Jochen Rieker
· 21.01.2026
Das ideale Fahrtenboot ist eine Fiktion. Zum einen setzt jeder Eigner seine Schwerpunkte ganz individuell. Zum anderen schließen sich manche Eigenschaften gegenseitig aus: Maximalen Komfort etwa und bestmögliche Segeleigenschaften gibt es nicht im Paket. Bisher jedenfalls galt das als Naturgesetz. Der Dragonfly 36 jedoch stellt solche Gewissheiten ernsthaft infrage. Er löst das Entweder-oder so gründlich auf, dass man von der wohl besten Sowohl-als-auch-Yacht sprechen kann. Für gar nicht mal so viel mehr Geld, als eine Hallberg-Rassy 370 kostet, bietet er einer Vier-Personen-Crew ähnliche Fahrtentauglichkeit, aber mehr als das Doppelte an Leistungsvermögen.
Mit dem Tri sind bei nur geringer Lage und schwer beeindruckender Seegängigkeit im Passat Etmale von 350 Seemeilen nicht nur möglich, sondern ein absoluter Hochgenuss. Am Wind steuert er sich wie ein Einrumpfboot. Und dieses Potenzial ist ohne Verzicht möglich: mit feinem Ausbau, hochwertigster Beschlagausstattung, guter Belüftung, sehr ordentlichen Kojenmaßen und auf Wunsch Extras wie Kuchenbude, Cockpittisch oder beheizbaren Steuermannssitzen (!). Dank Zentralschwert kann er auch noch ankern, wo sonst nur Jollenkreuzer hinkommen. In einer Liga der Überflieger setzt der Dragonfly 36 die Messlatte ins schier Unermessliche.
Herausragende Segeleigenschaften
Gelungenes Cockpit-Layout
Mit angeklappten Schwimmern voll Marina-kompatibel
Reduzierter, aber feiner Ausbau
Volle Fahrtentauglichkeit
Aufholbares Schwert, geringer Tiefgang
Hoher Grundpreis, teure Optionen
Stand 2025, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier!
Kompakt, leicht, gleitfähig und zudem preiswert – mit diesen Eigenschaften avancierte der neueste Performance Cruiser der Beneteau-Gruppe aus dem Stand zum Erfolgsmodell. Ein zwar reduziertes, aber durchaus wohnliches Interieur macht die First 30 auch fürs flotte Fahrtensegeln interessant – und zu einer der derzeit meistverkauften Einrumpfyachten der Welt. Universellster von drei grandiosen Monohulls dieser Kategorie, gleitfähig und zudem günstigste Yacht unter allen Nominierten. Rumpflänge 9,35 m; Breite 2,95 m; Tiefgang 1,98 m; Gewicht 3,2 t; Segelfläche 54,7 m²; Preis 124.950 Euro.
Jean-Pierre Kelbert bezeichnet die 1050, mit der er auf Anhieb das Rolex Fastnet Race über alles gewann, als „Mini-Class 40“. Das trifft den Charakter gut. Dafür verließ er die bisherige Werftlinie, die eher moderate Linien präferierte. Der Leistung hat das gutgetan. Ebenfalls ein Siegertyp, mit den wohl modernsten Rumpflinien. Als Racer jedoch karg im Ausbau und segelfertig sehr teuer. Großes Potenzial nach Handicap. Länge 10,43 m; Breite 3,54 m; Tiefgang 2,22 m; Gewicht 3,5 t; Segelfläche 73,0 m²; Preis 267.550 Euro.
ORC-Weltmeister-Yacht. Sehr große Leistungsfähigkeit auf allen Kursen, die abzurufen eine kundige Crew erfordert. Jetzt auch in einer IRC-Version zu haben. Der durchaus wohnliche, teils modulare Ausbau garantiert darüber hinaus dualen Nutzen auch als schnelles Fahrtenboot und damit lange Wertbeständigkeit. Länge 12,20 m; Breite 4,18 m; Tiefgang 2,40 m; Gewicht 7,2 t; Segelfläche 108,4 m²; Preis 570.720 Euro.