Happy Cat Star Carbon im TestMit aufblasbarem Kat aufs Wasser in 20 Minuten

Michael Rinck

 · 04.04.2026

Und Abflug! Mit einem Schwimmer in der Luft wird der Happy Cat Star Carbon 14 Knoten schnell.
Foto: Jozef Kubica
​Hersteller Grabner hat seiner Palette an aufblasbaren Segelkatamaranen ein neues Spitzenmodell hinzugefügt. Die Konstruktion aus Kohlefaser und Luft ist superschnell. Der Test.

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​Fast jedes Boot ist bekanntlich ein Kompromiss aus Geschwindigkeit, Komfort, einfacher Bedienung und weiteren Faktoren wie etwa dem Preis. Grabner hat mit seinem Happy Cat Star Carbon ein recht einzigartiges Konzept: Komfort existiert nur beim Packmaß, der aufblasbare Kat passt in einen herkömmlichen Kofferraum. Besonders ist aber das Geschwindigkeitspotenzial bei gleichzeitig sehr einfacher Bedienung. Denn Geschwindigkeiten weit jenseits der 10-Knoten-­Marke sind entweder mit aufwendigen Regattabooten oder kleinen und ebenfalls kompliziert zu steuernden Foi­lern wie der Motte möglich. Der Happy Cat Star Carbon macht den Spaß der hohen Geschwindigkeiten einfach zugänglich. Einen Haken gibt es natürlich doch: Der Preis ist hoch.


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Der Test beginnt an der Elbe mit dem Ausladen der fünf Packtaschen aus dem Kofferraum. Das längste Teil misst 1,80 Meter. Insgesamt bringen die Taschen ein Gewicht von 74 Kilogramm auf die Waage. Da es aufgeteilt ist, sind die einzelnen Gebinde aber nicht zu schwer. Es folgt ein Puzzle mit 19 Einzelteilen. Die zwei größten sind die aufblasbaren Rümpfe. Sie werden werkzeuglos mit dem Rahmen aus Kohlefaserteilen verbunden. Alles ist nur gesteckt, in Kederschienen gezogen oder per Schnellverschluss verriegelt.

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Laut Ewald Grabner, Chef des österreichischen Unternehmens, sollten für den ersten Aufbau ein bis zwei Stunden eingeplant werden. Mit einer Videoanleitung des Herstellers geht es Schritt für Schritt zum fertigen Strandkat. Mit Übung konnten wir den Happy Cat für den Test aber in 20 Minuten segelfertig zusammenbauen. Das Aufblasen der Rümpfe übernahm dabei eine Elektropumpe, ein sehr empfehlenswertes Upgrade. Die Konstruktion wartet mit einigen Raffinessen auf. So ist der Mastfuß um zwei Achsen drehbar. Das heißt, der Mast wird befestigt und kann dann von einer Person einfach hochgeklappt werden. Außerdem dreht er sich mit dem Großsegel, richtet sich so perfekt zum Anströmwinkel aus. Die Verarbeitung und Passform der Kohlefaserteile machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Das erleichtert das Zusammenstecken und gibt unter Segeln Stabilität.

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Größter Segelspaß, wenn einhand gesteuert wird

Aufs Wasser geht es per Slip, der Happy Cat kann zu zweit einfach getragen werden. Das Vorsegel wird gerollt, das Groß schnell gesetzt, und schon geht es los. Das Trampolin mit einer optionalen Erweiterung vorm Mast bietet sehr viel Platz. Dennoch beginnt der größte Segelspaß, wenn einhand gesteuert wird. Bei 8 bis 15 Knoten Wind wie am Testtag macht das Gewicht eines zusätzlichen Crewmitglieds den Unterschied zwischen ein- und zweistelligem Speed. In kleinen Böen steigt die Fahrt durchs Wasser massiv an. Die Laminatsegel und der leichtere Rahmen reduzieren das Gesamtgewicht um etwa 20 Kilogramm, dadurch ist schnelle Gleitfahrt möglich. Dabei hebt sich auch der luvwärtige Schwimmer aus dem Wasser. Nach dem zweiten Versuch lässt sich durch die richtige Koordination aus Steuer, Schotzug und Gewicht auf der Kante eine recht stabile Flugphase auf einem Schwimmer finden. Dabei schnellt die Logge auf 14 Knoten.

Hier zeigen sich aber auch die Limitierungen der Konstruktion. Trotz der Kohlefaserteile und der Abspannungen mit Drahtseilen zur Stabilisierung von Rigg und Anhängen gibt es natürlich Bewegungen. Das zentrale Ruder taucht bei zu viel Lage weit aus, dazu kommt leichter Flex bei zunehmendem Druck, was in unkontrollierbares Anluven und Geschwindigkeitsverlust mündet. Wenn aber per Segeltrimm die Lage moderat gehalten wird, kann der Speed auch länger stabil bleiben. Hier kommt eine weitere Besonderheit: Die Hahnepot mit der Großschot ist über der Ruderanlage angeschlagen, und damit steuert es sich besser mit der falschen Hand. Denn dann kann der Schotzug besser mit der achterlichen Hand kontrolliert werden. Das ist erst mal ungewöhnlich, lässt sich aber nach nur wenigen Minuten intuitiv übernehmen.

