TestCorsair Dash 750: einfach, aber rasant

Jochen Rieker

 · 20.12.2010

Test: Corsair Dash 750: einfach, aber rasantFoto: YACHT
In YACHT 1/2011: der Test des Corsair Dash 750
Der kleine Serien-Tri ist ein Spaßboot für Küste und Seen – schnell wie der Wind und groß genug zum Campen

Die Fangemeinde der Mehrrumpfboote ist überschaubar. Nach dem Test des Corsair Dash fragt man sich aber unwillkürlich: warum eigentlich? Denn der See-Floh ist derart flink, dass der Mangel an Raum und Komfort verblasst.

Und es ist bei weitem nicht nur die Geschwindigkeit, die begeistert. Okay, das stimmt so nicht ganz. Es ist natürlich vor allem die Geschwindigkeit. Bei 5 Beaufort mit 18 bis 20 Knoten Topspeed übers Wasser zu rutschen macht fast alles wett. Auch, dass der Dash eher nass segelt.

Selbst bei Welle bleibt er unproblematisch. Bohrt sich der Leeschwimmer in eine See, die dem kleinen Tri im Weg steht, bremst er zwar stark ab, zeigt aber keine Tendenz zum Stecker – und rackert wenige Sekunden später ungehemmt wieder Richtung 20-Knoten-Marke.

Auch Leichtwind liegt ihm. Dank des geringen Gewichts von segelfertig 1,05 Tonnen beschleunigt er beim leisesten Hauch. Aus 8 Knoten Wind macht er 6 Knoten Fahrt an der Kreuz, mit Screacher – einer Art Code Zero – erreicht er auf Reach-Kursen fast die Windgeschwindigkeit. Dabei liegt er leicht und dennoch gut spürbar auf dem Ruder.

Unter Deck muss man bei 7,40 Meter Länge einige Abstriche machen. Das Raumangebot entspricht etwa dem eines 18-Fuß-Kleinkreuzers. Aber: Es ist alles da, was man zum Leben braucht. Nur der Preis ist richtig heftig: Mit allem Drum und Dran kostet der Corsair Dash 750 happige 76.190 Euro – so viel wie eine 32-Fuß-Fahrtenyacht. Aber die macht keine 20 Knoten Fahrt.

Der komplette Test jetzt in der neuen YACHT 1/2011. Ab 22. Dezember am Kiosk.

Jochen Rieker

Jochen Rieker

Herausgeber YACHT

Aufgewachsen in Süddeutschland, hat Jochen Rieker das Segeln auf Bodensee, Ammersee und Starnberger See gelernt. Zunächst war er auf Pirat, H-Jolle und Tempest unterwegs, später auf Hobie Cat, A Cat und Dart 16. Aber wie das so ist: Je weiter entfernt das Meer, desto größer die Leidenschaft danach. Inspiriert durch die Bücher von Bobby Schenk und Wilfried Erdmann, folgte in den 90ern der erste Dickschifftörn im Ionischen Meer auf einer Carter 30, damals noch ohne Segelschein. Danach war’s um ihn geschehen. Als YACHT-Kaleu und Jury-Vorsitzender des European Yacht of the Year Award hat Rieker in den vergangenen mehr als 25 Jahren gut 500 Boote getestet. Sein eigenes, ein 36-Fuß-Racer/Cruiser, lag zuletzt in der Adria. Diesen Sommer verholt er es an die Schlei, wo er inzwischen lebt.

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