sechs America’s-Cup-Verteidigungen gewann. Die 14 „Fighting Forties" wurden zwischen 1916 und 1926 für Mitglieder des New York Yacht Clubs gefertigt – nur wenige haben bis heute überlebt.
In Porto Santo Stefano traten drei dieser seltenen Schwesterschiffe gegeneinander an, die 1916 gebaute “Rowdy”, die “Chinook aus dem gleichen Baujahr und die zehn Jahre jüngere “Marilee”.
Die “Rowdy” trägt seit dem Verlust ihres Bermudarigs bei einem 40-Knoten-Squall 2022 in Imperia wieder das originale Gaffelrigg. “Marilee” kann wahlweise sogar zwei authentische Herreshoff-Riggs tragen, Gaffel- oder Bermuda. Die “Chinook” segelt seit den späten 1920er Jahren unter ihrem heutigen Namen und belegte 2014 und 2024 Klassensiege in Argentario.
Den Altersrekord hält die 36 Meter lange Gaffelketsch “Cariad”. 1896 in Southampton vom Yard Summers & Payne gebaut, gab sie ihr Renndebüt bei der Cowes Week und gewann 1898 den Vasco-da-Gama-Pokal in Lissabon. Nach zwei Umbenennungen, einer Weltumrundung (1920–22) und mehreren Restaurierungen – zuletzt eine Totalsanierung im Jahr 2024 – zählt sie zu den Flaggschiffen des Klassiker-Zirkus’ am Mittelmeer. Ihr heutiger Eigner brachte sie nach Porto Santo Stefano als lebendiges Symbol britischer Segeltradition.
Neben den Klassensiegen werden drei besondere Trophäen vergeben:
Das Rennen zieht jährlich über 1.000 Menschen an – Eigner, Crews, Gäste und Enthusiasten. Seine Die Geschichte begann 1992, als eine Handvoll YCSS-Mitglieder die Vele d’Argento ins Leben riefen. Im Jahr 1999 entstand der heutige Name – seitdem wurde aus einer lokalen Initiative eine international beachtete Bühne für klassisches Segeln im Mittelmeer.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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