Da der kleine Kat weniger als auch nur eine Person wiegt, ist Gewichtstrimm natürlich ex­trem wichtig. Je schneller der Happy Cat Star Carbon wird, desto weiter nach achtern verlagert sich die optimale Sitzposition. So bleiben die Gummi-­Wave­piercer schön aus dem Wasser. Trotzdem ist der Schlag eine nasse Angelegenheit. Das ist bei einem Strandkat aber Teil des Segelspaßes, und den bietet der Happy Cat Star Carbon reichlich. Hier sind die Gewichtseinsparungen durch Kohlefasereinsatz, die größeren und hochwertigeren Segel und die neu gestalteten Schwimmer deutlich leistungsfähiger als die Version mit Aluminiumteilen.

Preise und Ausstattung

Das schlägt sich natürlich im Preis von knapp 17.000 Euro nieder. Sehr viel für ein Spaßgerät zum Aufblasen, sicher. Allerdings kommen auch die eingangs erwähnten Kompromisse zum Tragen: Der Happy Cat Star Carbon steht fast einzigartig da in dem, was er leistet. Das superplatzsparende Packmaß und der gigantische Speed. Laut Ewald Grabner sind besonders viele Wohnmobilisten unter seinen Kunden. Im Camper ist genügend Stauraum. Findet sich ein schöner Stellplatz an einem See, kann innerhalb weniger Minuten der Segelspaß beginnen. Die perfekte Kombination. Auf größeren Yachten mit dem nötigen Platz in der Backs­kiste ist der aufblasbare Strandkat das perfekte segelnde Beiboot. Er bietet Platz für bis zu vier Personen. Ruder und Schwert sind aufholbar und klappen bei einer Grundberührung eigenständig hoch. Zudem sind sie aus Aluminium gefertigt und sehr unempfindlich gegen Beschädigungen. Verglichen mit anderen Jollen kämen nur Foiler auf ähnliche Geschwindigkeiten.

  • Grundpreis ab Werft: 16.990 €
  • Preis segelfertig: 17.300 €
  • Garantie total/Bootshaut: 2/7 Jahre

Stand 2026, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier!

Bei diesem Vergleich erscheint der hohe Grundpreis schon in einem anderen Licht. Denn dann bietet der Happy Cat den riesigen Vorteil des einfachen Handlings. Nicht jeder muss gleich über zehn Knoten schnell segeln, auch Einsteiger können ab der ersten Minute Spaß haben. Das Geschwindigkeits­potenzial lässt sich aber einfach abrufen. Das sieht auf Foilern ganz anders aus und erfordert sehr viel Übung.

Zusätzliche Ausrüstung machen den Happy Cat Star Carbon zudem auch zum vielseitigen Beiboot. Eine Motorhalterung und ein Sonnendach sind erhältlich. So wird der kleine Kat auch ohne Rigg zum Transporter. Aber auch das Segelerlebnis lässt sich noch ausbauen: Ein optionales Trapez ermöglicht es, mehr Gewicht nach Luv zu bringen. Sitzpolster machen das Trampolin komfortabler, und eine Starkwindbesegelung ermöglicht auch Schläge bei mehr Wind. Zur Sicherheit trägt eine Kenterschutzboje für den Masttopp bei. Zudem sind auch klappbare Räder erhältlich, die das Slippen einhand ermöglichen.


YACHT-Bewertung des Happy Cat Star Carbon

​Der Happy Cat Star Carbon verbindet kleinstmögliches Packmaß mit sehr hohem Geschwindigkeitspotenzial und einfacher Bedienung. Der Spaßfaktor, aber auch der Preis sind hoch.

Konstruktion und Konzept

Passt in einen normalen Kofferraum

Mit Übung schnell aufgebaut

Segelleistung und Trimm

Hohes Geschwindigkeitspotenzial

Einfache Bedienung

Ausrüstung und Technik

Aufholbare Anhänge

Ruder flext etwas bei Druck


Der Happy Cat Star Carbon im Detail

100194180Foto: Hersteller

Technische Daten des Happy Cat Star Carbon

  • Rumpflänge: 4,80 m
  • Breite: 2,25 m
  • Trampolin: 1,70 x 1,30 m
  • Tiefgang/alternativ: 0,80/0,10 m
  • Masthöhe über WL: 6,10 m
  • Nutzlast: 500 kg
  • Gewicht: 74 kg
  • Großsegel: 8,0 m²
  • Vorsegel: 3,5 m²

​Rumpf- u. Decks­bauweise Die Rümpfe sind aus Gummi gefertigt und werden aufgepumpt. Rahmen und Rigg bestehen aus Kohlefaserprofilen. Schwert und Ruder sind aus Aluminium.

​Werft Grabner GmbH, Weistracherstraße 11, A-3350 Haag, www.grabner.com


​Segelnde Spaßgeräte für die Ankerbucht

Kleiner Strandkat zum Aufpumpen: Der Minicat Elite aus Deutschland ist nur etwas kürzer als der Happy Cat. In der Version Elite ist er auch mit Kohlefasermast zu haben. Anstelle eines Zentralschwerts setzt Minicat auf deutlich kürzere Kielhacken an jedem Schwimmer. Der aufblasbare Strandkat schlug sich 2016 im YACHT-Test gut, war aber nicht ganz so schnell wie der Happy Cat. Länge 4,60 m; Breite 2,20 m; Gewicht 59 kg; ab 9.800 Euro.
Foto: Hersteller

​Neben dem Happy Cat gibt es noch weitere Beiboot-Alternativen, die sich segeln lassen und danach platzsparend verstaut werden können. Eine Auswahl.


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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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